Plagiatsfälle in der Politik [War: Karl-Theodor zu Guttenberg und andere] - Seite 7

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Pablo Auf diesen Beitrag antworten »

Nimmt gar kein Ende...

http://web.de/magazine/nachrichten/deuts...tt-zurueck.html
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
http://www.tagesschau.de/ausland/kochmehrin142.html
Die Rücktrittserklärung der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin im Wortlaut:

"Mit sofortiger Wirkung lege ich mein Amt als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament nieder. In Folge dessen bin ich auch ab sofort nicht mehr Mitglied des Präsidiums der FDP. Ich hoffe, dadurch meiner Partei den Neuanfang mit einem neuen Führungsteam zu erleichtern.

Mit sofortiger Wirkung trete ich auch von dem Amt der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurück, um nicht in führender Position ein Ziel für Angriffe auf die einzige demokratisch legitimierte Institution der Europäischen Union zu bieten.

Ich möchte mit diesem Schritt auch verhindern, dass meine gesamte Familie durch die öffentliche Diskussion weiter belastet wird.

Was meine Dissertation betrifft: An der Universität Heidelberg habe ich die Arbeit 1999 eingereicht, und dort wird sie jetzt überprüft. Ich möchte, dass diese Prüfung nun vertraulich, fair, nach rechtsstaatlichen Maßstäben und ohne Ansehen der Person durchgeführt und nicht dadurch belastet wird, dass ich herausgehobene Ämter innehabe."


Sie möchte Abgeordnete im Europaparlament bleiben und zu den Vorwüfen hat sie wohl noch nicht Stellung genommen.

Zitat:
Die Universität Heidelberg prüft derzeit Vorwürfe, Koch-Mehrin habe in ihrer Dissertation abgeschrieben. Die Hochschule hatte die FDP-Politikerin zu einer Stellungnahme aufgefordert. Dies geschieht in der Regel nur, wenn sich Verdacht erhärtet. Die 40-Jährige hatte bisher eisern zu den Vorwürfen geschwiegen.
Gast11022013 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Donnerstag, 12. Mai 2011

Es zeugt von einer kaum nachvollziehbaren Realitätsverweigerung einer offensichtlich narzisstisch strukturierten Persönlichkeit, dass Karl-Theodor zu Guttenberg bis zuletzt auf eine Vorzugsbehandlung in der Plagiatsäffäre wegen seiner Doppelbelastung (Beruf und Familie) setzte. Wie viele junge Mütter hätten dann nicht Anlass gehabt, ihre wissenschaftlichen Grade durch Plagiate und Täuschungsmanöver zu erschleichen? [...]


Wie wahr!

Zitat:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Donnerstag, 12. Mai 2011
Dass der CSU-Kreisverband Kulmbach Guttenberg trotz dessen vorsätzlicher Täuschung und der Verschleierung eines Betrugs sofort wieder zum Delegierten für den Bezirks- und den Landesparteitag gewählt hat, wirft ein reichlich trübes Licht auf das Verhältnis von Politik zu Wissenschaft. [...]


Kaum zu glauben, dass sowas möglich ist. unglücklich
Cel Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Donnerstag, 12. Mai 2011
Wie viele junge Mütter hätten dann nicht Anlass gehabt, ihre wissenschaftlichen Grade durch Plagiate und Täuschungsmanöver zu erschleichen? [...]


Na ja, Koch-Mehrin ist auch Mutter ...

Offenbar ist die Doppelbelastung wirklich nicht zu unterschätzen.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Es wird einem in der heutigen Zeit schon viel abverlangt. Ob aber ein Herr zu Guttenberg diese "Mitleidskarte" ausspielen sollte, da habe ich sehr große Zweifel. Ich empfinde es als billige Antwort auf die Frage, warum das Konzept "Form vor Inhalt" letztendlich wohl doch nicht aufgeht.

Ich erinnere mich auch an seine Worte in Bezug auf die Bundeswehrreform...
Gast11022013 Auf diesen Beitrag antworten »

Natürlich ist die Doppelbelastung enorm, gerade immer noch für Frauen.

Aber das rechtfertigt ja kein Erschleichen von akademischen Graden.
 
 
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Aber das rechtfertigt ja kein Erschleichen von akademischen Graden.


