Der offizielle Wut-Thread - Seite 53 |
| 01.04.2011, 01:11 | Math1986 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ergo reicht der von innen kommende Druck vor der Patrone vermutlich nicht aus um die Tinte auf das Papier zu bringen. Du kannst ja mal nachschauen on die Austrittsdrüsen des Druckers noch durchlässig sind |
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| 01.04.2011, 01:12 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
achso! ja ich hab das ganze jetzt bestimmt shcon 6mal reinigen lassen und es wird nciht all zu viel besser. ein bisschen aber immerhin
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| 01.04.2011, 01:17 | Math1986 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Wenn schon musst du den Druckerkopf manuell reinigen |
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| 01.04.2011, 01:27 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
diese komsiche software....naja dann lass ich das ganze morgen mal manuell reinigen. ne kein persönlicher diener. nur nen persönlichen Schwager
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| 01.04.2011, 14:51 | Cheftheoretiker | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Englisch war nicht gut
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| 01.04.2011, 15:18 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
nein? was ist schief gegangen hangman? |
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| 01.04.2011, 15:23 | IHC | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Bei mir ist Englisch nie so gut und ich schreibe am Dienstag ne Grammatikarbeit! Ohmanoman mfg IHC |
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| 01.04.2011, 15:26 | Cheftheoretiker | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
War mir eindeutig zu viel, ich hoffe das ist noch eine 4
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| 01.04.2011, 15:36 | IHC | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
was war denn das Thema? mfg IHC |
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| 01.04.2011, 16:01 | Cheftheoretiker | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Personenbeschreibung, ein Interview, Grammatik, übersetzen...
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| 01.04.2011, 16:04 | IHC | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
also von allem etwas. das ist nicht gut mfg IHC |
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| 01.04.2011, 19:40 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
oh kenn ich. da ist die zeit immer so knapp ne? schlimm....wird noch schlimmer -,- |
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| 01.04.2011, 20:15 | IHC | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
ich hasse Englisch mfg IHC |
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| 01.04.2011, 22:37 | Pablo | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
ich hasse mathe |
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| 02.04.2011, 11:32 | IHC | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
und deutsch hasse ich auch mfg IHC |
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| 02.04.2011, 12:07 | Pablo | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
ich mag vor allem geschichte und biologie und auch deutsch und englisch, der rest ist nicht so mein ding
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| 02.04.2011, 12:10 | Cheftheoretiker | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Da reihe ich mich doch auch mal ein, ich haße Englisch und Erdkunde!
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| 02.04.2011, 12:14 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Meine Gott, habe ich eine Wut...
Normalerweise habe ich nämlich, wenn ich in der Badewanne liege, immer einen Notizblock daneben liegen, um meine besten Einfälle, die mir da regelmäßig kommen, sofort zu notieren... Ausgerechnet heute habe ich aber darauf vergessen...
Und ich kann ja nicht, wie weiland Archimedes - der erste Nacktflitzer der Geschichte - aus der Badewanne springen und nackt durch die Wohnung laufen...
Ich hatte nämlich ein nettes Gedicht in drei Strophen komponiert, von denen ich allerdings leider (manche werden sagen: gottseidank!) nur mehr die erste reproduzieren kann... Es trägt den Titel "Edel sei der Mensch..." der ersten Zeile aus Goethes "Das Göttliche", das an Pathos wohl kaum mehr zu überbieten ist und trotzdem (oder gerade deshalb?) bei Deutschprofessoren und anderen Gebildeten sich hoher Beliebtheit erfreut... Edel sei der Mensch... ...hilfreich und gut. Da packt mich doch die Wut! Es wird zwar hier nichts bringen, doch mit allen diesen Dingen, hatte Goethe nichts am Hut... An mehr kann ich mich jetzt nicht mehr erinnern, aber vielleicht ist es ja auch besser so...
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| 02.04.2011, 12:16 | Cheftheoretiker | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ich sag nur Heureka!
