Philosophie von Nachhilfeschulen

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Bjoern1982 Auf diesen Beitrag antworten »
Philosophie von Nachhilfeschulen
Ohne vorerst meine eigene Meinung zum Thema kund zu tun würde ich gerne mal eure Meinung zu folgender Aussage einer Nachhilfeschule xy hören:

Wir kontrollieren niemanden während er unterrichtet, uns genügen als Indikatoren für fähige Lehrkräfte das Feedback der Eltern, sowie die Zensuren der Schüler.

Die Diskussion ist eröffnet Augenzwinkern
ObiWanKenobi Auf diesen Beitrag antworten »

Kann man so sehen. allerdings ist das mit den Zensuren der Schüler schwierig. Der beste Nachhilfelehrer hat keinen Erfolg, wenn die Schüler das was sie gelernt haben nicht nacharbeiten. Man könnte jedsoch argumentieren, dass es eienm guten Nachhilfelehrer gelingen sollte die Schüler entsprechend zu motivieren.
 
 
sulo Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Philosophie von Nachhilfeschulen
@Bjoern
Das scheint zunächst eine seltsam uninteressierte Einstellung der Nachhilfeschule zu den Fähigkeiten der Lehrkraft zu sein.

Ich kenne es zwar auch nicht, dass Lehrkräfte während des Unterrichts kontrolliert werden, aber sie müssen gewisse Zeugnisse und Qualifikationen vorweisen können, um überhaupt genommen zu werden.

Natürlich ist die Schüler- und Elternzufriedenheit der Maßstab schlechthin, die Noten selber sind nicht immer ausschlaggebend, denn manche Schüler brauchen länger, bis sich der Wissenszuwachs in besseren Noten niederschlägt.

Eine Büroleitung wird die Schüler einer neuen Lehrkraft früher oder später diskret befragen, wie ihnen der Unterricht gefallen hat, ob sie zufrieden sind usw., um so erkennen zu können, ob die Sache einigermaßen läuft oder nicht.

Ein Nachhilfeinstitut ist ein kommerzielles Unternehmen, dessen Erfolg mit den unterrichtlichen Fähigkeiten seiner Lehrkräfte steht und fällt. Ich kann mir also nicht denken, dass das von dir zitierte Institut die Sache wirklich so lässig angeht, wie es die Worte vermuten lassen.

smile
Bjoern1982 Auf diesen Beitrag antworten »

Danke schonmal für die ersten Meinungen noch zu solch später Stunde smile

Ich werfe zunächst einmal noch folgende Sichtweise meinerseits in den Raum:

Ich habe 3 Schüler, die seit ich sie unterrichte bisher nur Einser hatten.
Vorher hatten die Schüler Dreien und Vieren.
Nach der Logik von Nachhilfeschule xy bin ich dann also ein fähiger Nachhilfelehrer.
Ich persönlich als Realist sage "Nein, das hat zunächst mal nur damit zu tun, dass den Schülern das Thema einfach gelegen hat und sie evtl in dem Zeitraum motiviert und aufnahmefähig waren". Dafür, dass die Schüler motiviert und an den richtigen Stellen konzentriert waren und womöglich besprochene Dinge nochmal zu Hause wiederholt haben kann ich nichts. Ich biete als Dienstleistung an, dass ich in der Lage bin mich mit den mathematischen Problemen/Fragen von Schülern auseinander zu setzen in der HOFFNUNG, dass diese Schüler mir interessiert zuhören und die von mir gelehrten Dinge verinnerlichen. OB das nun letztendlich zum gewünschten Erfolg, sprich einer besseren Zensur führt ist meiner Meinung nach von ganz anderen Dingen abhängig.
Das andere Extrem ist, dass auf einmal in der Klassenarbeit ein paar Dinge vorkommen, die dem Schüler nicht mehr präsent sind, weil sie schon zu lange zurück liegen und wir sie auch nicht in der Nachhilfe besprochen haben (da der Schüler z.B. selten die Schulunterlagen mitbringt). Leider bringt ihn das so aus dem Konzept, dass er auch mit den anderen Aufgaben nicht wirklich klar kommt. Folglich gibt es eine schlechte Zensur.
Nach der Logik der Nachhilfeschule xy bin ich dann also ein unfähiger Nachhilfelehrer.

