Konstruktion einer diff.baren Funktion mit Bedingungen

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Huy Auf diesen Beitrag antworten »
Konstruktion einer diff.baren Funktion mit Bedingungen
Zitat:
Konstruiere eine differenzierbare Funktion mit , welche in keinem offenen Intervall um 0 umkehrbar ist.


Differenzierbarkeit und g'(0) = 1 sind ja relativ einfache Bedingungen. Was mich plagt, ist die Nicht-Umkehrbarkeit um 0. Ich habe echt keine Ahnung, wie ich das gezielt erreichen kann. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist eine Funktion nicht umkehrbar, (genau dann?) wenn sie nicht injektiv ist. Wie soll ich mir das um einen Punkt vorstellen? Also graphisch?

MfG
Cugu Auf diesen Beitrag antworten »

Man kann doch für durch fortsetzen, so dass die resultierende Funktion differenzierbar ist.
Die Bedingung erhält man doch einfach durch Addieren von .

edit:
Überprüf mal auf Injektivität in einer Nullumgebung.
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Hi, Cugu.

Das sollte glaube ich klappen. Ich habe die gleiche Idee zwischenzeitlich verworfen, da die Nicht-Injektivität der Funktion nicht so wirklich offensichtlich ist (und ich mich auf einen Plot verlassen habe).

Ich schreib' dir mal meine Argumentation per PN.

Gruss Wink
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

@Cugu: Ich verstehe noch nicht so ganz. Hat die Tilde über dem f irgendeine Bedeutung? Wie schon gesagt, ist die Bedingung g'(0) = 1 nicht das Problem, sondern die Nicht-Umkehrbarkeit, da ich mit diesem Begriff noch nie zu tun hatte. Was bedeutet "um 0 nicht umkehrbar"?

MfG
Cugu Auf diesen Beitrag antworten »

Die Tilde ist nur formaler Natur, da der Definitionsbereich die nicht enthält und folglich ein anderer ist. Es soll

sein.

Im Allgemeinen ist eine Funktion genau dann umkehrbar, wenn sie bijektiv ist. Hier ist anscheinend gefordert, dass in nicht lokal umkehrbar ist.
Das heißt, es existieren keine Umgebungen von und von , sodass die Einschränkung bijektiv ist.

--------

Zitat:
Wie schon gesagt, ist die Bedingung g'(0) = 1 nicht das Problem

Doch, das ist das (fast) größte Problem! Damit scheiden nämlich stetig differenzierbare Funktionen aus, denn die müssten in einer Nullumgebung eine positive Ableitung haben und dort folglich injektiv sein!
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Hey Huy,

Du bist von der ETH, oder? Hattet ihr schon die Regel von l'Hospital? (Das hat nichts mit dieser Aufgabe zu tun)
 
 
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

@gonnabphd: Yep, ich studiere an der ETH. Die Regel von l'Hospital hatte ich im Gymnasium schon, in der Vorlesung aber noch nicht.
@Cugu: Ok, was kriege ich denn nun, wenn ich f(x) ableite? Muss ich da wieder eine Fallunterscheidung machen? Weil enthält ja immer noch die Brüche, wo die 0 nicht erlaubt ist...

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Ok, was kriege ich denn nun, wenn ich f(x) ableite? Muss ich da wieder eine Fallunterscheidung machen? Weil enthält ja immer noch die Brüche, wo die 0 nicht erlaubt ist...


Ja, bei Null musst du speziell ableiten. Aber wenn du die Teilaufgabe a) verwendest, hast du nicht mehr viel zu tun, da die Ableitung linear ist.

Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Vielleicht bin ich gerade blind oder das ist so trivial, dass ich es nicht sehe. Was möchtest du mir mit deiner Gleichung sagen? Erfüllt folgende Funktion alle gewünschten Eigenschaften?



Das ist ja für f(0) = 0 (und in Teilaufgabe 5a wurde bereits Diffbarkeit und f'(0) unstetig bewiesen), und wenn man das ableitet, kriegt man für f'(0) = 1.

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Cugu hat den Tipp gegeben, anzuschauen.

Mein "Tipp" war also einfach . Und da du bereits kennst, weisst du schon, wie die Ableitung aussieht.

Edit: Nur, weil du unsicher schienst, wie du g nun ableiten kannst.

Edit2:
Zitat:
Erfüllt folgende Funktion alle gewünschten Eigenschaften?



Nein. Das ist äquivalent zu



Folglich ist die Ableitung f'(0) = 0.
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Wozu die Multiplikation mit der Zwei? verwirrt

MfG

//e: Ich bin immer noch unsicher, da f(x) halt eine Fallunterscheidung beinhaltet...
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Wozu die Multiplikation mit der Zwei? verwirrt


Gute Frage. Das Problem ist, dass die Funktion ohne die Multiplikation mit 2 injektiv ist.

Wie könntest du nun zeigen, dass das so definierte g in keiner Umgebung von 0 injektiv ist? Hast du eine Idee?

Edit: Zur Ableitungsgeschichte:


Also
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von gonnabphd
Gute Frage. Das Problem ist, dass die Funktion ohne die Multiplikation mit 2 injektiv ist.


Das verstehe ich nicht. Also, ich verstehe, was du mir mitteilen willst, aber wie kann eine Funktion f(x) injektiv sein und 2*f(x) nicht? Wenn ich mir den Graphen der beiden Funktionen anschaue, sehe ich auch keinen relevanten Unterschied...

