Rekonstruktion eines wiss. Arguments.

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drbear Auf diesen Beitrag antworten »
Rekonstruktion eines wiss. Arguments.
Hallo zusammen,

ich muss eine Analyse eines wiss. Arguments durchführen. Suche schon lange nach einer geeigneten Passage. Habe nun folgenden Text gewählt:

Die meisten Menschen lehnen Tierversuche aus moralischen Gründen ab, weil sie Grausamkeit verabscheuen. Aber der Kampf gegen Tierversuche wird durch auch wissenschaftliche Argumente untermauert. Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art wie ihr Körper funktioniert und in ihrer Reaktion auf Medikamente und Krankheiten. Wenn Tierversuche eine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, zu einem Tiermediziner gehen und nicht zu einem Arzt. Tatsächlich ist der Tierversuch wegen des Risikos zu irreführenden Ergebnissen zu gelangen, ein unwissenschaftlicher Ansatz für die Medizin.

Habe den Text wie folgt interpretiert:
Prämisse 1: Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art wie ihr Körper funktioniert.
Prämisse 2: Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art ihrer Reaktion auf Medikamente und in ihren Krankheiten.
Prämisse 3: Wenn Tierversuche eine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, zu einem Tiermediziner gehen und nicht zu einem Arzt.
Prämisse 4: Menschen gehen zu einem Arzt.
Konklusion: Tierversuche sind keine wertvolle Forschungsmethode.

Ich fühle mich noch etwas unwohl mit meiner Interpretation im nächsten Schritt würde ich folgenden S AL Text formulieren:

a= Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art wie ihr Körper funktioniert
b=Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art ihrer Reaktion auf Medikamente und in ihren Krankheiten
c=Tierversuche sind eine wertvolle Forschungsmethode
d=Menschen (die sich krank fühlen) gehen zum Tierarzt
e= Menschen gehen zum Arzt

Prämisse 1: a
Prämisse 2: b
Prämisse 3: wenn c dann :d und nicht e:
Prämisse 4: e
-----------------------------
Konklusion: c


Frage: Kann ich aus der Textvorlage überhaupt ein anständiges Argument rekonstruieren oder bin ich auf dem Holzweg?

Danke für die Hilfe.
Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

Ich stimme dir bei Prämisse 1 und 2 zu. Die würde ich gleich zusammenfassen zu einer Prämisse.
Man sollte mit möglichst wenigen Prämissen arbeiten, da die Konklusion ja die "einfachere" Methode ist, die keine neuen Annahmen erzeugt.

Die Aussage "Wenn Tierversuche eine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, zu einem Tiermediziner gehen und nicht zu einem Arzt."
ist deduziert. Für die Grund-Prämisse musst du sie zerpflücken.

Du hast als Prämisse 4 schon einen Teil davon. Aber: Welche Menschen gehen zu Arzt?
Die zweite davon fehlt noch.

"Tatsächlich ist der Tierversuch wegen des Risikos zu irreführenden Ergebnissen zu gelangen, ein unwissenschaftlicher Ansatz für die Medizin."
Da hast du eine Konklusion. Was sind ihre Prämissen?

Nimm als Hilfestellung immer den guten alten Soki:

Prämisse1: "Alle Menschen sind sterblich"
Prämisse2: "Soki ist ein Mensch"
Konklusion: "Soki ist sterblich"
 
 
drbear Auf diesen Beitrag antworten »

Hallo Zellerli,

vielen Dank für Deine Hilfe, habe aufgrund dessen folgendes entwickelt.

Prämisse 1: "Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art wie ihr Körper funktioniert, auf Medikamente reagiert und in ihren Krankheiten."
Prämisse 2: "Wenn Tierversuche eine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, zu einem Tiermediziner gehen."
Prämisse 3: "Wenn Tierversuche keine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, nicht zu einem Tiermediziner gehen."
Prämisse 4: "Menschen gehen zum Arzt."
-----------------------------------------------------------------
Konklusion: "Tatsächlich ist der Tierversuch wegen des Risikos zu irreführenden Ergebnissen zu gelangen, ein unwissenschaftlicher Ansatz für die Medizin."

Würde mich nochmals über Feedback freuen!

Bg DrBear
drbear Auf diesen Beitrag antworten »

Zwischenstand:

3 U-Text (Interpretation des Quelltextes)

Prämisse 1: "Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art wie ihr Körper funktioniert, auf Medikamente reagiert und in ihren Krankheiten."
Prämisse 2: "Wenn Tierversuche eine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, zu einem Tiermediziner gehen."
Prämisse 3: "Wenn Tierversuche keine wertvolle Forschungsmethode wären, würden Menschen, die sich krank fühlen, nicht zu einem Tiermediziner gehen."
Prämisse 4: "Menschen gehen zum Arzt."
-----------------------------------------------------------------
Konklusion: "Tatsächlich ist der Tierversuch wegen des Risikos zu irreführenden Ergebnissen zu gelangen, ein unwissenschaftlicher Ansatz für die Medizin."


4 SAL-Text

Wir wählen die folgenden Namen für die relevanten Aussagen:

a = Mensch und Tier unterscheiden sich in der Art wie ihr Körper funktioniert, auf Medikamente reagiert und in ihren Krankheiten.
b = Tierversuche sind ein wertvolle Forschungsmethode
c = Menschen die sich krank fühlen gehen zu einem Tiermediziner
d = Menschen die sich krank fühlen gehen zum Arzt

Wir standardisieren das Argument wie folgt:

Prämisse 1 : a
Prämisse 2 : Wenn b dann c.
Prämisse 3 : Wenn nicht-b dann nicht-c sondern d
Prämisse 4 : d
Konklusion : Nicht-b da a

5 AL-Formalisierung

Wir schematisieren das Argument wie folgt:

Prämisse 1 : p
Prämisse 2 : q --> r
Prämisse 3 : s-->(¬q-->¬r)
Prämisse 4 : s
Konklusion : ¬q<-->p

-----------------------------------------------------------------------------------

Habe versucht mittels der Wahrheitsbaummethode nachzuweisen, dass die Konlusion logisch aus 1-4 folgt. Leider gelingt es mir nicht, ich habe wie gefordert die negierte Konklusion genutzt. Kann den letzten Ast nicht schliessen.

1. p (A)
2. q --> r
3. s --> (¬q-->¬r)
4. s
5. ¬(¬q<-->p)
6. ¬q (aus 5.)
7. ¬p (aus 5. linker Ast geschlossen)
8. q (aus 5.)
9. p (aus 5.)
10. ¬q (aus 2. linker Ast geschlossen)
11. r (aus 2.)
12. ¬s (aus 3.) linker Ast geschlossen)
13. (¬q-->¬r) (aus 3.)
14. ¬¬q (aus 13.) (einziger offener Ast)
15. ¬r (aus 13. rechter Ast geschlossen)

Fazit: Anwendung der DN-Regel hilft nicht viel. Ich hatte eben noch einen Einfall:

Wenn ich aus dem Bisubjunktionszeichen in der Konlusion eine Subjunktion machen würde könnte ich den Baum direkt in Reihe 7 durch Auflösung von Reihe 5 unter Anwendung der NS-Regel schliessen...

Okay...hoffe, dass mir jemand etwas Licht ins "Dunkle" bringen kann.

Bg DrBear
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