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| 02.04.2011, 12:23 | Pablo | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
@ hangman erdkunde mag ich natürlich auch @ Mystic tolles strophen, gibts da noch mehr? |
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| 02.04.2011, 12:46 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Es gab mehr, wie ich ja auch oben gesagt habe... Aber ich will niemandes Geduld auf eine allzu harte Probe stellen (ich sehe z.B. schon Gualtiero die Stirne runzeln
)... |
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| 02.04.2011, 12:52 | Pablo | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
aha okay. ich schreibe auch hin und wieder, möchtest du was hören? |
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| 02.04.2011, 12:56 | Gualtiero | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Richtig. Bist Du telepathisch begabt?
Und ich habe auch schon angesetzt, muss dann aber abbrechen, weil ich etwas essen werde. "Ja, ja, macht Euch nur lustig über das Höchste, das Edelste, das Einsichtigste, das Erhabenste, das Schönste, das Klarste . . . . unserer Abendländischen Kultur! . . . " Bin dann mal OFF.
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| 02.04.2011, 13:39 | IHC | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
viel glück mystic, dass die deine anderen Strophen wieder einfallen. also meine Lieblingsfächer sind BWL/RW, VWL, Mathe (auch wenn ich nicht ganz so gut bin), IV mfg IHC |
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| 02.04.2011, 15:55 | Zellerli | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
@Mystic: Ich denke solch ein großer Einfall wie ein Gedicht ist ein "wichtiger Grund" im Sinne des GBzEdgSidW (Gesetzbuch zum Erhalt der guten Sitten in der Wohnung) und gewährt daher Straffreiheit für das exhibitionistische Nackflitzen, das wiederholte Fluchen, das entspannend laut gebrüllte AHAAA, sowie alle weiteren Entgleisungen die im direkten und indirekten Zusammenhang mit dieser Geistesleistung stehen. |
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| 02.04.2011, 20:24 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ich hoffe, du kannst es verantworten (und Gualtiero möge mir noch einmal verzeihen
), wenn ich solcherart ermutigt, doch noch die zwei weiteren Strophen hier zum besten gebe...
Auch war bei Frau von Stein (sie ist da nicht allein!), der heil'ge Liebesschwur, eine große Lüge nur, im Grunde alles Schein! Seinen Ruhm auch nicht vermehrt, dass er findet nicht verkehrt, für eine Kindesmörderin (im "Faust" steht's anders drin!) das Urteil mit dem Schwert... Speziell was den letzten Fall betrifft, so klaffen doch Dichtung (=Grete im Faust) und Wahrheit ziemlich auseinander, das müssen selbst die leidenschaftlichsten Apologeten Goethes zugeben...
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| 03.04.2011, 10:18 | ruri14 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Wenn ich mich auch mal anschließen darf: Als ich in der Schule war waren folgendes meine lieblingsfächer: Sport, English, Mathe (wenn ich auch nicht gut war), Informatik und das Schulprojekt SE...
