Lehrer - wie sie in der Gesellschaft stehen - Seite 2

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AD Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von WebFritzi
Bleibt für mich noch die Frage, unter welchen Kriterien in die Gruppen eingeteilt wurde. War es Zufall, in welche Gruppe man kam, oder wurde man z.B. eher in die naturwissenschaftliche Gruppe (wenn es eine solche gab) gesteckt, weil man auf diesem Gebiet talentierter war?

Nein, das Einteilungsprinzip war deutsch bürokratisch nach Anfangsbuchstaben des Nachnamens:

1.Gruppe: A-M / 2.Gruppe: N-Z Big Laugh

Aber es war eh ein speziell auf Mathematik/Naturwissenschaften ausgerichtetes Gymnasium.
WebFritzi Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Abakus
Solange aus PISA und ähnlichen Studien nicht wirklich gute Ergebnisse herauskommen, werden Spitzenplätze für die Lehrer nicht erreichbar sein, denn dort wird "in einem gewissen Sinn" die Qualität unseres Schulsystems und damit auch der Lehrer gemessen.


Das sehe ich anders. Die Lehrer sind nicht verantwortlich für ein schlechtes Schulsystem. Desweiteren glaube ich nicht, dass die Lehrer heutzutage schlechter sind als vor 30 Jahren. Das miserable Abschneiden von Deutschland bei PISA hat meines Erachtens am wenigsten mit der Qualität der Lehrer zu tun. Die Ursachen sind meiner Meinung nach auch nicht im Schulsystem zu finden, sondern in der Gesellschaft an sich. Gerade heute habe ich wieder im Radio den Satz gehört: "Die Deutschen werden nach einer aktuellen Studie immer dümmer." Ich denke, das liegt einfach am Fernsehen. Dort läuft so viel volksverdummender Müll, dass es für mich teilweise kaum aushaltbar ist. Bildungssendungen in den dritten Programmen gibt es leider kaum noch oder gar nicht mehr. Die Schüler kommen (nach)mittags nach Hause und hocken sich erstmal vor den Fernseher, wo sie sich mit MTV (ein früher guter Sender), VIVA oder sonstigem Müll zudröhnen lassen. Da beide Elternteile arbeiten gehen (oder nur das eine, wenn die Eltern geschieden sind), wird dem Kind dieses Verhalten auch nicht untersagt. Die Eltern sind eh viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie sich auch noch darum kümmern könnten. Und wenn das Kind in der Schule nicht mehr mitkommt, dann ist halt der Lehrer schuld, wo wir wieder beim Thema sind...


P.S.: Einiges in diesem Beitrag ist ein wenig überspitzt zu sehen. Ich will damit nicht sagen, dass es in jeder Familie so läuft.
Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

Von Arthur Dent
Zitat:
was blieb war meist bloßes Vorrechnen an der Tafel, grauenhaft.


Eben... Und die Studien von vektorraum sprechen zumindest zweimal von Geschichtsunterricht. Da hatten wir einen sehr fähigen Dr. G., der im Vorlesungsstil ein sehr breites Wissen vermittelt hat. Zwischenfragen kamen sehr selten vor, wurden aber stets beantwortet.
Ich denke dass dieser Vorlesungsstil (oder eben hier das "Vorrechnen" in Mathe) bei jeder Teilnehmer Zahl möglich ist, während individueller Unterricht, der in Geschichte vielleicht nicht so sinnvoll wie in Naturwissenschaften ist, nur bei kleinen Gruppen möglich ist.

Von Pabene
Zitat:
Von 120 Schülern haben sich mal gerade 8 eingewählt, aber der Kurs findet trotzdem statt. Und wir im Kurs sind begeistert, wir haben ein extrem hohes Lerntempo, der Lehrer kann viel besser auf uns eingehen und wirklich jedes Problem erläutern, da es bei so wenigen Schülern weniger Probleme gibt, bleibt dafür mehr Zeit.


So schaut's nämlich aus! Das ist kein Einzelfall sondern eher die Regel bei kleinen Gruppen und nicht unfähigen Lehrern.
vektorraum Auf diesen Beitrag antworten »

@Zellerli: es geht um eine von mir zitierte Studien, die nicht Geschichtsvorlesungen bewertet, sondern Geschichtsunterricht in der Schule. Obwohl ich kein Verfechter des Geschichtsunterrichts bin, möchte ich meinen, dass in jedem Unterricht individueller Unterricht möglich ist. Auch in Geschichte wird nicht alles runtergebetet. Es ist nicht richtig was du schreibst, dass Naturwissenschaftsunterricht nur in kleinen Gruppen möglich ist.

Letztendlich will ich mit diesem Artikel nur folgendes zeigen: allein die Schuld (oder den s.g. Knackpunkt) auf die Klassengrße zu schieben, ist sehr einsichtig. Damit wird die Multidimensionalität von Schule nicht erfasst. Ich betone hier noch einmal die Menge an Einflussfaktoren, die auf und in die Schule wirken. Sicher sind überfüllte Klassen schlecht für das Lern- und Klassenklima. Doch da werfe ich weitere Fragen auf:

Auf Grundlage des derzeitigen Schulsystems ist aufgrund der finanziellen Misslage keine für alle Seiten günstige Lösung möglich. Welche Schule soll sich bitte Einzelunterricht (5 Personen pro Klasse für ein Lehrer) denn leisten??? Schule kann auch mit 25 Schülern funktionieren. Auch in einer Gruppe von fünf Leuten kann ein Störenfried die ganze Meute aufscheuchen und dann ist der Lehrer auch verloren.

Ich verweise dann außerdem auf das Schüler-Lehrer-Verhältnis: wie viele Schüler kommen statistisch auf einen Lehrer? Da schneidet Deutschland nicht schlecht ab, zur Spitzenposition gehört es aber auch nicht.

Bekräftigen kann ich auch Arthur, dass Unterricht in der Uni in Gruppen von 10 - 15 Personen am effektivsten ist - gegenteilig habe ich mich nicht geäußert.

Bezwecken sollte der Verweis auf diese (von vielen möglichen Studien) nur eins: Nur, weil jeder irgendwann mal in seinem Leben eine Schule besucht hat, heißt es noch lange nicht, dass man da auch viel zu sagen kann. Meist geschieht dies recht eindimensional aus der Schülerperspektive und meist (wie hier auch) wird auch gesagt: "Daran liegt es und nicht anderes ist der Fall." (Das ist jetzt übertrieben ausgedrückt). Um Schule erfassen zu können, muss man sich also der Einflussfaktoren bewusst werden. Jede Komponente ist mit einer anderen über viele kleine Zahnräder miteinander verbunden.

Ich denke, dass alle etwas leisten müssen um Schule wieder funktionieren zu lassen: die Lehrer, Eltern, Schüler, die "Bestimmer" (Kultusministerium und Regionalschulämter).

Jetzt einfach nur auf eine Reform des Schulsystems zu warten ist genauso unklug von der Regierung, da ein Schulsystem auch immer zur Einstellung der Menschen passen muss. Das als einziges Rezept bereitzustellen um das krankende Schulwesen zu gesunden, halte ich auch für falsch.

Wir werden sehen.
derkoch Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Arthur Dent

Wenn allerdings auf der einen Seite 35 Schüler sitzen, von denen ein großer Teil eher auf Konfrontation gebürstet ist, dann steht der Lehrer auf verlorenem Posten, soviel ist klar.


Da stimme ich dir vollkommen zu Arthur! Wink

Ich hattene Zeitlang an einer Realschule , im Sinne von unterrichtsbegleitend, Nachhilfestunden in Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern gegeben.

Da waren Gruppenstärken von 20-35 Schülern, wovon ca 30% , wortwörtlich dazu verdonnert wurden an diesem Unterricht teilzunehmen, da diese besagten Schülern im "normalen" Unterrich nicht mehr Schritt halten konnten und den Unterricht nur gestört hatten. Dieses Stören setzte sich wie ein roter Faden durch sämtlichen Fächern durch , in diesem Sinne denke ich kann ein Lehrer auch nicht viel entgegen setzen.

Ich habe allerdings auch ein anderes "bemerkendes" Phänomen festgestellt. Einige sehr "stille" Schülern im Kurs hatten extra noch an einer privaten Nachhilfeschule Unterricht genommen, wo sie allerdings einen Wissensstand weit über dem Durchschnitt, der in der Schule gelehrten Stoff , präsentierten.
Durch Gespräche , habe ich erfahren, daß diese Schülern nicht bereit waren ihr selbst erarbeitetes Wissen den anderen gegenüber zu teilen ( und im Unterricht mit zuarbeiten). Deshalb denke ich wenn ein Lehrer eine "Beurteillung" abgibt ist es sehr schwer zu differenzieren, für den Lehrer, ob ein Schüler wirklich ein Wissendefizit hat oder dieser einfach "keine Lust" hat oder sich nicht traut , daß was er /sie weiß preiszugeben.
Daher sollte man nicht allzu sehr auf den Lehrern rum hacken, sicherlich gibt es gute und weniger gute Lehrern, aber um im Leben weiter zu kommen gehört ne große Portion Eigeninitiative dazu, wie überall auch.
Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

Toll Augenzwinkern

Du musst genau lesen, was ich schreibe:

1. Du meintest:
Zitat:
es geht um eine von mir zitierte Studien, die nicht Geschichtsvorlesungen bewertet, sondern Geschichtsunterricht in der Schule.


Rede ich denn nicht von Gesichtsunterricht an der Schule wenn ich schreibe:
Zitat:
Und die Studien von vektorraum sprechen zumindest zweimal von Geschichtsunterricht. Da hatten wir einen sehr fähigen Dr. G., der im Vorlesungsstil ein sehr breites Wissen vermittelt hat. Zwischenfragen kamen sehr selten vor, wurden aber stets beantwortet.
?
Ist es technisch denn unmöglich, dass Lehrer einen Dr. haben und im "Vorlesungsstil" (also eine Art ununterbrochener Monolog ohne aktive Einbeziehung der Schüler) unterrichten?

2. Du meintest:
Zitat:
Es ist nicht richtig was du schreibst, dass Naturwissenschaftsunterricht nur in kleinen Gruppen möglich ist.


Habe ich nie behauptet mit meiner Aussage:
Zitat:
Ich denke dass dieser Vorlesungsstil (oder eben hier das "Vorrechnen" in Mathe) bei jeder Teilnehmer Zahl möglich ist, während individueller Unterricht, der in Geschichte vielleicht nicht so sinnvoll wie in Naturwissenschaften ist, nur bei kleinen Gruppen möglich ist.

Nochmal in einfachen Sätzen:
Das bloße Vorrechnen und ein "vorlesungsartiger" Unterricht geht quasi unabhängig von der Schülerzahl.
Individuellerer Unterricht geht nur in kleineren Gruppen.
Individuellerer Unterricht macht meiner Meinung nach mehr Sinn bei Naturwissenschaften, als z.B. bei Geschichtsunterricht.

Außerdem geht es ja nicht um "Wie sieht der effektivste Unterricht aus" sondern um "Lehrer - wie sie in der Gesellschaft stehen". Und da hatten wir den Erziehungsauftrag (z.B. in der GSO verankert) und kamen dann über ein immer häufigeres Versagen der Eltern zu der Unmöglichkeit, dass Lehrer dies ausgleichen könnten (wegen mangelnder pädagogischen Ausbildung und eben auch mangelnden Möglichkeiten).
 
 
vektorraum Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:

Ist es technisch denn unmöglich, dass Lehrer einen Dr. haben und im "Vorlesungsstil" (also eine Art ununterbrochener Monolog ohne aktive Einbeziehung der Schüler) unterrichten?


Das ganze nennt man dann auch "Lehrervortrag" in der Fachwelt. Vorlesungsstil impliziert Universität Augenzwinkern

Zitat:

Nochmal in einfachen Sätzen:
Das bloße Vorrechnen und ein "vorlesungsartiger" Unterricht geht quasi unabhängig von der Schülerzahl.
Individuellerer Unterricht geht nur in kleineren Gruppen.
Individuellerer Unterricht macht meiner Meinung nach mehr Sinn bei Naturwissenschaften, als z.B. bei Geschichtsunterricht.


Ach vielen Dank Zellerli, das hätte ich nie verstanden wenn du es nicht nochmal einfach formuliert hättest böse

Was soll denn die Steigerung von individuell sein? Individuellerer denke ich schon mal nicht.

Was heißt bei dir eigentlich individueller Unterricht? Wenn jeder Schüler einen eigenen Lehrer bekommt? Ich schließe dort auch die Arbeit mit Mitschülern ein. Diese kann auch sehr ergiebig und effektiv sein, und kann nur vom Lehrer gesteuert sein und überwacht werden. Da kommt im Idealfall auch individuelle Förderung zu Stande.

Der Rest ist deine eigene Meinung, da verweise ich mal ganz diskret auf Geschichtsvorlesungen und Seminare, in denen auch gut und gerne 50 Leute sitzen können. Dann führe dort mal eine anständige Diskussion.
WebFritzi Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von vektorraum
Was soll denn die Steigerung von individuell sein? Individuellerer denke ich schon mal nicht.


Zellerli wollte sowas wie "doofer Kerl" steigern. Ich denke, dass "dooferer Kerl" nicht korrekt ist. Man muss da schon "ein Kerl, der doofer ist als..." sagen. Oder? verwirrt
Frooke Auf diesen Beitrag antworten »

Da es sicherlich Konstrukte gibt, bei denen eine Steigerung von individuell Sinn ergibt, plädiere ich hiermit für "individueller" - aber es lassen sich eben nicht alle Adjektive steigern (tot, ideal, optimal) smile ...

Sonst geht auch: Noch individueller Unterricht - in diesem Fall... Aber individuellerer??? Hammer
WebFritzi Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Frooke
Sonst geht auch: Noch individueller Unterricht


Wenn das eine Steigerung sein soll, macht das keinen Sinn.

EDIT: Aber lasst uns doch zurück zum Thema kommen, bitte. Augenzwinkern
Frooke Auf diesen Beitrag antworten »

Nun ja, ich hab das ohne Kontext hingeschrieben - mein Fehler... Aber das liesse sich so ähnlich schon umschreiben. However. Eigentlich ist es mir ja egal... Back to topic.
Bert Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Frooke
Back to topic.


Lehrer sind wie alle Menschen - bunt. Auch ich hatte ein paar schlechte Lehrer, aber die habe ich längst vergessen; an meine Schulzeit denke ich gern zurück, ich mochte die Schule und auch die meisten Lehrer. Dennoch, die Mehrheit meines Wissens habe ich nicht aus der Schule - und so sehe ich die Schule auch heute. smile

Die Enttäuschung vieler Schüler und Eltern entspringt ihren falschen Erwartungen; man erwartet von einem Lehrer, daß er ...
Aber, wo bleiben die Eltern? Wie viele Stunden verbringen die Eltern mit ihren eigenen Kindern? Worüber sprechen sie mit ihnen? Was bringen sie ihnen bei?

Wie sehr ich es begrüße, daß die Bildung jedem zugänglich (geworden) ist, so sehe ich in der Schulpflicht einige Gefahren:
1) viele Eltern mißverstehen die Schulpflicht als Entlastung aus der eigenen Verantwortung, ihre Kinder zu bilden
2) viele Kinder verlieren in der Schule kostbare Zeit mit Nichtstun
3) viele Kinder werden "dirigiert" und lernen es nicht, selbständig zu werden und die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen

Insbesondere dem Punkt 3) begegne ich sehr oft - junge Studenten, Mitte Zwanzig, und sie suchen immer noch nach einer Hand, an der sie sich festhalten können ... Literaturrecherche, Versuchsplanung und -durchführung, Ergebnisanalyse ... ist das Mindeste, was sie beherrschen müssen, und gleichzeitig das Häufigste, was sie zum Verzweifeln bringt: "so was habe ich doch noch nie gemacht ..."

Tja, liebe Eltern, ich erwarte von euren erwachsenen Kindern, daß sie selbständig sind; daß sie sich trauen, die Dinge selbst auszuprobieren; daß sie ihre eigenen Fehler machen dürfen, über die wir dann sachlich und in Ruhe diskutieren können; daß sie lernen, wie man es selbst besser macht, und nicht immer nur zugucken, wie andere was machen ...
Aber damit müssen sie anfangen, noch bevor sie in den Kindergarten gehen, denn mit fünfundzwanzig ist es bereits zu spät.
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