Probleme mit Studium

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katatonie Auf diesen Beitrag antworten »
Probleme mit Studium
Hallo!

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich ein Thema dazu (in diesem Forum) verfassen soll, aber es muss einfach raus und ich brauche Hilfe/Meinungen/Erfahrungen/Tipps.
Der Text wird wohl recht lange...wer nicht alles lesen will, soll es auch nicht tun. Augenzwinkern


Ich bin einer der vielen Mathematikerstsemester und bin von dem Studiengang bzw. dem Stoff nicht überrascht, da ich mich schon vor Studienbeginn informiert und in div. Bücher hineingeschaut habe.
Diesen "Erstsemesterschock" gab es also nicht wirklich, da ich ungefähr wusste, was auf mich zukommt.

Trotzdem komme ich im Moment nicht zurecht...ich bin nicht in der Lage zu beurteilen, ob ich mathematisch begabt oder nicht begabt bin; mein Interesse für die Mathematik kam erst nach dem Schulabschluss auf, und ich habe mich auch oft mit Dingen beschäftigt, die mit Mathematik zu tun hatten und war der Mathematik alleine schon deshalb nicht abgeneigt.
Nun habe ich vor gut einem Jahr schon ein Mathematikstudium begonnen, hatte zu dieser Zeit allerdings recht starke psychische Probleme, sodass eine Weiterführung des Studienganges nicht möglich war...ich habe ziemlich rasch den Studiengang gewechselt, aber auch da gingen die Probleme nicht weg; diese hatten also nichts mit dem Studium bzw. dem Mathematikstudium zu tun.
Daraufhin habe ich das Studium abgebrochen und ein halbes Jahr lang gejobbt, um im Wintersemester, an einem anderen Ort, das so lange angestrebte Mathematikstudium neu zu beginnen.

Und hier sitze ich jetzt...die Probleme sind wieder die gleichen. Ich weiß nicht, ob es an dem Studiengang liegt, bzw. ob ich jetzt schon sagen kann, dass das Mathematikstudium nichts für mich ist.
Ich muss sagen, dass cih schon nach den ersten Tag wieder diese Demotivation verspürt habe und mir bewusst bin, dass ich viel zu wenig lerne/gelernt habe und angst habe, schon jetzt den Anschluss verpasst zu haben.
Ich weiß eben nicht, wie lange ich es versuchen soll ,wann ich einen Schlussstrich ziehen soll oder was klare Anzeichen dafür sind, dass dieser Studiengang nichts für mich ist.
Dass ich jetzt so hinterhänge und große Probleme mit den Übungsblättern habe liegt daran, dass ich einfach kaum lerne...dessen bin ich mir bewusst; das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich nicht weiß, wie ich am besten Lernen soll und besonders jetzt, da der Stoff natürlich immer mehr wird, wird es auch immer schlimmer für mich.
Ich sollte in diesem Moment eigentlich lernen was das Zeug hält.

Gleichzeitig denke ich auch immer wieder, ob ich abbrechen bzw. mich umschreiben soll. Es geht dabei allerdings weniger direkt um mich, sondern viel mehr um Angehörige, die ich nicht enttäuschen will.
Da ich schoneinmal ein Mathematikstudium angefangen, dann abgebrochen und jetzt wieder angefangen habe, wäre es umso unverständlicher für meine Eltern, wenn ich erneut abbrechen würde, v.a. weil ich immer wieder beteuert habe, dass die Mathematik das richtige für mich ist und ich das unbedingt machen will.
Sie ermöglichen mir ja das Studium und ich will sie weder enttäuschen noch will ich, dass sie noch mehr Geld in verschwendete Semester investieren und ich noch mehr Zeit dabei verliere.


Im Prinzip muss ich mich jetzt also entweder "durchbeissen" und es irgendwie schaffen, den Stoff nachzuholen, sodass ich richtig und ohne Probleme studieren kann oder eben herausfinden, ob das Studium nun etwas für mich ist oder nicht und dann gegebenenfalls in den sauren Apfel beissen und alle, besonders meine Eltern, enttäuschen...was mir auch sowieso äußerst peinlich wäre.