So meinte ich das zumindest nicht und es sollte auch keine "Frauenkarte" ausgespielt werden. Ich meinte generell, dass wenn man (die Gesellschaft, die Geschäftswelt ...?) immer mehr von den Leuten in weniger Zeit erwartet, dann muss man auch hinterfragen, welchen Anteil man damit am Verfall der entsprechenden Werte hat. Das fängt ja nicht erst bei Doktortiteln an.

Ich meine aber diese beiden Personen sollten diese Karte nicht ausspielen, da sie es wohl auch in ihrem Amt am nötigen Inhalt haben fehlen lassen. Von Frau Koch-Mehrin wird da ja auch nicht nur positives berichtet.
Gast11022013 Auf diesen Beitrag antworten »

Meine Aussage war auch gar nicht auf Dich bezogen, tigerbine.

Ich wollte nur ausdrücken, dass diese Entschuldigung "Doppelbelastung" zumindest für Politiker unhaltbar ist, denn die Bürde ihres Amts muss ihnen ja bewusst sein.

Und wenn ein Karl-Theodor zu Guttenberg unbedingt einen Doktortitel haben will, so kann er ja nicht wirklich von "Doppelbelastung" reden und das irgendwie gesellschaftlich meinen. Er braucht diesen Titel ja nicht... es ist also eine freiwillig aufgehalste Doppelbelastung.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Dennis2010
Ich wollte nur ausdrücken, dass diese Entschuldigung "Doppelbelastung" zumindest für Politiker unhaltbar ist, denn die Bürde ihres Amts muss ihnen ja bewusst sein.


Das Erschleichen akademischer Grade wird durch eine Doppelbelastung für niemanden gerechtfertigt. Das gilt m.E. nicht nur für (nicht einmal "gerade für", sondern schlicht und ergreifend für alle im selben Maße) Politiker.

Sicher kann man in der ein oder anderen Situation für etwas Verständnis aufbringen und es nachvollziehen. Aber rechtfertigen kann man sowas nicht. Das Erschleichen akademischer Grade bleibt ein Erschleichen akademischer Grade ungeachtet der Umstände und gehört mit voller Konsequenz geahndet.

air
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Dennis2010
Er braucht diesen Titel ja nicht...


Ja, das ist so eine Frage mit den Titeln. Was sollen die denn vermitteln. Aktuell müssen wir ja auch lernen, dass ein Dr. im Bereich Medizin nicht für Fachwissen in Gesundheitsfragen, sondern in Wirtschaftsfragen zu stehen scheint... verwirrt
jama Auf diesen Beitrag antworten »

Da musste ich einen Moment überlegen Big Laugh
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von tigerbine
Aktuell müssen wir ja auch lernen, dass ein Dr. im Bereich Medizin nicht für Fachwissen in Gesundheitsfragen, sondern in Wirtschaftsfragen zu stehen scheint... verwirrt


Das ist aber eine recht oberflächliche Betrachtungsweise, und wenn man es weiterdenkt sogar antidemokratisch. Denn die Demokratie lebt davon, daß prinzipiell jeder ein politisches Amt ausüben kann. In der Demokratie kommt es darauf an, für seine Ziele um Mehrheiten zu kämpfen, in den Gremien, im Parlament, bei den Wählern. Und ein guter Minister braucht gute Mitarbeiter, Intelligenz, einen klaren Kompaß und Durchsetzungsfähigkeit, um für das als richtig Erkannte Mehrheiten zu gewinnen.

Ein paar Beispiele (ohne Qualitätsurteil):

Jürgen Trittin (Grüne), Studium der Sozialwissenschaften
Umweltminister

Renate Künast (Grüne), Sozialarbeiterin, Jura-Studium
Ministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft

Joseph Fischer (Grüne), Rebell und Taxifahrer
Außenminister

Franz Müntefering (SPD), Industriekaufmann
Verkehrsminister, Arbeitsminister

Sigmar Gabriel (SPD), Lehrer
Ministerpräsident, Umweltminister

Willy Brandt (SPD), Journalist
Regierender Bürgermeister, Außenminister, Bundeskanzler

Jürgen Möllemann (FDP), Lehrer
Staatsminister (Außenministerium), Wirtschaftsminister

Dirk Niebel (FDP), Hauptmann der Bundeswehr, Verwaltungswirt
Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Guido Westerwelle (FDP), Jura-Studium
Außenminister