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| 03.04.2011, 11:44 | Gualtiero | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Nein, zu verzeihen gibt es da nichts, ich bin im Gegenteil dankbar für ein interessantes Thema, das aber sicher um ein paar Nummern zu groß ist, als dass es hier erschöpfend behandelt werden könnte. Ich fasse mich kurz, hoffentlich gelingt es: diese Idealisierung Goethes, von der in dem letzen Link die Rede ist und die auch hier im Board ab und zu anklingt, habe ich in meiner Schulzeit nie so erlebt, dass ich jetzt aus allen Wolken falle, wenn ich vom Menschen Goethe höre und von seinen Schattenseiten erfahre, die er klarerweise auch hatte. Das vorgestellte Buch ist mir aber möglicherweise doch etwas zu tendenziös, der Autor erklärt ziemlich offen seine moralische Verurteilung von Goethe, aber genau dieses Urteil, so meine ich, sollte dem Leser überlassen bleiben. Der Autor soll Fakten zusammentragen und Einzelheiten ans Licht bringen (mit Belegen), so viel er will, aber ich kann nun mal nicht leiden, wenn mir eine bestimmte Denkweise aufgezwungen wird. Vielleicht täusche ich mich auch und dieser Eindruck entsteht nur in der Rezension und das Buch ist gar nicht so subjektiv gehalten. Der Fall der Johanna Catharina Höhn scheint mir auch instrumentalisiert worden zu sein, um am Denkmal Goethe kräftig zu rütteln, was an sich ja legitim ist, aber es ist ja damit doch mehr angesprochen als nur ein nachträglicher Stolperstein eines allgemein anerkannten Dichters und Geistesmenschen. Was waren das für Umstände, die eine junge Frau und Mutter in eine derartige Notlage bringen konnten, dass sie ihr eigenes neugeborenes Kind tötet, sicher mit dem Wissen um die Strafbarkeit der Handlung? Fast um die gleiche Situation geht es in der Ballade "Des Pfarrers Tochter von Taubenhayn" von G. A. Bürger, wo Rosette, die Titelfigur, ebenfalls ihr neugeborenes Kind in einem Anfall von Verzweiflung und völliger Hoffnungslosigkeit ersticht und mit den Worten "Da ruh du, mein Armes, da ruh nun in Gott, Geborgen auf immer vor Elend und Spott! Mich hacken die Raben vom Rade." - notdürftig verscharrt. Wenn es Bürger hier auch nicht in erster Linie darum gegangen ist, kommt doch deutlich das allgemeine Rechts- und Moralempfinden jener Zeit zum Ausdruck. Eine Frau wie Rosette war zweifach abgestempelt: einmal durch die Schande des unehelichen Kindes, dann durch den Mord am Kind, und wenn es auch zynisch klingen mag, ist es doch nur konsequent zu fragen, was nun humaner ist, lebenslange Inhaftierung in einer Zuchtanstalt, also ein Leben in Schande und voller Schuldgefühle, oder ein schnelles Ende durch das richterliche Todesurteil. Ich wehre mich auch gegen einen Denk- und Beurteilungsautomatismus, der kurz gesagt darin besteht: Leben des Kindes egal, einzig und allein das Leben der Mutter zählt. Sicher, heutzutage ist das die Rechtslage (gegen den Widerstand der Katholischen Kirche), aber es war nicht immer so und ob es dabei bleiben wird, wissen wir nicht. Selbstverständlich muss man den Fall auch unter dem Gesichtspunkt von Goethes Idee der Menschlichkeit sehen, die sich ja durch einen Großteil seiner Werke zieht. In "Iphigenie auf Tauris" (1779 erste Fassung, also vier Jahre vor dem Todesurteil gegen J. C. Höhn) geht es auch - vergleichbar mit der gesetzlichen Todesstrafe - um ein altes, heiliges Gesetz, wonach jeder Fremde, der die Insel Tauris betritt, den Opfertod sterben muss. Durch ihre "edle Gesinnung" vermag Iphigenie Thoas, den König der Taurer, umzustimmen und dahin zu bekehren, von diesem Brauch der barbarischen Vorzeit abzustehen. Wenn man diese theoretische Modellwelt seiner Stücke mit der Realität vergleicht, klafft da natürlich ein Spalt, der nicht größer sein könnte. Aber, um doch zu einem Ende zu kommen, meine ich, es muss gestattet sein, sich angesichts der Unzulänglichkeit jeder menschlichen Ordnung eine Utopie, ein Ideal, ein Paradies oder wie immer man das bezeichnen mag, herbeizusehnen. Es muss ja nicht immer der Träumende auch der Handelnde sein, also der, der die Ideen umsetzt, das könnten ja auch andere in Angriff nehmen. Wir könnten ja mal einen diesbezüglich kritischen Blick auf die Weltlage werfen und eine Liste der dringlichsten Menschlichkeitsprobleme erstellen. Ob meine Mitarbeit bei deren Beseitigung einem moralischen Urteil eines Autors, der z. B. im 23. Jahrhundert zufällig auf mein Leben aufmerksam werden würde, standhält, bin ich mir nicht so sicher. Und um dem Threadtitel gerecht zu werden: eine Kurzfassung sieht anders aus . . .