Wie ich diesen ganzen Stoff aufarbeiten soll, weiß ich allerdings auch nicht...ich will endlich anfangen, richtig zu lernen...
jama Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Probleme mit Studium
Lieber Student,

hat Dein Nickname etwas mit Deinen Problemen zu tun?

Grüße,

Jama
 
 
katatonie Auf diesen Beitrag antworten »

Nein...
mYthos Auf diesen Beitrag antworten »

Es ist ein oft strapaziertes Sprichwort, das ich jedoch hier zitieren will: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende".

So wie die Dinge jetzt liegen, leidest du offenbar unter großem Leistungsdruck, hast Angst, deine Umwelt/Eltern zu enttäuschen und bist dir seit langem selbst nicht mehr sicher, ob dieses Studium der richtige Weg für dich ist. Aus diesem Grund kannst du dich womöglich nicht aufraffen, dich endlich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Oder es bemächtigt sich deiner eine allgemeine Schwäche bzw. Demotivation, wenn es ums Lernen, "Studieren" im eigentlichen Sinne, geht. Es wäre klar angezeigt, hier und jetzt bei dir im Innersten eine Art Standortbestimmung durchzuführen; deine Grenzen auszuloten, Wünsche hinsichtlich Lebenssinn und Beruf abzustecken, darüber nachzudenken, welche Begabungen du hast und was du dir wirklich zutraust, ohne Zureden oder Versprechungen an und von anderer Seite anzunehmen oder abzugeben.

Dir muss klar werden, dass du selbst der Steuermann deines weiteren Werdeganges bist und nicht deine Eltern. Wenn sie verständnisvoll genug sind, werden sie deinen Wunsch nach selbstständiger Gestaltung deines Lebensweges respektieren und dir weiterhin hilfreich zur Seite stehen. Andernfalls musst du dich - physisch und psychisch - mehr oder weniger lösen und diesen Weg eben autark gehen, anstatt dein Leben weiterhin von Unsicherheiten bestimmen zu lassen.

Viel Glück!

mY+
katatonie Auf diesen Beitrag antworten »

Vielen Dank für diese Antwort. Ich glaube, dass meine Situation damit auch recht gut zusammengefasst wurde.

Mein Problem ist eben, dass ich mir eigentlich keinen Studiengang als Alternative denken kann...zumindest nicht im Moment.
Mathematik war ja auch schon vor einem Jahr meine erste Wahl.

Je früher ich mich entscheide, desto besser; allerdings besteht auch bie anderen Dingen wieder die Angst, dass ich wieder dieselben Probleme bekomme und ich kann schließlich nicht ewig lange herumsuchen sondern muss auch einmal etwas durchziehen.

Ein großes Problem ist jetzt natürlich, dass cih recht viel Stoff nachholen muss, weil ich einfach viel zu wenig getan habe und jetzt gar nicht weiß, wo ich anfangen soll...v.a. weil ja auch regelmäßig wieder neuer Stoff dazukommt.

Würde ich hunderprozentig wissen, dass ich mathematisch absolut nicht begabt bin, dann würde ich das Studium natürlich sofort abbrechen...leider kann ich das aber nicht beurteilen.
Ich weiß ja auch nicht, woran man das erkennen könnte.

Von anderen Bereichen weiß ich allerdings ganz sicher, dass ich recht begabt bin...diese Bereiche habe ich aber als Studiengang nie in Erwägung gezogen bzw. wollte nichts in dieser Richtung beruflich machen.

Dass meine Eltern mich weiterhin unterstützen würden weiß ich auch ganz sicher. Allerdings weiß ich trotzdem, dass sie enttäuscht wären und auch ich würde mich selbst auch enttäuschen.

