Mathe?!?! Wozu braucht man denn das? - Seite 2

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Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

HAL 9000:
Zitat:
Am schlimmsten ist natürlich die Kombination Banker + Mathematiker


Jop. Die Mathematiker sind nicht die skrupellosesten Banker, aber haben durch ihre Fähigkeiten das größte Schadpotential.

In der Statistik hab ich gehäuft das Vergnügen fasziniert und zugleich geschockt das Phänomen zu beobachten, wenn aus einer Person, die ich als einen netten und empathiefähigen Menschen kennen gelernt habe ein hocheffizientes Werkzeug des unregulierten internationalen Kapitalismus wird.
Beim Erzählen von Strategien und persönlichen Errungenschaften sehe ich dann in den Augen dieser menschenverachtenden (weil Menschen für Geld in Elend und Tod treibenden) Mathematiker manchmal das selbe Strahlen, wie es alle Naturwissenschaftler haben, wenn sie von einer kompliziert erreichten Problemlösung berichten.
Das bedeutet für mich, dass da kein Funke der Reue drin steckt. Kein Gewissen, keine Stopp-Zeichen. 100% Hingabe für die Aufgabe.

Es sind ja nur ein paar Klicks mit denen man Milliarden gegen ein instabiles südamerikanisches Land wettet und damit seinen Zinssatz in die Höhe und sein Volk in die Armut treibt.
Mit ein paar Klicks erhöht man den Reispreis um einen Cent. Was kostet das? 1000? 10000 Menschenleben? Wie im Krieg, wo jede Meile Frontverschiebung Menschenleben kostet.
Die Arbitrage im Hochfrequenzhandel wird sogar ohne Klicks vollautomatisch abgeschöpft.
Und das ganze ist nichtmal besonders anspruchsvoll. Im Grunde kann man das nach vier Semestern Finanzmathe.

Aber um mal zurück zum Thema zu kommen, wie man Nicht-Mathematikern erklärt, was wir machen: Die skrupellosen Finanzjongleure. Das sind oft Mathematiker.
leoclid Auf diesen Beitrag antworten »

Ich persönlich studiere Mathe noch nicht, habe das aber aufjedenall vor.

Auch ich kenne das Problem, genauer gesagt mehrere Probleme:

1. Mathematik ist ein (leider) NERD-GEBIET
In den Ferien habe ich 2 Klassenkameraden auf unserem Dorffest getroffen und der fragte mich sofort: "Nach, hast du in den Ferien schon ein bisschen Mathematik gemacht? " Dazu kamen Lacher von allen. Ich fragte zurück: "Und hast du in den Ferien schon Sport gemacht?" Darauf er wieder: "Ja, ..." Ich wieder: "Sport ist ein Schulfach - Mathe ist ein Schulfach , und natürlich hab ich in den Ferien schon einbisschen Mathe gemacht" Darauf kam wieder Gelächter smile . Es ist leider so, dass Mathe als Nerd-Gebiet gilt. Wenn jemand in seiner Freizeit Sport macht, ist das ganz normal, wenn jemand Musik macht, ist das okay. Ein paar aus meiner Klasse erzählen ab und zu das sie Englische Bücher lesen - auch darüber lacht niemand. Wenn jemand in seiner Freizeit programmiert - findet die Meisten das auch ziemlich cool. Aber wehe ist macht jemand Mathe - Das ist überhaupt nicht Normal.


2. An Mathematik besteht kein Populärwissenschaftliches Interesse
Im TV laufen Tierdokus, Physikdokus, Geschichtsdokus, ab und zu auch Chemiedokus, viele Geo-Dokus, aber außer dem Telekolleg Mathematik und Mathe zum Anfassen (was beides sehr selten kommt) gibt es nichts über Mathe - viele mögen denken das Mathe für so etwas zu kompliziert ist - aber gerade so Bücher wie Simpsons und die Mathematik beweisen doch das Gegenteil.


3. Die Leute haben die falsche Vorstellung von Mathematik:
Die meisten denken, das Mathematik Rechnen ist (der Satz kam jetzt in diesem Thread schon 10000 mal) Und den Leuten zu erklären, dass das nicht so ist, ist ziemlich schwer. Und viele mit denen ich mich darüber unterhalten habe, wollten wir zu erst nicht glauben dass man mathematische Sachverhalte beweisen kann (muss) und dass es unbewiesene Mathematische Probleme gibt.