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| 03.04.2011, 12:12 | ruri14 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Mei, da braucht man ja ewit um das durchzulesen! Aber gut formuliert.... |
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| 03.04.2011, 14:49 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
@Gualtiero Zunächst einmal danke dafür, dass du dir die Zeit für eine so ausführliche Stellungnahme genommen hast... Und du hast natürlich recht, das Thema ist viel zu "schwergewichtig" und umfassend, als dass es in diesem Rahmen angemessen abgehandelt werden könnte... Für mich geht es hier ganz allgemein darum, dass zwischen dem, was einer sagt bzw. schreibt, und dem was er tut, ein gewisses Maß an Übereinstimmung herrschen soll... Vielleicht ist das sowas wie "der rote Faden" hinter meiner Kritik an Leuten wie Luther, Goethe, Konrad Lorenz etc.etc. bis zuletzt Joschka Fischer und Guttenberg, wo genau das eben mehr oder weniger offensichtlich nicht der Fall war...Ich bin ein Mensch, der sich etwas darauf zugute hält, dass er Scheinheiligkeit und Heuchelei auch noch in mikroskopisch kleinen Spuren wahrnehmen kann... Beim Lesen von Goethe's Schriften (man sehe dazu nur etwa die zuletzt zitierten Beispiele wie "Gefunden" und "Das Göttliche") fühle ich mich daher wie ein Schweißhund im Dormitorium eines Knabeninternats... Da klafft "Dichtung und Wahrheit" einfach unendlich weit auseinander... Um eine kleine Vorstellung davon zu bekommen, wie weit, sollte man als ersten Einstieg das Bucheth "Goethe und seine Opfer" von Tilman Jens lesen... Aber Achtung: Man wird Goethe nachher mit ganz anderen Augen sehen, Leute, welche sich ihre Verehrung für ihn im Herzen behalten wollen, sollten daher um das Buch einen großen Bogen machen... Das Buch trägt den Untertitel "Eine Schmähschrift" und das ehrt den Autor: Er macht aus seiner Absicht, am Goethedenkmal zu kratzen kein Hehl... Ein "Schmäh", um es auf Wienerisch zu sagen, ist das Ganze aber trotzdem nicht, wiewohl man natürlich in Ergänzung dazu auch noch andere Quellen zu Rate ziehen sollte... Der Fall der Kindsmörderin Johanna Catharina Höhn steht da nur pars pro toto für viele andere, wenngleich er natürlich besonders krass ist: Hier der Autor von Faust, der für sein Gretchen beim Lesen durchaus sowas wie Mitgefühl aufkommen läßt, da der erbarmungslose Richter, der in diesem Fall, wo es allein auf seine Stimme ankam (der Herzog war gegen die Hinrichtung und hoffte, in Goethe einen Mitstreiter zu haben), folgendermaßen urteilt: "Es möge räthlicher seyn, die Todestrafe beyzubehalten..." Dass viele Aufsätze und Briefe, welche Goethe in diesem Fall belasten, verschwunden sind und das alles selbstverständlich auch in seinen autobiographischen Werken nicht vorkommt, mag vielleicht als ein Indiz dafür dienen, dass Goethe selbst jetzt nicht unbedingt ein reines Gewissen hatte... Als letzter Punkt vielleicht noch, dass es für mich auch hier wieder einmal um das Thema "Schuld" geht... Wenn man überhaupt in Abrede stellt, dass es sowas wie Schuld eines Menschen im naiven Sinn gibt (das wäre dann sozusagen die letzte Ausbaustufe des Apologetentums), so würde sich damit dann natürlich jede weitere Diskussion zu diesem Thema erübrigen... Aber auch sonst muss bei der Beurteilung der Schuldfrage sehr, sehr vorsichtig zu Werke gehen: Hatte ein Mensch aufgrund seiner Bildung und Intelligenz bzw. auch des vorherrschenden Zeitgeist überhaupt die Möglichkeit eine andere Meinung in einer Sache zu haben, als die, welche er tatsächlich hatte?... Hatte er, vielleicht eingespannt in dem täglichen Überlebenskampf für sich und seine Familie, überhaupt Zeit und Müßiggang darüber nachzudenken?... Das wären z.B. alles Gründe für ein mildes Urteil oder vielleicht sogar für einen Freispruch... Bei Goethe, mit seiner überragenden Bildung und seiner Riesenmenge an Freizeit (er nahm seine "Ministergeschäfte" nur etwa die Hälfte des Jahres wahr, den Rest war er "auf Reisen" - u.a. nahm er sich für seinen Italientrip fast 2 Jahre Auszeit) fallen alle diese Gründe jedenfalls weg... Und ja, abschließend vielleicht noch, bevor ich's vergesse: Thomas Mann's "Lotte in Weimar" sollte man natürlich auch zum Thema Goethe auf jeden Fall gelesen haben...