Glücklich bin ich mit der jetzigen Situation aber keineswegs, wobei ich nicht weiß, ob es an dem Studiengang liegt oder an der Gesamtsituation.
Am Studiengang könnte es natürlich schon auch liegen, da ich bei einem leichteren, weniger aufwändigen Studiengang nicht so unter Druck stehen und mir selbst permanent Stress machen würde.
Andererseits ist die Gesamtsituation wieder eine ähnliche wie letztes Jahr...ich hänge an meinem zuhause, würde auch lieber zuhause wohnen und führe eine Fernbeziehung.


Option wäre diesebezüglich natürlich ein Studium an der Fernuniversität...ob das für mich empfehlenswert ist, weiß ich aber nicht.


Ehrlichgesagt habe ich auch hauptsächlich wegen der finanziellen Investitionen meiner Eltern ein schlechtes Gewissen.
Wenn ich Zeit verliere usw. ist das meine Sache, aber wenn meine Eltern unentwegt Geld in meine Ausbildung stecken und ich diese nicht beende, dann ist das eine unnötige Belastung für sie und irgendwie auch ein "schmarotzen" meinerseits.
mYthos Auf diesen Beitrag antworten »

Ich glaube das Problem darin zu erkennen, dass du einfach nicht den Sprung "ins kalte Wasser wagen willst. Du möchtest deinen Pelz gewaschen bekommen, aber dabei nicht nass werden. Im angenehmen Zuhause lebt es sich wie in einem Kokon und du willst dies eigentlich nicht so schnell ändern.

Und nun, weil dir kein alternatives, "besseres" Studium einfällt, im zweiten Anlauf wiederum Mathematik zu studieren, das kann schon mal absolut keine gute Ausgangssituation sein. Dass sich in der Zwischenzeit viel Stoff angesammelt hat, sollte allerdings nicht den Ausschlag geben. Denn du kannst ja im Prinzip jedes Jahr neu anfangen. Müsstest natürlich dann wieder mal einige Zeit jobben.
Oder doch auch ein Fernstudium ins Auge fassen, welches in deiner Situation durchaus sehr von Vorteil sein könnte. Denn dabei lernst du stressfrei zu Hause und kannst dir alles selbst einteilen und bestimmen. Allerdings muss man dabei den erhöhten Kostenfaktor berücksichtigen, denke ich mal.

Du weisst, wo deine Begabungen liegen, willst aber keinen dahingehenden Berufgsweg einschlagen. Warum eigentlich nicht?

Um dein Potential für Mathematik abzuklären, könntest du dich mal einem Eignungstest unterziehen, ich glaube, dass das BFI (Berufsförderungsinstitut) oder andere Institutionen so etwas anbieten.

Das ist natürlich alles nur meine unmaßgebliche Meinung. Es wird auch interessant sein, was die anderen Leser hierzu sagen.

mY+
Iridium Auf diesen Beitrag antworten »

Hallo,

Ich habe zwar nicht Mathematik studiert, sondern eine Naturwissenschaft, aber vielleicht kann ich einiges allgemeines zu dem Thema beisteuern.

Ich habe selbst mein Studium auch erst mal angefangen, mit dem Gedanken, daß ich keine zwei Semester überlebe. Meine Entscheidung war zwar auch irgendwie alternativlos, aber trotzdem hab ich mich weder für besonders qualifiziert noch für besonders motiviert gehalten. Ich war eher sogar enttäuscht, weil der Stoff der ersten Semester irgendwie so langweilig grundlegend war, nichts von dem, was einen vielleicht dazu motiviert hat, das Fach zu studieren. Faul war ich auch, insofern ich nicht regelmäßig alle Vorlesungen besucht habe und auch nicht die freiwilligen Übungszettel gelöst habe...die verpflichtenden habe ich ziemlich lustlos abgearbeitet. Nun ja, ich habe jedenfalls noch lange geglaubt, das jedes neue Semester das letzte ist, und heute steh ich vor der Promotion :-).

Was ich dir deshalb raten möchte:

1) Nimm erst mal nicht alles so ernst...auch wenn du zwischendurch mal in einen Rückstand gerätst, heißt das nicht, daß gleich alle Chancen vertan wären. Vieles von dem Stoff, der einem beim ersten Mal entgeht, kommt in irgendeiner Form (meistens aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, auf abstrakterem Niveau etc.) noch mal wieder.

2) Vergiß außerdem, daß man alles nur durch viel Lernen schaffen können sollte. Fleiß ist nicht unwichtig, aber definitiv nicht das wichtigste an der Uni. Irgendwann stellt man z.B. fest, daß man mit den in der Schule gelernten Lern- und Arbeitsmethoden an der Uni sehr oft nichts anfangen kann...man kann eben nicht alles im Detail rausschreiben und lernen, bei dem Stoffumfang...auch wenn man es immer mal wieder versucht (ich spreche aus Erfahrung).

3) Was dagegen wichtig ist, ist eine gute Auffassungsgabe und daraus resultierend ein Verständnis der Dinge, die man da macht...das ist wirklich entscheidend.

4) Und es sollte einem Spaß machen. Ich hab mir da spaßeshalber immer gesagt, das, wenn ich morgens über das Studium fluche (ich bin Langschläfer) alles ok ist, das, wenn ich aber abends darüber fluche, ich mir mal Gedanken machen sollte.

5) Ich sehe solange kein Problem für dich, solange du mit deinen Kommilitonen in etwa demselben Rhythmus voranschreiten kannst. Auch ein paar verbockte Klausuren sind vollkommen ok, solange man die Nachschreibeklausuren oder -kolloquien in endlicher Zeit besteht. Die Leute, die in meinem Studiengang quittieren mussten, mussten dies, weil sie immer weiter und massiv zurückgefallen sind, weil sie bestimmte Hürden auch mehrfach nicht genommen haben. Dagegen gab es auch einige, die für eine bestimmte Zeit mal nicht so gut waren, dann aber, nach einem Semester oder zwei, den Anschluß wieder gefunden haben. Wenn du aber im vierten Semester sein solltest und feststellst, daß dir noch Scheine aus dem ersten Semester fehlen (sofern das bachelor und master mäßig überhaupt noch geht), dann wär es zumindest Zeit mal nachzudenken. Erfahrungsgemäß sagen einem die Profs oder Assistenten in den seltensten Fällen, daß man nicht geeignet ist, oder wenn, dann nach zu langer Zeit. Auch wenn ich nicht für das Turbostudium bin, sollte man in etwa den Zeitplan des Durchschnittsstudenten einhalten können (hängt vom Fach und von der Uni ab). Weicht man extrem davon ab, empfiehlt sich eine kritische Begutachtung der eigenen Interessen. Wie schon unter 2) gesagt...Fleiß allein rettet nichts...man tut sich selbst keinen Gefallen, wenn man ständig überfordert ist und andauernd frustriert über den ausbleibenden Erfolg.

Schließlich:

6) Alle gutgemeinten Ratschläge von anderen sind nett und bedenkenswert, im Zweifel aber unwichtig. Genauso die Sorgen deiner Eltern, die Meinung deiner Freunde oder Kommilitonen etc. Für mich bedeutet Uni und Studium so oder so auch ein Prozeß des Erwachsenwerdens, der Persönlichkeitsbildung. Und in diesem Punkt sollte man immer zuerst auf sich vertrauen, auf die eigene Logik oder das eigene Bauchgefühl. Wie gesagt, nicht völlig blind für das, was andere sagen...aber immer selbstbestimmt entscheidend.

So...vielleicht findest du das ein oder andere interessant oder hilfreich. Würde mich freuen. Wünsch dir das Glück die richtige Entscheidung zu treffen. Gruß.
Dual Space Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Iridium
4) Und es sollte einem Spaß machen. Ich hab mir da spaßeshalber immer gesagt, das, wenn ich morgens über das Studium fluche (ich bin Langschläfer) alles ok ist, das, wenn ich aber abends darüber fluche, ich mir mal Gedanken machen sollte.