Und jetzt zu dem was ich darauf antworte :"Was du willst du Mathe studieren" Dazu kommt ja meistens noch "Warum das - keine Hobbys?"

Was ich dann antworte ist:

Wenn ich davon ausgehe das sich die Person überhaupt nicht dafür interessiert und nur über mich herlästert
:"Einstiegsgehälter im Bereich von 40.000 Euro - Noch Fragen?"

Und wenn die Person sich vlt. dafür interessiert erzähle ich ein paar kleine mathematische Anekdoten - ich hab mir da ein paar Standartsachen zurechtgelegt, bei denen die meisten sogar zuhören
Jayk Auf diesen Beitrag antworten »

Folgendes ist mir kürzlich passiert: "Was studierst du eigentlich?" "Physik." Stöhnen. "Na ja, wenigstens kein Mathe." smile

leoclid, warum ist dir wichtig, was deine Klassenkameraden über dich denken? Glaubst du, die wollen dich verstehen? Die wollen bloß ihren Spaß haben! Im Studium wird das besser. Das soll nicht heißen, dass dort alle verrückt wären, nur, dass es Verrückte gibt. Big Laugh

Ach ja: Das Argument "Mathe ist ein Schulfach, Sport ist ein Schulfach" ist einfach zu tiefsinnig. Denn dann denken sie: "So ein Blödsinn, Sport ist zwar ein Schulfach, aber dass ich Sport mache, hat doch damit nichts zu tun!" Denen muss man sicher jedes oBdA dreimal erklären, sie erkennen die Symmetrie des Problems einfach nicht. Zu mathematisch...
Bernhard1 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Abakus
Die Karre haben ganz andere in den Dreck gefahren.

Das ist eine ziemlich unsinnige Bemerkung, denn die Zeche zahlt ja doch der "kleine" und treue Arbeiter.
Gast11022013 Auf diesen Beitrag antworten »

Folgendes ist mir kürzlich passiert:

Mutter: Was machst du noch mal als Nebenfach?

Ich: Logik.

Mutter: Ah schön, das ist das was wir letztens gemacht haben.

Ich: Ja.

(Wir hatten letztens so billige Rätsel in einer Fernsehzeitung gelöst.)
Bernhard1 Auf diesen Beitrag antworten »

Stimmt. Wer nur Hotel Mama kennt, läßt die Politik vermutlich gerne auch mal "außen vor" Wink .
 
 
10001000Nick1 Auf diesen Beitrag antworten »

Die Frage, was ich später mal mit Mathematik machen möchte, kenne ich auch zur Genüge (und fast alle fragen erst mal, ob ich Lehrer werden möchte...).

Letzte Woche war ich mit meinen Eltern im Urlaub und hatte ein Buch über Differentialgeometrie dabei. Mein Vater sieht das Buch, guckt es sich an, blättert es durch (wie zu erwarten war, sehen die Formeln, Gleichungen, Symbole usw. für ihn aus wie Hieroglyphen und auch solche Fremdwörter wie "Isometrie" oder "Theorema Egregium" machen es dann nicht besser Augenzwinkern ), und dann seine Kommentare: "Und wozu braucht man sowas? Musst du sowas machen? Lern' doch was Vernünftiges, womit du später auch Geld verdienen kannst."
Dass ich sowas einfach deswegen lerne, weil ich es interessant finde, hat er wohl nicht verstanden und wird es auch nie wirklich verstehen. Auch meine Erklärungsversuche, wozu man Differentialgeometrie braucht, waren ziemlich erfolglos. Z.B. gibt es in dem Buch einen Abschnitt über Kartographie. Ich habe zu ihm gesagt: "Ohne Kartographie wären wir jetzt gar nicht hier im Urlaub, weil du keinen Atlas hättest und nicht wüsstest, wie du hierher kommst." Seine Antwort: "Na und, es gibt doch genug andere Leute, die das machen, da musst du das nicht auch noch lernen."

Wenigstens meine Schwester (die jetzt in die 9. Klasse kommt und sonst immer genervt ist, wenn ich anfange, von Mathematik zu reden) konnte ich etwas für Mathematik begeistern: Ich habe ihr etwas über die Collatz-Vermutung erzählt und sie schien ziemlich begeistert und hat gleich mal die Vermutung anhand des Startwertes 1234567890 überprüft (mit dem Taschenrechner auf ihrem Handy). Big Laugh
leoclid Auf diesen Beitrag antworten »

Man kriegt halt den "Aberglauben" nicht weg, dass Mathematik Rechnen ist.
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