Zitat:
Wie könntest du nun zeigen, dass das so definierte g in keiner Umgebung von 0 injektiv ist? Hast du eine Idee?


Indem ich in jeder beliebigen Umgebung von 0 ein y finde, mit y = f(x1) und y = f(x2) mit x1 != x2?

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Indem ich in jeder beliebigen Umgebung von 0 ein y finde, mit y = f(x1) und y = f(x2) mit x1 != x2?


Ja, das ist eine Möglichkeit, aber sehr umständlich. Kannst es ja mal versuchen!

Eine andere Möglichkeit wäre, sich die Ableitung in der Umgebung von 0 anzuschauen und daraus Rückschlüsse auf Injektivität oder Nicht-injektivität zu ziehen.

Zitat:
Das verstehe ich nicht. Also, ich verstehe, was du mir mitteilen willst, aber wie kann eine Funktion f(x) injektiv sein und 2*f(x) nicht? Wenn ich mir den Graphen der beiden Funktionen anschaue, sehe ich auch keinen relevanten Unterschied...


Wir betrachten hier aber g(x) = 2f(x) + x. Deshalb ist die Multiplikation von f(x) mit 2 bedeutsam. Es stärkt den Einfluss, den f(x) auf den ganzen Term hat, macht die Oszilation grösser.
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Was IST jetzt g(x) effektiv?



Das macht für mich irgendwie keinen Sinn. Denn vorhin hast du bei meinem f(x) argumentiert, dass dies äquivalent mit



ist und die Ableitung bei x = 0 daher 0 und nicht 1 ergibt. Oder reden wir die ganze Zeit aneinander vorbei? Sorry für meine Blindheit...

Inwiefern hängt Injektivität mit der Ableitung zusammen? Oder muss ich das selber rausfinden?

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:

Was IST jetzt g(x) effektiv?



Ja. Genau so wollen wir g definieren. Ich denke es ist klar, dass für x=0 dann g(x) = x = 0 ist. Man es also auch schreiben kann als



Zitat:
... und die Ableitung bei x = 0 daher 0 und nicht 1 ergibt.


Beim f ist das so, ja. Beim g haben wir aber noch den Zusatzterm +x. Die Ableitung hängt nicht nur vom Wert an der Stelle ab, sondern auch von den Werten in der Umgebung: z.B. ist die Ableitung von der Identitätsabbildung



(insbesondere an der Stelle 0) = 1, aber die Ableitung von ist an der Stelle 0, = 0. Beide Funktionen haben aber den Funktionswert 0 an der Stelle 0.

Ähnlich ist das auch bei f(x) und g(x): Die Funktionswerte an der Stelle 0 sind 0, aber die Ableitungen sind nicht gleich.

Zitat:
Inwiefern hängt Injektivität mit der Ableitung zusammen? Oder muss ich das selber rausfinden?


Hmm, wenn eine stetige Funktion injektiv ist, dann muss sie entweder streng monoton wachsen oder fallen.
Was schliesst man daraus für die Ableitung?
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Ganz ehrlich: Ich verstehe den genauen Unterschied noch immer nicht ganz, warum man zu f(x) für x != 0 ein x addieren muss. Wenn x gegen 0 geht, dann geht der Funktionswert ja immer noch gegen 0, egal ob man x addiert oder nicht?

Zitat:
Hmm, wenn eine stetige Funktion injektiv ist, dann muss sie entweder streng monoton wachsen oder fallen.
Was schliesst man daraus für die Ableitung?

Ganz spontan: Die Ableitung ist überall positiv bzw. negativ.

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Ganz ehrlich: Ich verstehe den genauen Unterschied noch immer nicht ganz, warum man zu f(x) für x != 0 ein x addieren muss. Wenn x gegen 0 geht, dann geht der Funktionswert ja immer noch gegen 0, egal ob man x addiert oder nicht?


Ja, für den normalen Limes stimmt das. Es geht aber hier um die Ableitung.

Vielleicht wirds so klarer:



Und da wir wissen, dass gilt also


Zitat:
Ganz spontan: Die Ableitung ist überall positiv bzw. negativ.


Fast, ersetzte positiv durch nichtnegativ und negativ durch nichtpositiv (Sattelpunkte!).
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Ok, und weil die Ableitung von g(x) sinus und cosinus (in dieser Form) beinhaltet, ist sie nicht überall nichtnegativ oder nichtpositiv. Wie spezifiziere ich dies nun für jede Epsilon-Umgebung um 0?

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Du musst in jeder Umgebung zwei Punkte x, y finden, so dass ausfällt.

Sei also beliebig. Finde zwei solche Punkte . Nutze die Periodizität von sin und cos.
Huy Auf diesen Beitrag antworten »

Noch eine voraussichtlich letzte Frage:
Wie beweise ich, dass injektiv äquivalent umkehrbar ist? Ich sehe es schon, aber ich weiss halt nicht, inwiefern wir das voraussetzen dürfen...

MfG
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

ist umkehrbar (auf U) genau dann, wenn es eine Funktion mit gibt.

So eine Funktion g gibt es genau dann, wenn bijektiv ist.
Und wegen der Wahl der Bildmenge ist genau dann bijektiv, wenn f injektiv ist.
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