Bingo. katatonie, du versuchst verbissen herauszufinden, wo deine Begabungen liegen und ob du mathematisch begabt bist. Warum fragst du dich nicht lieber was dir Spaß macht?

Macht es dir Spaß ein in der Vorlesung bewiesenes Theorem herzunehmen und selber zu versuchen es "frei Hand" zu beweisen? Hast du manchmal ein Vermutung über ein mathematisches Resultat von deren Richtigkeit du überzeugt bist und über Tage und Wochen versuchst dieses zu beweisen; immer diese Idee im Kopf; nachts aufwachen mit einem nächsten kleinen Puzzelteil; am nächsten Morgen deprimiert feststellen, dass dich das keinen Funken weiterbringt. Nach ein paar Wochen hasst du diese Vermutung abgrundtief, wie auch die Mathematik. Doch am nächsten Tag gelingt dir wieder was, und aller Hass schlägt in feurige Liebe um.

Für mich bedeutet Mathematik "Leidenschaft", und diese Leidenschaft treibt mich von Erkenntnis zu Erkenntnis.

Denk mal drüber nach. Augenzwinkern
katatonie Auf diesen Beitrag antworten »

Danke für die tollen Antworten!



@mythos:

Damit, dass mir kein alternatives Studium einfällt, wollte ich nur sagen, dass ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann, etwas anderes zu studieren.
Was mich an Mathematik reizt ist auch das Niveau, also, dass es anspruchsvoller ist als viele Studiengänge.

Im musikalisch-künstlerischen und sprachlichen Bereich bin ich ganz klar überdurchschnittlich begabt (da wurde mir einiges in die Wiege gelegt und ich habe auch schon sehr früh angefangen, in diesem Bereich aktiv zu sein); allerdings würde mich ein "Sprachenstudium" nicht reizen, weil es wahrsch. zu einfach wäre und ich mir auch keinen Beruf in diesem Bereich vorstellen kann.
Das Studium eines Musikinstruments wäre da wieder naheliegender, da ich dafür schon viel meiner Freizeit verwende und Musik im Grunde auch nichts anderes als Mathematik ist (übrigens auch ein Grund, warum mich Mathematik interessiert).

Dass ich jedes Jahr neu anfangen kann, ist mir klar. Allerdings habe ich ja eben schon ein Jahr verloren und Mathematik kann man meist nur im Wintersemester anfangen...d.h., dass ich wieder ein Jahr verlieren würde. Ganz abgesehen davon sind die (hohen) Studiengebühren für dieses Semester auch schon bezahlt und eine Wohnung gemietet.



@Iridium:

Danke! smile
Mir ist klar, dass ich nicht der einzige bin, der gerade jetzt Probleme (aus welchen Gründen auch immer) hat.
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass den Anschluss verpasst zu haben nicht das Resultat meiner mathematischen Unfähigkeit o.ä. ist, sondern dass ich bis jetzt einfach viel zu wenig getan habe.

Das Problem ist viel mehr, dass ich einfach nicht weiß, wo ich jetzt anfangen soll, wie ich den Stoff aufarbeiten soll usw.
Es ist schon recht viel und ich denke es wäre am besten, wenn ich den Stoff von der ersten Vorlesung bis zur aktuellen Vorlesung komplett durcharbeiten würde. So dass ich wirklich jedes Detail verstanden habe...denn der neue Stoff baut auf altem auf und mir ist schon aufgefallen, dass man bei den Ü-Aufgaben gar nicht erst anfangen kann, nachzudenken und Lösungsstrategien zu entwickeln, wenn einem einfach die Werkzeuge, also Begriffe und Definitionen fehlen, die dafür nötig sind.