Und man kann das Ganze noch weiter spinnen:

Um die Eltern und Schüler möglichst positiv zu stimmen, lächele ich immer freundlich, bin sehr zuvorkommend und höflich, bringe den Kindern ab und zu mal ein Eis mit und flachse danach noch etwas mit den Eltern rum wenn die Kinder abgeholt werden. Damit hinterlasse ich einen solch positiven Eindruck, dass sowohl Eltern als auch die Schüler über meine möglicherweise beschränkten didaktischen Fähigkeiten hinwegsehen. Aufgrund meiner wirklich liebenswerten Art bin ich der Liebling aller Eltern und Schüler und schon bald mit jedem per Du.
Das gibt dann natürlich ein wahsinnig tolles Feedback und somit bin ich wiederum ein fähiger Nachhilfelehrer Augenzwinkern

Zitat:
Ich kenne es zwar auch nicht, dass Lehrkräfte während des Unterrichts kontrolliert werden, aber sie müssen gewisse Zeugnisse und Qualifikationen vorweisen können, um überhaupt genommen zu werden.


Das ist meiner Meinung nach aber nur für die Akten, da wird kurz über das Abi-Zeugnis geguckt und das wars. Wirklich aussagekräftig ist sowas in meinen Augen nie, denn man kann aus einer solchen Punktzahl weder rauslesen wie sie letztendlich zustande gekommen ist, noch ob jemand überhaupt in der Lage ist zu erklären.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Ich weiß nicht so recht, worauf du hinaus willst. Woran soll man messen, wer ein guter Nachhilfelehrer ist? Was hat es mit dieser Schule auf sich?

Eltern könnte ich immer glücklich machen, wenn ich den Kindern viele Aufgaben mitbringe. Das mache ich aber meist nur zu Beginn, um mir einen Überblick zu verschaffen, welche Lücken auch noch aufgearbeitet werden müssen.

Anders als zum normalen Lehrer, sehe ich meine Rolle eher als Mentor. Ziel ist nicht eine spezielle Aufgabe zu rechnen, sondern dass der Schüler sich der Aufgabe annimmt und lernt, die richtigen Fragen zu stellen und dass man merkt, wenn Antworten nur geraten sind (und das ja nichts bringt). Manche haben in der Schule aber auch schlechte Lehrer und verstehen es trotz Motivation nicht. Da muss man dann wieder anders vorgehen.

Beiden, Eltern und Schülern versuche ich zu vermitteln, dass es nur den Weg des "selber nachdenkens" gibt, wenn man in dem Fach Mathe bestehen will. Und ich muss ihnen das Gefühl vermitteln, dass ich den Plan habe, was man zu gewissen Themen wissen muss, was auch in Zukunft noch wichtig ist, und was eher nicht.

In einer Nachhilfeschule mit ggf. mehreren Schülern in der Gruppe mag das wieder anders aussehen. Da wird eher der "Lehrplan" im Vordergrund stehen. Es kann am Ende nur die Note das Ziel sein, deswegen sind die Leute gekommen und bezahlen. Man muss allerdings realistisch bleiben, was möglich ist.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Bjoern1982
Ich habe 3 Schüler, die seit ich sie unterrichte bisher nur Einser hatten.
Vorher hatten die Schüler Dreien und Vieren.

Die Einsen sind, wie du richtig erkennst, Zufall. Nicht jeder (zunächst) mittelmäßige Schüler wird durch Nachhilfe zum Klassenbesten in dem Fach. Aber eine Zwei kann ein Schüler, der den Stoff dank eines fähigen Nachhilfelehrers verstanden hat, in der Regel schaffen.

Zitat:
Original von Bjoern1982
Ich biete als Dienstleistung an, dass ich in der Lage bin mich mit den mathematischen Problemen/Fragen von Schülern auseinander zu setzen in der HOFFNUNG, dass diese Schüler mir interessiert zuhören und die von mir gelehrten Dinge verinnerlichen.

Vermutlich bietest du auch deine Begeisterung für das Fach an, welche auch bei den Schülern Interesse weckt sowie deine Fähigkeit, mit den Schülern erfolgreich zu kommunizieren und sie vor allem zu motivieren, sich mit dem Stoff auseinanderzusetzen. Weiterhin wirst du sie durch dein Lob und deine Aufmunterungen in ihrem Selbstbewusstsein stärken, wovon die Schüler auch in einer Arbeit profitieren.
Ein erfolgreicher Nachhilfelehrer macht also noch sehr viel mehr als einfach den Stoff zu erklären. Augenzwinkern

Zitat:
Original von Bjoern1982
Das andere Extrem ist, dass auf einmal in der Klassenarbeit ein paar Dinge vorkommen, die dem Schüler nicht mehr präsent sind, weil sie schon zu lange zurück liegen und wir sie auch nicht in der Nachhilfe besprochen haben (da der Schüler z.B. selten die Schulunterlagen mitbringt). Leider bringt ihn das so aus dem Konzept, dass er auch mit den anderen Aufgaben nicht wirklich klar kommt. Folglich gibt es eine schlechte Zensur.

Das kommt vielleicht mal vor, aber wohl nicht so extrem, wie du es schilderst. Jemand, der den aktuellen Stoff gut verstanden hat, wird eine Arbeit nicht völlig verhauen, bloß weil ein oder zwei Aufgaben ein anderes Themengebiet behandeln.
Sicher gibst du deinen Schülern mit auf den Weg, dass sie zuerst die Aufgaben bearbeiten sollen, die sie sicher können. Augenzwinkern

Zitat:
Original von Bjoern1982
Nach der Logik der Nachhilfeschule xy bin ich dann also ein unfähiger Nachhilfelehrer.

Naja, so schnell verspielt man nicht seinen guten Ruf. Augenzwinkern Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, kommt es vor, dass ein Schüler trotz Nachhilfe zunächst weiter Fünfen schreibt, vielleicht wird erst die dritte Arbeit eine Vier.
Ein anderer Schüler spricht sofort auf die Unterstützung an und schreibt beim nächsten Mal eine Drei.
In der Regel weiß das Institut, dass man Geduld braucht, um wirklich eine nachhaltige Verbesserung der Noten zu bewirken.

Zitat:
Original von Bjoern1982
Um die Eltern und Schüler möglichst positiv zu stimmen, lächele ich immer freundlich, bin sehr zuvorkommend und höflich, bringe den Kindern ab und zu mal ein Eis mit und flachse danach noch etwas mit den Eltern rum wenn die Kinder abgeholt werden. Damit hinterlasse ich einen solch positiven Eindruck, dass sowohl Eltern als auch die Schüler über meine möglicherweise beschränkten didaktischen Fähigkeiten hinwegsehen. Aufgrund meiner wirklich liebenswerten Art bin ich der Liebling aller Eltern und Schüler und schon bald mit jedem per Du.
Das gibt dann natürlich ein wahsinnig tolles Feedback und somit bin ich wiederum ein fähiger Nachhilfelehrer Augenzwinkern

Ich denke, da täuschst du dich. Eltern zahlen viel Geld für den Nachhilfeunterricht an das Institut, sie schauen sehr genau drauf, ob da nur heiße Luft kommt oder tatsächlich was geleistet wird. Auf ein Herumgeflachse legen die meisten keinen Wert, sie wollen lieber konkrete Aussagen über den Leistungsstand der Schüler, über ihre Lücken und wie sie gefüllt werden sollen. Als Nachhilfelehrer sollte man den Eltern gegenüber nicht weniger seriös sein als ein Lehrer einer öffentlichen Schule.

Auch Schüler merken genau, ob da jemand nur oberflächlich für gute Stimmung sorgen will oder ob man ein guter Nachhilfelehrer ist, der obendrein locker ist und Spaß versteht. (Und für einen solchen halte ich dich. Freude )

Zitat:
Original von Bjoern1982
Das ist meiner Meinung nach aber nur für die Akten, da wird kurz über das Abi-Zeugnis geguckt und das wars. Wirklich aussagekräftig ist sowas in meinen Augen nie, denn man kann aus einer solchen Punktzahl weder rauslesen wie sie letztendlich zustande gekommen ist, noch ob jemand überhaupt in der Lage ist zu erklären.

Gerade bei Lehrkräften, die nicht mehr als ein Abitur aufzuweisen haben (und nicht z.B. das erste Staatsexamen), wird die Büroleitung sehr genau schauen, was sie können.
Ein unfähiger Lehrer kann eine Niederlassung schnell in Verruf bringen und da das Gehalt der Büroleitungen teilweise auch an die Schülerzahl gekoppelt ist, liegt es durchaus in ihrem persönlichen Interesse, möglichst fähige Lehrkräfte zu haben.

smile
Dunkit Auf diesen Beitrag antworten »

Ich denke als einziger Indikator können nur die Schüler und eventuell noch deren Eltern dienen. Das sind schließlich die Personen, die von der Dienstleistung profitieren wollen, bzw. die sie ja auch bezahlen. Die Eltern werden ohnehin keine Stunden mehr buchen, wenn der Nachhilfelehrer in ihren Augen nicht gut ist, und das bekommt irgendwann mit Sicherheit auch die Leitung mit. Bei uns sind aber auch regelmäßige Gespräche zwischen der Leitung und den Eltern an der Tagesordnung. Auch ich versuche, mir regelmäßig Feedback von meinen Gruppen zu holen. Bei einzelnen Schülern kann man denke ich ganz gut abschätzen, ob der Unterricht gefällt oder nicht.
Die "Bestechung" der Schüler kann man sicher übertreiben Big Laugh Allerdings bin ich grundsätzlich ein Fan davon, mit den Schülern auf einer Ebene zu stehen und die nötige Freundlichkeit mitzubringen. Das ist bei max. 6 Schülern in einem vernünftigen Alter (bisher hatte ich nur Gruppenunterricht für Oberstufen) denke ich unproblematisch und verbessert das Lernklima und damit auch den Lernerfolg. Man sollte es natürlich nicht übertreiben, nur um von den Schülern positiver bewertet zu werden.
system-agent Auf diesen Beitrag antworten »

Also was das Verlangen von Zeugnissen betrifft:

Ich habe es selbst erlebt, dass man bei gewissen Nachhilfeanbietern einfach aufkreuzen konnte, sagt dass man gerne Nachhilfe erteilen will und schon war alles OK.
Keine ernsthafte Frage nach Zeugnissen oder Qualifikationen, höchstens eine beiläufige Frage was man so ungefähr mal irgendwann im betreffenden Fach hatte.

Eine Kontrolle irgendeiner Art gab es dort nicht, weder eine Befragung der Schüler noch sonst etwas. Ich persönlich empfand auch das ständige Wechseln von Nachhilfelehrern für einen Schüler ziemlich schlecht.

Vielleicht ist das ja auch eine Einzelerfahrung, mag sein.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

@system-agent

Da warst du wohl an ein nicht besonders seriöses Institut geraten, oder war es gar eines von denen, die inzwischen TÜV-zertifiziert sind?

Da die Konkurrenz auch auf dem Nachhilfemarkt groß ist, schaufeln sich solche Einrichtungen, wie du sie beschreibst, eigentlich ihr eigenes Grab, wenn sie nicht auf Qualität (der Lehrer, des Unterrichts, der Lehrmaterialien usw.) achten.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Es klingt für mich nach einer der großen Ketten, die den Lehren ein sehr geringes Gehalt bezahlen und in Großstädten auf eine Menge an Studenten treffen.
Bjoern1982 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Ich weiß nicht so recht, worauf du hinaus willst. Woran soll man messen, wer ein guter Nachhilfelehrer ist?


Schwer zu sagen, die Frage ist kann man da überhaupt etwas allgemeingültiges finden ? Sicher zahlen die Eltern dafür, dass ihr Kind sich verbessert aber Nachhilfe ist in meinen Augen lediglich eine Möglichkeit der Unterstützung aber niemals ein Erfolgsversprechen. Entscheidend ist z.B. auch ob ein Schüler nur zur Nachhilfe geht weil es die Eltern wollen oder er/sie auch wirklich selbst einen Sinn darin sieht. Zumindest in den Nachhilfeschulen, in denen ich aktiv bin ist das ein ganz großes Problem. In der Theorie hört sich vieles immer ganz prima an, aber die Praxis sieht ja oft ganz anders aus.

Zitat:
Ich habe es selbst erlebt, dass man bei gewissen Nachhilfeanbietern einfach aufkreuzen konnte, sagt dass man gerne Nachhilfe erteilen will und schon war alles OK. Keine ernsthafte Frage nach Zeugnissen oder Qualifikationen, höchstens eine beiläufige Frage was man so ungefähr mal irgendwann im betreffenden Fach hatte.


Kommt mir bekannt vor, und ich kenn noch viele weitere Kumpels, die ähnliches bereichten, also bei Leibe kein Einzelfall und von Groß- bis Kleinstadt alles sehr ähnlich.

Zu den Lehrmaterialien:

Ich sag nur soviel: In meinen Augen eine Katastrophe, ohne Inet ist man teilweise aufgeschmissen.

Zu sulos Kommentaren:

Das klingt alles recht einleuchtend, jedoch teilweise auch wie eine Idealvorstellung.
In der Praxis sieht das - zumindest nach meinen Erfahrungen - immer etwas anders aus, denn selbst wenn ich all deine genannten Aspekte als Nachhilfelehrer auch anwende, dann habe ich zwar mein möglichstes getan - aber der Erfolg des Schülers ist dann nochmal eine ganz andere Sache (spielt er nur etwas vor, liegt ihm das Thema einfach nur zufällig, gibt es in der Schule öfters Lehrerwechsel, sind die Lerngruppen sehr groß und inhomogen...etc)

Freut mich, dass es soviel Meinungen zu dem Thema gibt smile
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Meine Frage bezog sich darauf, was es mit Schule xy auf sich hat. Augenzwinkern Willst du dort unterrichten oder haben die gesagt, dass du ein schlechter Lehrer bist? verwirrt

Einen guten Lehrer zeichnet imho auch aus, dass er ehrlich zu den Eltern ist und sie mit ins Boot holt.
Bjoern1982 Auf diesen Beitrag antworten »

Achso Augenzwinkern

Bin seit einiger Zeit bei diversen Nachhilfeschulen tätig.
Mir persönlich wurde das bisher noch nicht direkt gesagt, dass ich unfähig bin.
Aber ich störe mich da etwas an solchen Aussagen wie die in meinem ersten Post oben.
Wenn ich alles gebe und trotzdem schlechte Noten seitens der Schüler resultieren wirft man mir das ja dann indirekt im Prinzip auch vor.
Oder auch an solchen Kommentaren wie "Na das ist doch auch ein schönes Gefühl für Sie persönlich, wenn ihr Schüler eine gute Note schreibt, oder ?". Sicher freu ich mich wenn die Kinder gute Noten schreiben und Erfolg haben aber wenn ich mir dann zusammen mit ihnen ihre Arbeit anschaue, sehe ich auch oft einfach nur Dinge, die ich so zum ersten Mal von ihnen sehe und die wir gar nicht geübt haben. Insofern liegt es oft nicht wirklich an mir sondern an anderen Faktoren.
Mich stört, dass man so "einfach" und nur in eine Richtung, und nicht differenzierter denkt. Wenn alles läuft und der Schüler sich verbessert ist alles bestens, wenn das aber nicht eintrifft ist dann oft die Lehrkraft Schuld und wird in Frage gestellt, was ich wiederum zu einfach finde.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Achso. Aber dieses Problem fängt ja imho nicht erst in der Nachhilfeschule an. Es geht doch schon in der Schule los. Und wir landen auch bei der Diskussion, was Noten aussagen und was man unter einem guten Lehrer versteht.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Bjoern1982
Zu sulos Kommentaren:

Das klingt alles recht einleuchtend, jedoch teilweise auch wie eine Idealvorstellung.
In der Praxis sieht das - zumindest nach meinen Erfahrungen - immer etwas anders aus,


Ich unterrichte (unter anderem) seit 15 Jahren im örtlichen Nachhilfeinstitut. Vermutlich habe ich mehr Praxis als du. Augenzwinkern
In meinen Beiträgen habe ich nur beschrieben, wie ich den Nachhilfeunterricht und alles drumherum erlebe.

Unsere Einrichtung ist allerdings auch rundum gut aufgestellt, ein Konkurrenzunternehmen hat seine Filiale inzwischen längst geschlossen.

smile
Mystic Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von tigerbine
Achso. Aber dieses Problem fängt ja imho nicht erst in der Nachhilfeschule an. Es geht doch schon in der Schule los. Und wir landen auch bei der Diskussion, was Noten aussagen und was man unter einem guten Lehrer versteht.

Ja, das ist genau der Punkt...Ein guter Nachhilfelehrer ist vor allem und zuerst einmal ein guter Lehrer, und der Grund, warum so ein riesiger Bedarf an Nachhilfe besteht liegt zu einem guten Teil (aber natürlich nicht nur) darin, dass es eben so wenig gute Lehrer gibt...

Zunächst muss es dessen oberstes Ziel sein, das Interesse für das Fach Mathematik zu wecken...Wenn man z.B. sieht, mit welcher Begeisterung viele Leute unvollständig vorgegebene Operationstafeln von gewissen Quasigruppen mit 9 Elementen vervollständigen, sodass inzwischen sogar schon die meisten Tageszeitungen auf diesen Zug aufgesprungen sind, dann weiss man, wieviel ungenütztes Potenzial da vorhanden ist...

Des weiteren sollte m.E. viel mehr Wert auf stupide Rechenfertigkeiten gelegt werden, wie z.B. Termumformungen und das mechanische Auflösen von Gleichungen, denn es ist ja auch für den Schüler selbst unglaublich frustrierend, wenn es ständig schon daran scheitert... Welche Defizite es in dieser Hinsicht gibt - sogar noch im Hochschulbereich - erlebt man ja auch hier im Matheboard immer wieder...
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Es fällt mir in der Nachhilfe Historie auch auch, dass immer mehr Grundlagen fehlen. Früher stand ich eher für Fragen zur den "schwierigeren" Aufgaben zur Seite, heute muss ich vielfach das Thema an sich erst mal noch mit eigenen Worten aufbereiten. Das ist imho aber eigentlich nicht das, was Nachhilfe sein sollte. Denn da frage ich mich dann doch, was wurde im Unterricht gemacht. geschockt So ist es ja fast eher "Vorhilfe".
Bjoern1982 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Ich unterrichte (unter anderem) seit 15 Jahren im örtlichen Nachhilfeinstitut. Vermutlich habe ich mehr Praxis als du


Da ist was dran Augenzwinkern
Mag sein, dass es woanders anders zugeht.
Ich hätte vielleicht auch lieber "nach meinen ersten Erfahrungen" schreiben sollen.
Jedoch deckten sich meine Erlebnisse größtenteils mit denen anderer Lehrkräfte aus der Umgebung und auch von weiter entfernten Orten.

Was sagt ihr denn zu Nachhilfeschulen vs. private Nachhilfe ?
Wo sind da Vor- oder Nachteile ?
Gibt es überhaupt Vorteile bei einer Nachhilfeschule ?
Wenn ich mal kurz überlege:

- preislich ---> nein, im Gegenteil
- Kompetenz ---> nein bzw nicht zwingend
- Einzelunterricht vs Gruppenunterricht ---> Einzelunterricht gewinnt klar

Helft mir, wo sind die Vorteile ? Augenzwinkern
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Es gibt eine konkrete Adresse mit Telefonnummer. Sowie ws einer Garantie, dass Unterricht zu dieser oder jener Zeit möglich ist. Vielleicht versprechen sich Eltern auch ein Maß an Qualität.

Die private Nachhilfe läuft doch eher über Mundpropaganda. Wenn Eltern suchen, dann werden sie eher ein "namhaftes Institut" nehmen, ale eine Handynummer vom schwarzen Brett im Supermarkt.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Bjoern1982
- Einzelunterricht vs Gruppenunterricht ---> Einzelunterricht gewinnt klar

Helft mir, wo sind die Vorteile ? Augenzwinkern


Gerade die Gruppensituation ist der entscheidende Vorteil des Nachhilfeinstituts!

Zunächst ist es für einen Schüler unglaublich erleichternd festzustellen, dass er nicht der einzige Dummi ist, der Nachhilfe braucht. Er hat also immer gleich 2 oder 3 Gleichaltrige im Raum, die ebenfalls Lücken haben und schlechte Noten schreiben (oder bei denen dies zumindest so war).

Weiterhin macht das Arbeiten und Lernen in einer Gruppe viel mehr Spaß. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wenn du 3 oder 4 Schüler da sitzen hast und alle sind konzentriert am Arbeiten. Hat fast etwas Mystisches. Augenzwinkern
Und auch die Schüler spüren dies und sie schätzen diese Atmosphäre. So etwas kannst du mit einem Einzelschüler nicht erleben, oder?

Auch gruppendynamische Prozesse dürfen nicht unterschätzt werden. Ein Beispiel: Stille Schüler können in der Gruppe regelrecht aufblühen und trauen sich, frei zu sprechen, weil sie sich sicher fühlen. Ihr Selbstbewusstsein wird so gestärkt.

Gemeinsame Übungen sind bei allen Schülern beliebt. Besonders im Englischen kann man die Gruppensituation z.B. für Aussprache- oder Grammatikübungen hervorragend nutzen.

Schließlich steht ein Schüler durch die Gruppensituation nicht unter Dauerüberwachung wie beim Einzelunterricht. Es ist für viele Schüler angenehm zu wissen, dass sie nicht alleine im Fokus des Interesses des Lehrers stehen, sondern sich geborgen in der Gruppe einfach wohler und auch sicherer fühlen.

Dies alles trifft natürlich besonders für Schüler der Sekundarstufe I zu. Oberstufenschüler sind meist reifer, ihnen ist es wohl egal, ob sie Einzel- oder Gruppenunterricht haben, obwohl sicher auch für sie gilt, dass das Lernen in einer Gruppe Gleichgesinnter einfach mehr Spaß macht.

smile
Bjoern1982 Auf diesen Beitrag antworten »

Du scheinst ja ein richtiger Fan von Gruppenunterricht zu sein Big Laugh
Ich muss mal zu euch in den Norden kommen, das scheint ja dort wirklich die perfekte Welt zu sein Augenzwinkern
Geht es nur mir so oder sehen viele "reifere" Menschen in Kindern immer nur das Gute ?
(Das ist nicht provozierend gemeint, mich interessiert es weil ich Ähnliches schon öfters gehört habe)
Ich persönlich erlebe da eher, dass Kinder es ausnutzen wenn sie in einer größeren Gruppe sind und damit eher aus reinem Eigennutz solche Gruppen gut finden.

Gruppendynamik finde ich auch immer sehr spannend, kann mir das aber in Mathe in meist inhomogenen Gruppen kaum vorstellen - bei Sprachen wie du sagtest evtl schon eher.

Ich persönlich bin ein absoluter Fan von Einzellunterricht, bzw wenn dann mal ne 2er Gruppe. Mir kann kein Mensch erzählen, dass er sich in einer inhomogenen 5er-Gruppe jedem Schüler so widmen kann, wie es wirklich von Nöten wäre. Irgendwas bleibt da doch immer auf der Strecke und ich persönlich hab da auch schon fast ein schlechtes Gewissen, denn ich weiss ja, dass wenn mich 2 von 5 Leuten etwas fragen, was nicht nur mit einem Satz sondern mit weitaus mehr Aufwand erklärt werden muss, dass ich dann gut und gerne mal 20 Minuten überhaupt nicht bei den anderen Dreien bin. Zudem kommt dann auch noch, dass ich dann ja nicht flüstere sondern meist längere Dialoge stattfinden, was die meisten Schüler sicherlich auch ablenkt.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Ja, zu große Gruppen sind natürlich tödlich. 3 oder 4 Schüler sind optimal.

