Gaußsches Eliminationsverfahren

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Gauß-Man Auf diesen Beitrag antworten »
Gaußsches Eliminationsverfahren
Könnte mir bitte jemand auf recht simple Weise erklären, wann man mit dem gaußsches Eliminationsverfahren "merkt", dass ein Gleichungssystem nicht lösbar ist? Oder erkennt man das immer nur, nachdem man die "Treppenform" erreicht hat?

Sorry, falls es seltsam formuliert ist, aber ich hab mir erst eben das Eliminationsverfahren für eine Klausur morgen beigebracht. Augenzwinkern
sqrt(2) Auf diesen Beitrag antworten »

Du siehst es dann, wenn du auf Dreiecksform bist, vorher mittels Gauß nicht. (Es gibt noch Determinanten, aber das ist ein anderes Kapitel.)
mYthos Auf diesen Beitrag antworten »

Man merkt es dann sofort, wenn man auf einen Widerspruch stößt:

2x - 3y = 11
4x - 6y = 16
------------------
da kannst schon aufhören Big Laugh

Oder man berechnet - wenn möglich (d.h. wenn so viele Gleichungen als Unbekannte vorhanden sind) - die Determinante aus den Koeffizienten der Unbekannten. Wenn diese Null ist, kann der Fall eintreten, dass es keine oder keine eindeutige Lösung gibt.

mY+
Gauß-Man Auf diesen Beitrag antworten »

Alles klar, danke.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

@mythos

Dabei eine Frage. Als ich meinen Lehrer heute nach der Determinante gefragt hatte, hat er mir zwar gezeigt, wie ich sie bestimmte - dabei kann man aber nur die linke Seite d. Gleichungen nehmen, da man immer eine nxn-Matrix braucht (und mit rechter Seite ist es eben nicht so).
Die Lösbarkeit könnte man, so mein Lehrer, am "Rang" d. einzelnen Gleichungen bestimmen (ich hoffe es ist Rang und nicht "Rung", "Runk", "Rank" oder sonstwas) - ging aber nicht näher darauf ein (musste auch zur nächsten Stunde Big Laugh )

Könnte jmd. vllt. mal sagen, was denn nun stimmt und wie man nun schauen kann, ob es lösbar ist oder nicht? verwirrt Danke smile

air
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Hinter einem Linearen Gleichungssystem Ax=b verbirgt sich eine Lineare Abbildung. Die Dimension ihres Bildraums ist ihr Rang. Mit der Determinate kann man nicht den Rang bestimmen, sondern nur sagen ob sie "vollen" Rang hat oder nicht. Ist die Determinante von 0 verschieden, so hat die Abbildung vollen Rang und zu jedem b findest Du ein x welches das LGS Ax=b löst.

Ist die Determinante gleich 0, so kann das LGS unlösbar sein, oder Unendlich viele Lösungen haben. Wenn du eine Aufgabe postet, können wir ein Beispiel rechnen oder Du benutzt die Boardsuche. Wink
 
 
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Also, wenn ich die Det. bestimme (das war ja dann diese Regel, in der man, kurz und dumm gesagt, die Diagonalen von oben links nach unten rechts nimmt, die Werte darauf multipliziert und jedes "Diagonalenprodukt" addiert und dann das selbe mit d. Diagionalen von unten links nach oben rechts nur mit subtrahieren der Produkte), dann kann ich sagen:

=> lösbar
=> unlösbar / unendlich Lösungen

Dann hatte mein Lehre also insoweit Unrecht, weil man mit der Det. sehr wohl die Lösbarkeit (wenn auch eingeschränkt) bestimmen kann?

air

Edit: Moment. Aber die Det. geht doch nur bei quadr. Matrizen?
sqrt(2) Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Airblader
Könnte jmd. vllt. mal sagen, was denn nun stimmt und wie man nun schauen kann, ob es lösbar ist oder nicht? verwirrt Danke smile

Ein n-mal-n-Gleichungssystem ist genau dann eindeutig lösbar, wenn die Determinante ungleich 0 ist. Ist die Determinante gleich 0, gibt es die beiden Möglichkeiten, dass die Lösungsmenge einen affinen Unterraum aufspannt (es unendlich viele Lösungen gibt) oder, dass es gar keine Lösung gibt. Wenn man wissen will, was davon, muss man die sogenannten Nebendeterminanten bestimmen. (Google danach.)

Der Rang einer Matrix macht auch eine Aussage über die Lösbarkeit der zugehörigen LGS, ist aber von dem Begriff der Determinante unabhängig. Insbesondere ist der Rang auch für nichtquadratische Matrizen definiert. Um den Rang zu bestimmen, verwendet man aber eigentlich immer Gauß, insofern war das eine ziemlich inhaltslose Aussage deines Lehrers.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Wie im Edit eben, Det. kann man ja nur für quadr. Matrizen bestimmen.

Aber ein LGS kann ja garkeine quadr. Koeffizientenmatrix besitzen, denn n Unbekannte bedeuten n Gleichungen, aber n+1 Reihen in der Matrix, oder?

Und den Rang zu bestimmen ist ja fast sinnlos (in der Schule), denn dann ist man soweit, dass man auch kurz zu Ende rechnen kann und sehen würde, dass es nicht geht (z.B. 2 = 1 erhält o.ä.)

air
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Eine LGS muss keine Quadratische Matrix haben. Aber warum sollten n Gleichungen n+1 Reihen geben? verwirrt
sqrt(2) Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Airblader
Aber ein LGS kann ja garkeine quadr. Koeffizientenmatrix besitzen, denn n Unbekannte bedeuten n Gleichungen, aber n+1 Reihen in der Matrix, oder?