Ich sollte mir am besten einen Plan erstellen, den ich dann diszipliniert durchziehe und bis zu einem bestimmten Datum eben den Stoff nachgeholt habe...das sollte natürlich ziemlich rasch gehen, da auch immer wieder Stoff dazukommt und ich jetzt noch schneller vorankommen muss, als die Professoren in der Vorlesung.

Welcher Zeitraum dafür realistisch ist, weiß ich nicht...wird wohl auch bei jedem unterschiedlich sein; aber ich sollte eigentlich schon jeden Tag wenigstens eine Vorlesung nachholen können...oder besser zwei.



@dualspace:

Auch dir vielen Dank!
Prinzipiell macht mir das Saß...nur hört der Spaß eben auf, wenn einem (wie schon oben erwähnt) die Werkzeuge (also Definitionen etc...Theoriewissen) fehlen, überhaupt "mitzumachen", also nachzudenken und darüber zu grübeln.

Es hängt wohl auch von der Anzahl der Erfolgserlebnisse ab. Augenzwinkern
riwe Auf diesen Beitrag antworten »

ohne fleiß kein preis smile

per aspera ad astra

arbeit und fleiß, das sind die flügel,
sie führen über strom und hügel.

fleiß bringt brot, faulheit not.

fleiß ist des glückes vater.

.............
Abakus Auf diesen Beitrag antworten »

Der einzige Student mit solchen Problemen bist du garantiert nicht, das trifft viele oder sogar alle.

Die Schwierigkeit liegt darin, möglichst effizient zu lernen (das ist eine Frage der Lerntechnik und der inneren Einstellung), also wirklich was zu schaffen und nicht nur im Schneckentempo fortzuschreiten.

Eine Möglichkeit hier ist, einmal verschiedene Lerntechniken/-strategien auszuprobieren (dazu gibt es Bücher, in denen sowas drinsteht). Die innere Einstellung und damit auch deine Motivation musst du selbst entwickeln.

Grüße Abakus smile
katatonie Auf diesen Beitrag antworten »

@Abakus:

Welche Lernmethoden haltest du denn für Mathematik am geeignetsten?

Ich dürfte alle kennen...nur habe ich noch keinen Weg gefunden, diese Techniken auf die Mathematik anzuwenden.
klarsoweit Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von katatonie
Damit, dass mir kein alternatives Studium einfällt, wollte ich nur sagen, dass ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann, etwas anderes zu studieren.
Was mich an Mathematik reizt ist auch das Niveau, also, dass es anspruchsvoller ist als viele Studiengänge.


Zitat:
Original von katatonie
Das Problem ist viel mehr, dass ich einfach nicht weiß, wo ich jetzt anfangen soll, wie ich den Stoff aufarbeiten soll usw.
Es ist schon recht viel und ich denke es wäre am besten, wenn ich den Stoff von der ersten Vorlesung bis zur aktuellen Vorlesung komplett durcharbeiten würde. So dass ich wirklich jedes Detail verstanden habe...denn der neue Stoff baut auf altem auf und mir ist schon aufgefallen, dass man bei den Ü-Aufgaben gar nicht erst anfangen kann, nachzudenken und Lösungsstrategien zu entwickeln, wenn einem einfach die Werkzeuge, also Begriffe und Definitionen fehlen, die dafür nötig sind.

Ich sehe hier irgendwie ein Mißverhältnis. Auf der einen Seite siehst du dich im musikalisch-künstlerischen und sprachlichen Bereich für überdurchschnittlich begabt. Auf der anderen Seite kommt du auf dem mathematischen Gebiet relativ schnell (warum auch immer) ins Hintertreffen. Mir scheint, daß du dir irgendwie selber im Wege stehst. Es bringt auch nichts, wenn du glaubst, jedes Detail wissen zu müssen. Da hängst du die Latte sehr hoch an dich. Wichtig ist der Blick für das große und ganze. Natürlich mußt du den ausgelassenen Stoff nachholen. Aber du mußt nicht sofort jeden Beweis nachvollziehen. Und du mußt diszipliniert drangehen. Von nichts kommt da nichts.