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| 03.04.2011, 21:40 | Gualtiero | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
@Mystic "Lotte in Weimar" habe ich schon vor längerer Zeit gelesen, aber Entlarvendes über Goethe habe ich darin nicht gefunden. Es war vielmehr ein köstliches Lesevergnügen, sicher auch deshalb, weil mir Thomas Manns Werke sehr zusagen und ich einiges von ihm schon gelesen habe. Und was "Schuldsprüche" in der Geschichte betrifft, hast Du eben eine Ansicht, die ich nicht ganz nachvollziehen kann; das nehme ich jetzt mal so, wie es ist, zur Kenntnis. Den Buchtipp werde ich befolgen, fürchte aber, dass es eine Enttäuschung wird, denn was ich vom Autor auf wikipedia gelesen habe, klingt nicht gerade vertrauenerweckend; wir werden ja sehen, vielleicht wird es gerade dadurch zu einer positiven Überraschung. Noch etwas zum Gerichtsverfahren im erwähnten Prozess gegen J. Catharina Höhn: die Gerichtsordnung hat also vorgesehen, dass das Dreier-Gremium dem Herzog einen einstimmigen Beschluss vorlegen muss. Daher ist, so meine ich, jedes der drei Gremiumsmitglieder in gleicher Weise verantwortlich, möglicherweise auch der Herzog selbst, wenn er das Recht hatte, den Dreier-Vorschlag abzulehnen; aber da bin ich überfragt. Aber auf keinen Fall kann man einen der dreien allein, also Goethe, dafür verantwortlich machen, auch wenn man von ihm aufgrund seiner Weltsicht und seiner in vielen Schriften geäußerten Idee der Menschlichkeit erwarten konnte, dass er mildernde Umstände hätte geltend machen können. Natürlich ist hier wichtig, wieviel an Dokumenten dazu noch erhalten ist und was diese eindeutig aussagen. Möglicherweise werde ich also auch dieses Buch lesen, dann können wir ja in der Leseecke weiterreden. Kann aber ein wenig dauern.
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| 03.04.2011, 23:00 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ja, was die Person und das Umfeld von Tilman Jens betrifft, da weiß ich leider zuwenig bzw. auch nur das, was man im Internet auf die Schnelle findet, was man seinen Namen googlet, und ich habe vor, mich da noch besser zu informieren... Ansonsten spricht er nur aus dem Buch über Goethe zu mir und ich mag seinen sehr direkten und pointierten Stil ohne auch nur den leisesten Versuch, irgendetwas zu beschönigen oder politisch korrekt zu sein... Da ich political correctness ohnehin hasse wie die Pest, kommt mir das sehr entgegen...
Aber lass uns dann in der "Leseecke" weiterdiskutieren, wenn du das Buch gelesen hast...