Horst Seehofer (CSU), Verwaltungswirt
Gesundheitsminister, Landwirtschaftsminister, Ministerpräsident

Norbert Röttgen (CDU), Jurastudium
Umweltminister

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Jura-Studium, Plagiator
Wirtschaftsminister, Verteidigungsminister
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Leopold
Das ist aber eine recht oberflächliche Betrachtungsweise, und wenn man es weiterdenkt sogar antidemokratisch. Denn die Demokratie lebt davon, daß prinzipiell jeder ein politisches Amt ausüben kann. In der Demokratie kommt es darauf an, für seine Ziele um Mehrheiten zu kämpfen, in den Gremien, im Parlament, bei den Wählern. Und ein guter Minister braucht gute Mitarbeiter, Intelligenz, einen klaren Kompaß und Durchsetzungsfähigkeit, um für das als richtig Erkannte Mehrheiten zu gewinnen.


Und wie erkennt der Minister das Richtige? Und richtig für wen? Augenzwinkern
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Das macht er genau so wie du.
Und etwas als richtig erkennen heißt ja gerade nicht, daß es objektiv richtig ist, zumal es in der Politik nur in den seltesten Fällen etwas objektiv Richtiges gibt. Politik in der Demokratie ist immer Austarieren und Durchsetzen von Interessen, und was dem einen seine Hoteliers sind dem andern seine Windradhersteller.

Ich vermute, daß du als politisch Interessierte zur Wahl gehst. Dabei entscheidest du über eine Vielzahl von Dingen, von denen du nicht die geringste Ahnung hast. Wie übrigens ich ebenso.
Man bildet sich ein Urteil aufgrund seiner Herkunft, seiner sozialen Umgebung, seiner Ausbildung, seinen Kenntnissen, seinen Erfahrungen, seiner Bildung. Und hat doch von den wenigsten Dingen ein tieferes Verständnis.
Die wenigsten wissen übrigens, was ihre Kreuzchen genau bewirken, wenn sie zur Bundestagswahl gehen. Einmal ehrlich, wie sicher bist du im Wahlrecht zum Bundestag?
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Leopold.
Man bildet sich ein Urteil aufgrund seiner Herkunft, seiner sozialen Umgebung, seiner Ausbildung, seinen Kenntnissen, seinen Erfahrungen, seiner Bildung. Und hat doch von den wenigsten Dingen ein tieferes Verständnis.


Um auf Rösler zurückzukommen. Darf ich mich da nicht wundern, dass es aufgrund der Positionswechsel innerhalb der FDP sofort klar ist, dass er (als Arzt!) nun nicht im Gesundheitsressort tätig sein kann, sondern das prestigreichere Ministerium besetzen muss. So zumindest schon länger in den Nachrichten zu hören. unglücklich

In jedem mag mehr stecken, als der Lebenslauf zeigt. Hier komme ich mir allerdings verschaukelt vor. Augenzwinkern

Zitat:
Die wenigsten wissen übrigens, was ihre Kreuzchen genau bewirken, wenn sie zur Bundestagswahl gehen. Einmal ehrlich, wie sicher bist du im Wahlrecht zum Bundestag?


Bestimmt nicht so sattelfest wie du. Augenzwinkern Und selbst wenn ich mich mit den Parteiprogrammen auseinandersetze, bleibt mir am Ende doch nur die Möglichkeit eine quasie "Generalvollmacht" zu erteilen. Zumindest interpretiere ich die Begrüdungen der Parteien "der Wähler hat uns diesen Auftrag erteilt [und das bei jedem ihrer Themen] so. Und ich für mich kann sagen, dass ich nicht mit jedem der vielen Punkte, die ich mit den Kreuzchen abhake, d'accord gehe. Augenzwinkern
Abakus Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von tigerbine
Aktuell müssen wir ja auch lernen, dass ein Dr. im Bereich Medizin nicht für Fachwissen in Gesundheitsfragen, sondern in Wirtschaftsfragen zu stehen scheint... verwirrt


Er war ja vorher Wirtschaftsminister in Niedersachsen immerhin.

Ansonsten: auf VroniPlag findet sich schon das nächste "Opfer", diesmal ein FDP-Europaparlamentarier.

Grüße Abakus smile
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Bonn vs. Köln
Abakus Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Zitat aus obig verlinktem Zeit-Artikel: Ganz anders entschied aber die angegriffene Bonner Uni. Angeblich hätten die Doktorväter die gesamte Literatur und damit auch Entlehnungen sehr gut gekannt, so dass die Prüfer "auch durch ungekennzeichnete Zitate und Übernahmen nicht getäuscht worden sein können".


Das muss man sich mal langsam reinziehen, als ob nicht auch andere Personen so eine Dissertation mal lesen könnten, die diese Zitate dann nicht kennen. Diese Leute waren dann getäuscht worden. Und mit dem Argument braucht man ja gar nichts mehr zitieren dann?

Ganz dicker Schwarzer Peter für die Uni Bonn, denke ich?

Grüße Abakus smile
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Sehe ich genauso. Das ist wirklich der Hammer.... unglücklich

Angenommen, jemand anderes zitiert aus dieser Dissertation und kennt die (ungenannten) Quellen nicht, dann wird er den gesamten nicht gekennzeichneten Text der Autorin, besser Plagiatorin, zuschreiben und entsprechend zitieren. Ein Unding!

Auf diese Weise untergraben die zuständigen Profs eigenhändig wissenschaftliche Standards. Das riecht furchtbar nach Klüngelei und Gemauschel, also nach Bananenrepublik.
Gast11022013 Auf diesen Beitrag antworten »

Ich mache das dann jetzt immer so, dass ich mir keine Mühe mehr gebe, etwas korrekt zu beweisen oder auszurechnen: Die Professoren wissen ja sowieso die Lösung und ich kann sie also durch meine Fehler gar nicht täuschen. Damit dürfte ich endlich immer volle Punktzahl bekommen, was ich mir schon immer erträumt habe.

Freude
Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

Ich muss meine Abstimmung nochmal ändern.

Ich meinte, Guttenberg könne nach angemessener Zeit wieder in der Politik arbeiten.
So gönne ich es jedem, der mal einen Fehler macht und/oder die Regeln bricht.
Wichtig ist, dass der dadurch entstandene Schaden sich in Grenzen hält und behoben werden kann.

Wie mir aber in vielen Sitzungen und Anlässen der letzten Tage und Wochen aufgefallen ist, hat der Betrug von Guttenberg den Ruf der deutschen Doktoren enorm in den Dreck gezogen.
Es muss fast schon überall dazu gesagt werden, dass man sich seinen Doc selbst erarbeitet hat. Der Arbeitsaufwand eines Promovierenden wird nun des öfteren mal in Frage gestellt.
Vor allem unter Leuten, die mit der akademischen Arbeit garnicht vertraut sind, gilt der Doktor nun als Namenszierde, die nicht mit einem tiefen Verständnis und einem großen, speziellen Arbeitsaufwand seines Fachs verbunden sein muss.


Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt, aber auch wenn solche Bemerkungen häufig auf den ersten Blick humorvoll gemeint sind, bleibt der Nachgeschmack hängen, dass es üblich sei, sich seine Doktorarbeit zusammenzuklauen.

Von daher halte ich eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik für unvertretbar und für einen weiteren Schlag in das Gesicht der deutschen Wissenschaft (die Uni Bayreuth hat ihr den ersten verpasst, den zweiten kann ihr die Politik verpassen).
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

In einer Zeitschrift sah ich die "Zukunft" Koch-Mehrin. Neben Mubarak scheinen sie nun ein neues Werbegesichter von l'tur zu sein. Wurden die denn überhaupt gefragt und ist das legal? Geschmacklos ist es in meinen Augen alle mal.

Die Slogans: Koch-Mehrin: Teuren Urlaub können sie getrost abschreiben. Jetz buchen uns sich lieber am Strand was abschauen..
Zellerli Auf diesen Beitrag antworten »

Ich finde das ist noch im Rahmen. Bei Mubarack sehe ich garkein Problem, bei Koch-Mehrin ist es eben die Frage, ob man sich dadurch über Armut lustig macht (ich finde das ist nicht der Fall), oder ob die Tatsache, dass sie ihren Job los ist hier relevant ist. Sie hat ja dem Europäischen Volk selbst gekündigt, indem sie ihr Wahlamt niederlegte.

Als Person der Zeitgeschichte dürften beide nach §23, Abs. 1 Nr. 1 KunstUrhG nicht viele Möglichkeit haben, dagegen vorzugehen.
Wobei dann doch sicher der §23, Abs. 2 zieht...

Beides hier nachzulesen.

Es muss ein Richter entscheiden, was ein "berechtigtes Interesse" ist.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Ok, danke für die Info. Finde es dennoch geschmacklos.
Math1986 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von tigerbine
Wurden die denn überhaupt gefragt und ist das legal?
Soweit ich weiß ist es nicht legal, es sei denn, diese Personen haben ihr Einverständnis dazu gegeben, was ich mir kaum vorstellen kann.

@Zellerli:
Ich denke, dass hier das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Personen höher wiegen dürfte als das kommerzielle Interesse von l'turs hierran, zumal ich es als fraglich halte, dass dieses Portrait, ohne jeglichen Kontext, als "Bildniss aus dem Bereiche der Zeitgeschichte" einzuordnen ist.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Zellerli
Ich muss meine Abstimmung nochmal ändern.
....
Wie mir aber in vielen Sitzungen und Anlässen der letzten Tage und Wochen aufgefallen ist, hat der Betrug von Guttenberg den Ruf der deutschen Doktoren enorm in den Dreck gezogen.
....
Von daher halte ich eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik für unvertretbar und für einen weiteren Schlag in das Gesicht der deutschen Wissenschaft (die Uni Bayreuth hat ihr den ersten verpasst, den zweiten kann ihr die Politik verpassen).


Eine gute Entscheidung. Freude

Guttenberg hat ja nicht fahrlässig, sondern vorsätzlich gehandelt. Und an einen Politiker muss man schon den Anspruch stellen können, dass sie keine überführten Betrüger sind. (Ja, ich weiß, es gibt Gegenbeispiele - schlimm genug!).

Im Übrigen ist es gut, dass sein Betrug aufgeflogen ist. Andernfalls hätte er womöglich den Maßstab gesetzt, dass Familie, Beruf, Politikerkarriere und Promotion gleichzeitig mit glänzendem Ergebnis machbar sind.

Gut, dass diese Seifenblase geplatzt ist und wir erkennen konnten, dass Übermensch Guttenberg letzten Endes doch auch nur mit Wasser kocht und dies nicht mal sonderlich gut.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Shortcut to Doktortitel. Würzburg machts möglich...
Abakus Auf diesen Beitrag antworten »

Wieder 2 neue Fälle bei Vroni, diesmal ein weiterer FDP-ler (im Bundestag) und ein SPD-ler. Bei letzterem fehlt komischerweise anscheinend sogar das Literaturverzeichnis der Diss. und es gibt eine ganze Reihe von Rechtschreibfehlern ("Typos"), die bereits in jedem Schulaufsatz den korrigierenden Lehrer zu einem Kopfstand veranlassen würden (Uni Köln/Uni Hamburg).

Auch an der Uni Münster tut sich interessantes, eine medizinische Diss. wurde "genommen" und mit geringen Änderungen (Lebenslauf u.ä.) neu eingereicht? Die betreffenden Gutachter (jeweils dieselben) haben anscheinend nichts gemerkt, wobei zwischen beiden Dissertationen nur 3 Jahre liegen. (--> Investigativer Enzyklopädismus (Blog))

Abakus verwirrt
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Auf youtube

RTL-Extra über Chatzimarkakis
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Koch-Mehrin wird der Titel entzogen
Cel Auf diesen Beitrag antworten »

Tja, was soll man sagen?

http://www.youtube.com/watch?v=sazaYC4y2O8
Iorek Auf diesen Beitrag antworten »

Koch-Mehrin antwortet

Unabhängig von der Dreistigkeit Koch-Mehrins: wenn das wirklich so durchgegangen ist, wie sie es hier beschreibt, ist das auch ein ganz großes Armutszeugnis der Universität Heidelberg.
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Irgendwie geht da für mich was nicht zusammen.

Zitat:
"Dass meine Doktorarbeit kein Meisterstück ist, weiß ich bereits seit elf Jahren. Ich habe deswegen dafür auch nur eine mittelmäßige Note bekommen: „cum laude“. Ein einfaches Lob, wohl eher für den Fleiß als für die Sorgfalt. " ...

Im Gegenteil: die wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Arbeit sind bis heute unstrittig und beruhen auf meiner eigenen wissenschaftlichen Leistung.


Warum wird "vorsätzlich" schlampig gearbeitet. Dass nicht jedem ein wissenschaftlicher Glanztreffer (Inhalt) vergönnt sein mag, verständlich. Dass man unsauber arbeitet, ist mir eher unverständlich. Wenn die "neue Erkenntnis" aus der Arbeit Eigenleistung ist, warum kann man dann seine Quellen nicht korrekt angeben?

Gibt es eigentlich ein zeitliches Limit für eine Abgabe? Also, dass man für den Inhalt zu lange braucht und dann schnell tippen muss?

Was die Uni betrifft, schließe ich mich Iorek an.

Zitat:
Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen. Heute sieht der Promotionsausschuss das anders.


unglücklich
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

Wie jämmerlich ihre Rechtfertigung ist, an ihrer Stelle würde ich im Boden versinken.

Nun geht sie mit der Tatsache hausieren, dass sie eh eine schlechte Arbeit abgeliefert hat, und deswegen genau hingeschaut worden wäre.
Wie grauenvoll muss ein derartiges öffentliches Eingeständnis sein, sie erniedrigt und demontiert sich mit ihrer Aussage selbst - daran kann man sehen, welche Angst sie davor haben muss, den Doktortitel aberkannt zu bekommen (bzw. dass sie wirklich alles dafür tun wird, ihn doch zu behalten).

Ich möchte nicht mit ihr tauschen....
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Der Doktorvater von Koch-Mehrin weist Vorwürfe zurück.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Koch-Mehrin wird zur Forschungspolitikerin befördert

Danke, liebe EU: Eine weitere Entscheidung, die die Bürger voll nachvollziehen können. Gott
Sycorax Auf diesen Beitrag antworten »

Ich wette, sie hat sich die Position mit Sex gekauft. Anders kann ichs mir nicht erklären.
sulo Auf diesen Beitrag antworten »

@Sycorax
Deine Vermutung ist ein bisschen schlicht. In der hohen Politik gibt es ganz andere Verflechuntungen und Abhängigkeiten. Den Grund für die Entscheidung werden wir so schnell nicht erfahren.


@HAL
Besonders der letzte Absatz deines Links gibt einem zu denken:
Zitat:

Interessant ist auch, wer seinen Posten als Vollmitglied des Forschungsausschusses für Koch-Mehrin aufgab: Jorgo Chatzimarkakis, dessen Doktorarbeit derzeit ebenfalls von der Universität Bonn wegen des Verdachts des Plagiats untersucht wird: Er firmiert ab heute als stellvertretendes Ausschussmitglied.

Ich kann nur hoffen, dass sich eine Welle des Widerstandes formieren wird.
Diese Beförderung (anstelle einer Entlassung aus dem Amt) kann man in einem Atemzug nennen mit Merkels denkwürdigem Satz, sie habe keinen wissenschaftlichen Angestellten sondern einen Verteidigungsminister ausgewählt.

Es gruselt mich, wie wenig Anstand und Achtung vor Standards, die in Bezug auf Betrügereien bei der Anfassung von wissenschaftlichen Arbeiten keinesfalls bagatellisiert oder in die ferne und undurchsichtige Welt akademischen Arbeitens verschoben werden dürfen, manche Entscheidungsträger haben.

Und es ist erschütternd, wie sehr die Delinquenten bereit sind, sich selber etwas vorzulügen. Solche Menschen, die in der Lage sind, ihre Maßstäbe zu ihrem eigenen Vorteil derart zu verbiegen und zu verzerren, sind als Volksvertreter nicht tragbar.
Airblader Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von sulo
Es gruselt mich, wie wenig Anstand und Achtung vor Standards, die in Bezug auf Betrügereien bei der Anfassung von wissenschaftlichen Arbeiten keinesfalls bagatellisiert oder in die ferne und undurchsichtige Welt akademischen Arbeitens verschoben werden dürfen, manche Entscheidungsträger haben.


+1

air
tigerbine Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
@HAL
Besonders der letzte Absatz deines Links gibt einem zu denken:


Den Absatz musste ich mehrfach lesen... unglücklich
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