Vor allem mußt du dafür genügend Motivation entwickeln. Du mußt sagen können "ich will". Natürlich wird es Durststrecken geben. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber mit genügend Willenskraft kommt man da durch. Wenn du aber bei jeder kleinen Schwierigkeit ins Selbstzweifel verfällst, dann ist vermutlich ein Mathematik-Studium nicht das richtige für dich. Möglicherweise trifft das dann aber auch auf jedes andere Studium zu.
Abakus Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von katatonie
@Abakus:

Welche Lernmethoden haltest du denn für Mathematik am geeignetsten?

Ich dürfte alle kennen...nur habe ich noch keinen Weg gefunden, diese Techniken auf die Mathematik anzuwenden.


Mir geht es hier eher um allgemeine (Lern-) Techniken, zB um Methoden, mit einem Buch oder Skript zu arbeiten.

Eine Möglichkeit: im wesentlichen verschafft man sich zuerst einen Überblick, um dann in einer Art innerer Monolog Fragen an den Text zu stellen und diese zu beantworten. Anschließend geht es darum, die wichtigen Informationen zu selektieren, zusammenzufassen, zu organisieren, bildlich darzustellen, und natürlich zu memorieren. In der Mathematik kommt - im Gegensatz zu anderen Fächern - noch ein sehr starker Übungsaspekt hinzu.

Derartige Methoden sind erlernbar - jeder Schritt einzeln für sich. Aber dazu brauchst du eine Anleitung, etwa durch ein Buch o.ä.

Für jeden der obigen Schritte gibt es wiederum Methoden, zB arbeiten dabei einige mit CPM ("Projektmanagement"), andere verwenden Mind-Maps, Karteikarten, Diktiergerät, oder was auch immer.

Insbesondere Studenten können sich hier langsam aber sicher mit der Zeit ein Sammelsurium an Methoden zulegen. Die schlechteste Methode ist, wenn jemand einfach nur sein Skript durchliest oder daraus was abschreibt: völlig ineffektiv.

Neben der Arbeitstechnik ist das andere die innere Einstellung, deine "Haltung" bzw. attitude. Auch daran lässt sich arbeiten und auch hier gibt es Methoden.

Grüße Abakus smile
katatonie Auf diesen Beitrag antworten »

Ok, danke für die Antwort. smile

Ich hatte jetzt eher an Major/Mastersystem, Loci-Technik u.ä. gedacht...mit memorieren an sich habe ich keinerlei Schwierigkeiten, mein Gedächtnis ist ziemlich gut und die gängigsten Techniken habe ich auch eingeübt.

Nur ist das bei einem Mathematikstudium nicht allzu hiflreich, da es ja nicht hauptsächlich um auswendiglernen sondern um Verständnis geht.
Defintionen usw. lassen sich zwar gut lernen, aber eine Aufgabe löst man deshalb noch lange nicht.

Mein Lernproblem ist wohl das, dass ich nicht weiß, wie ich Mathematik lernen soll. Im Prinzip lernt man ja nur durch Übungsaufgaben bzw. wenn man Aufgaben beabreitet.
Und man kann ja alle Begriffe verstehen/kennen/nachschlagen die in der Aufgabenstellung vorkommen, aber schlußendlich löst das alleine noch nicht die Aufgabe...Musterlösungen gibt es selten und der Lerneffekt wäre dann sowieso nicht so groß.

Die Frage ist also viel eher, was zu tun ist, um Aufgaben gut/richtig und effektiv zu lösen. Das Verständnis der Begriffe/Kenntnis der Defintionen und das Verständnis der Fragestellung an sich (also, "was soll man zeigen") ist natürlich vorausgesetzt.
Oft braucht man dann aber eine "zündende" Idee...und wenn man die nicht hat?
Travis91ish Auf diesen Beitrag antworten »

Wie ging es denn nun weiter mit dir?
Ich sehe mich da zu 90% in dir wieder..
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