Wir sprechen da immer von der linken Seite des LGS. (Diese verstehen wir außerdem als lineare Abbildung, das macht die Sache eigentlich erst interessant.)

Zitat:
Original von Airblader
Und den Rang zu bestimmen ist ja fast sinnlos (in der Schule), denn dann ist man soweit, dass man auch kurz zu Ende rechnen kann und sehen würde, dass es nicht geht (z.B. 2 = 1 erhält o.ä.)

Ja. Außer, dass man 2 = 1 nicht erhalten würde, sondern höchstens etwas wie 0 = 1.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Naja, die linken Seiten sind natürlich quadr. Aber mit rechter Seite eben (garantiert) nichtmehr.

Aber ich kann doch wohl kaum die Det. der linken Seiten bestimmen und daran die Lösbarkeit erkennen, oder? Dann ist die rechte Seite ja garnicht einbezogen.

air
mYthos Auf diesen Beitrag antworten »

@Air

wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil! Big Laugh

Zitat:
Original von mYthos
...
Oder man berechnet - wenn möglich (d.h. wenn so viele Gleichungen als Unbekannte vorhanden sind) - die Determinante aus den Koeffizienten der Unbekannten.
...


Die Werte der rechten Seite sind dann unerheblich, wenn bereits feststeht, dass die gegenständliche Determinante von Null verschieden ist.

mY+
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

D.h., dass wenn ich nur die linken Seiten d. LGS nehme - als Koeff.matrix augeschrieben - kann ich davon die Det. bestimmen und so eine Aussage über die Lösbarkeit machen?

Wenn ja, wunderts mich, warum mein Lehrer meinte, dass die Det. nicht hilft verwirrt

air
sqrt(2) Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Airblader
Aber ich kann doch wohl kaum die Det. der linken Seiten bestimmen und daran die Lösbarkeit erkennen, oder? Dann ist die rechte Seite ja garnicht einbezogen.

Das "ist" der Grund, dass du auch nicht sagen kannst, wie viele Lösungen es gibt, sondern nur, dass es nicht genau eine ist.

Der Punkt ist, dass diese linearen Abbildungen genau dann injektiv sind, wenn die Determinante 0 ist, d.h. es gibt nur dann, wenn es eine Lösung gibt, genau eine. Außerdem sind dann Injektivität und Surjektivität äquivalent, d.h. es gibt mit Sicherheit auch eine Lösung.

Man betrachtet also die Bilder der Abbildung auf der linken Seite und damit sozusagen alle rechten Seiten auf einmal.
mYthos Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Airblader
...
Wenn ja, wunderts mich, warum mein Lehrer meinte, dass die Det. nicht hilft verwirrt

air


Sagen wir, sie sie hilft nicht allein. Wenn sie nämlich Null ist, muss man ja die zwei möglichen Fälle

- unendlich viele Lösungen

- keine Lösung

untersuchen. Stichwort auch: Cramer'sche Regel. Dabei werden auch jene Determinanten berechnet, bei denen die Spalte der jeweiligen Unbekannten durch die Spalte der rechten Seite ersetzt wird!

mY+
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

@sqrt2: Da kommt zwar mathematisch was rein, womit ich momentan nicht klarkomme, aber ich verstehe den Gedanken dahinter.

Aber nur um es nocheinmal festzuhalten: Mit der Determinante der Koeff.matrix der linken Seiten des LGS kann ich zumindest sagen, ob das LGS genau eine Lösung hat, nämlich wenn sie ungleich 0 ist.

Ob sie keine oder unendlich Lösungen hat ist für mich momentan sowieso uninteressant Augenzwinkern

Edit: @mythos
Danke, werde danach mal suchen (gehört habe ich es schon). smile

air
mYthos Auf diesen Beitrag antworten »

Dann passt's!
Zieh' dir dennoch mal beizeiten den Cramer rein, er ist recht praktisch.

mY+
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Hab ich grad eben auf wiki gelesen.
Ist eig. sogar total einfach...aber wie es dort steht im Gegensatz zu Gauß etwas unpraktisch, da aufwendig.

Aber immerhin interessant, wenn man nur eine Variable bestimmen will Big Laugh Nein, ernsthaft .. gibt es Situationen, in denen Cramer doch vorteilhafter als Gauß wäre?

air
sqrt(2) Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Airblader
Nein, ernsthaft .. gibt es Situationen, in denen Cramer doch vorteilhafter als Gauß wäre?

Kaum.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Und warum ist er dann "praktisch" verwirrt Big Laugh

Interessant isses ja zumindest auf jeden Fall Big Laugh

air
Edit: Naja, ich muss nun eh mal zu Bett. Morgen steht ne Lateinarbeit an Big Laugh Bis morgen (früh Augenzwinkern ) !
sqrt(2) Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Airblader
Und warum ist er dann "praktisch" verwirrt Big Laugh

Weiß ich nicht. Für Rechner wäre es dumm, ihn zu implementieren, und für Menschen kann ich mir höchstens vorstellen, dass man bei einfachen 3x3-Systemen etwas schneller ist, aber das ist eigentlich nur Übungssache.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

In der Schule sind 3x3-System ja sogesehen garnicht so unselten. Werds mir jedenfalls mal merken smile

Naja, bin dann für heute mal weg (solange ich heute sagen kann Big Laugh )

air
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