Und nur das Gute in den Schülern sehen? Nö, tue ich nicht. Manchen Schülern muss man anfangs auch mal den Marsch blasen.
Wichtig ist in jedem Fall, dass man Schüler grundsätzlich gerne mag und dass man sie das spüren lässt.

Dennoch: Ohne ein gewisses Maß an Durchsetzungsvermögen geht es nicht.
Aber die meisten Schüler werden früher oder später handzahm und dann ist das relaxtes Arbeiten.

smile
ObiWanKenobi Auf diesen Beitrag antworten »

Das mit den Qualifikationenen und der Bewertung ist immer schwer! Als ich vor fast 20 Jahren anfing Nachhilfe zu geben, hatte ich nicht mehr vorzuweisen als ein Abiturzeugnis mit einer guten Note im Englisch LK und meine (scheinbar übertzeugenede) Aussage: Ich kann das!

Ich bin ein totaler Gegner von Gruppenunterricht. Gruppenunterricht nützt nur dem "Dienstleister". Ich habe mal ein paar Stunden für eines der ganz großen Institute gemacht. Es war fürchterlich! 6 Schüler aus verschiedenen Schulen und Klassen.

Ich unterrichte nur dann zwei oder ausnahmsweise auch drei Schüler zusammen, wenn sie Klassenkammeraden sind und in etwa die selbe "Vornote" haben.

Kontrollieren lasse ich mich dabei in keiner Weise. Wer nicht zufrieden ist, kann jederzeit aufhören. Wer mit mir nicht mehr zusammen arbeiten will, kann jederzeit aufhören. Wer meint er kennt jemanden, der es besser oder billiger macht, kann jederzeit aufhören.

Irgendetwas scheine ich richtig zu machen, den in der "Hochsaison" bin ich von Montag bis Freitag ausgebucht von 13:30 bis 21:00 und häufig auch noch am Wochenende.

Mein Rezept:
Zwei ganz klare Ziele:
1. Schaltet euer Hirn ein!
2. Notenverbesserung
Zwei Ansatzpunkte
1. Alles an positiver Notenbeeinflussung mitnehmen was man bekommen kann
- freiwillige Referate und Hausaufgabenpräsentationen
- "vorbereitete" mündliche Beiträge
- immer mustergültige Hausaufgaben und Hefteinträge
2. Ganz konkrete Schulaufgabenvorbereitung
- klare Analyse "was wird drankommen"
- das wird geübt "bis die Schwarte kracht"
- und wenn es der 173. If-Satz oder die 156. Polynomdivision ist ...Augen zu und durch.
Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

Also ich habe hier in Würzburg erlebt, dass die bekannten Nachhilfeinstitute wohl werben mit qualifiziertem Personal und auch offiziell nur Stellen ausschreiben für Leute mit Abschluss oder wenigstens Lehramtler im Hauptstudium.
Aber in der Praxis geht man da vorbei, stellt sich vor (eben ehrlich als Student, der Erfahrung in Nachhilfe hat) und kriegt dann auch schnell ein Angebot.
Habe auch schon einige ohne Anfrage geschickt bekommen, aber das waren Arbeitsverträge unter aller Sau.
Ich sehe darin auch nichts Verwerfliches, denn durch ein persönliches Gespräch und das Prüfen von Erfahrung kann man schon weit mehr herausfinden als durch bloße Vorlage eines (vielleicht sogar) Diploms in dem Fach.
Verwerflich ist allerdings oft der Lohn, den das Institut zahlt.
Wenn ich für den gleichen Tarif persönliche Einzelnnachhilfe geben kann, dann ist meine Wahl doch schnell gefallen.
Unflexible Termine, indirekter Kontakt zum Schüler und seinen Eltern und unflexible Lokalität sind dann doch wieder Geld wert.

In einer Landkreis- und sogar Bezirkshauptstadt gibt es nunmal eine Vielzahl von Schulen bzw. Schularten und damit von Nachhilfeschülern.
Das haben die Institute in Würzburg wohl noch nicht so ganz begriffen.


Ah das Spiel!
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