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| 03.04.2011, 23:08 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Wie konnte ich nur so bescheuert sein und erst jetzt mit dem dämlichen Portfolio anfangen? okay das Portfolio selbst ist noch beschissener
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| 06.04.2011, 00:49 | Reksilat | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Kraftfahrzeuge sind die intelligentesten Gegenstände auf unserem Planeten – müssen sie ja sein, denn sie saugen ihren Benutzern das Hirn aus!
Mit dem Fahrrad auf einer recht engen Straße. Hundertfünfzig Meter vor mir eine Straßenbahn an der Haltestelle und ansonsten völlig freie Straße. Hinter der Straßenbahn ein Auto das wartet. Ich werde misstrauisch, denn normalerweise überholen mindestens 50% der Autofahrer in dieser Situation. Ich fahre weiter und der kritische Zeitpunkt, an dem der Fahrzeugführer sich doch noch für ein Überholmanöver entscheidet, scheint vorrüber. Ich passiere den letzten Waggon der Bahn, welche sich just in diesem Moment auch schon wieder vorwärts bewegt. Wie in einem echt schlechten Scherz tritt der Lenkrad- und Gaspedalbevollmächtigte des Vierräders nun auf den Beschleunigungshebel seiner Karosse, um nicht nur die Bahn zum denkbar unsinnigsten Zeitpunkt zu überholen, sondern auch mein Vorderrad um möglichst wenige Zentimeter zu verfehlen.
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| 06.04.2011, 00:58 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
wenigstens ist dich nicht passiert Reksilat! |
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| 06.04.2011, 02:01 | Reksilat | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Danke Choco! Ich mache in letzter Zeit immer häufiger unerfreuliche Erfahrungen mit Autofahrern. Das heute war nicht das schlimmste, aber seit längerem mit Abstand das Dümmste, was ich gesehen habe. |
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| 06.04.2011, 11:45 | Gualtiero | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
An so ähnliche Situationen kann ich mich auch erinnern, als ich noch auf Wiens Straßen als Radfahrer unterwegs war. Da bin ich öfters mit einer Stinkwut im Bauch zuhause angekommen. Und es wundert mich nicht, wenn das Klima im Straßenverkehr immer aggressiver wird. |
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| 06.04.2011, 11:49 | ruri14 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Oo, Wiens straßen. Da will ich nicht Fahrradfahren. Mir reicht schon das durchlaufen! |
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| 06.04.2011, 15:20 | Zellerli | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ich bremse nicht für Fahrradfahrer, die vor mir/neben mir herfahren und dann plötzlich meinen einen Zebrastreifen fahrend zu benutzen. Wenn sie nicht absteigen, muss ich annehmen, dass sie weiterfahren. Der Fahrradführerschein (habe ihn damals sogar mit Null Fehlern in Theorie und Praxis gepackt) sollte ruhig ausgedehnter und verpflichtender sein. Zu den Fahrradfahrern im Straßenverkehr gehören Leute, die meinen sie sind mal Auto, mal Fußgänger, mal Rad, wie es ihnen gerade passt. Und nach gängiger Rechtssprechung bekommt oft der Schwächere Recht und die Strafen für sie fallen gering aus. Aber Würzburg ist auch die schlimmste Stadt für das Rad. Benutze ich hier fast nie außer am Main entlang. Wer das als umweltschonende Alternative im Straßenverkehr nutzt, ist lebensmüde (gilt nur für Würzburg). Die Großstädte (Berlin und Hamburg zum Bleistift) und auch die meisten anderen Städte sind hingegen oft exzellent für Radfahrer ausgebaut. Und auf dem platten Land, zum Beispiel in Friesland, ist das Rad unschlagbar. |
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| 06.04.2011, 20:37 | chocolate4ever | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
ich hoffe du hast dich bloß vertippt?
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Und ich kann ja nicht, wie weiland Archimedes - der erste Nacktflitzer der Geschichte - aus der Badewanne springen und nackt durch die Wohnung laufen...
Wichtig: