Wie sieht der Weg zum Mathematikprofessor aus?

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PeterH Auf diesen Beitrag antworten »
Wie sieht der Weg zum Mathematikprofessor aus?
Meine Frage:
Hallo alle miteinander,

Ich wollte einmal fragen, wie eigentlich der Weg hin zum Universitätsprofessor im Fach Mathematik aussieht bzw. was muss man alles geleistet haben, um dorthin zu kommen?
Ich selbst strebe diesen Beruf zwar eigentlich nicht an aber es interessiert mich doch sehr, wie das heute so abläuft, da ich in der Richtung keinerlei Erfahrung habe und ich mir bisher noch nichts zusammenreimen konnte.
Hat jemand darüber Informationen?

Mit freundlichen Grüßen,
PeterH

Meine Ideen:
Reksilat Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Wie sieht der Weg zum Mathematikprofessor aus?
Normalerweise:
- Abitur
- Studium
- Promotion

Mehr kann man imho nicht "anstreben". Irgendwann merkt man dann halt, ob man sich wirklich für eine bestimmte Materie begeistern kann, unendlich viel Energie hineinstecken kann und für den Rest seines Lebens immer wieder offene Fragen finden wird – oder eben nicht.

Es gibt Leute, die exzellente Mathematiker sind, die zu schwierigen Problemen in kurzer Zeit wirklich tolle und phantasievolle Beweise finden können – aber eben ein Forschungsgebiet nicht voranbringen können, weil ihnen ein wenig der Forschergeist fehlt. Die auf die Promotion folgende Habilitation ist nunmal keine Aufgabe, die einem irgendwer stellt, sondern eine Arbeit, die man nahezu allein anfertigt und von deren Bedeutung man überzeugt sein muss.

Wie gesagt: normalerweise promoviert man zuerst und davor ist es eh kaum sinnvoll, sich ernsthaft mit einer Zukunft als Professor zu beschäftigen. Während dieser Zeit wird man dann merken, ob man den Weg der Habilitation beschreiten möchte.
Wohlgemerkt: Die Habilitation ist nur die notwendige Vorraussetzung. Je nach Forschungsschwerpunkt ist es anschließend schwer oder sehr schwer auch noch einen Ruf an eine Universität zu bekommen und erst dann trägt man diesen Titel.

Gruß,
Reksilat.
 
 
chrizke Auf diesen Beitrag antworten »

Es ist auch noch möglich nach der Promotion über eine Juniorprofessur einzusteigen. Da kenn ich die Modalitäten nicht, da das nicht so häufig passiert.
Cel Auf diesen Beitrag antworten »

Ja, das wird in den Fällen gemacht, in denen die Doktorarbeit Großes erwarten lässt, so dass die Zeit bis zur Habilitation als vergeudete Zeit angesehen wird. Lieber sofort forschen und machen und tun und nicht noch lange warten. Ich hatte mal eine Veranstaltung bei einem Juniorprof., da hab ich mal ein bisschen gelesen ...
Pablo Auf diesen Beitrag antworten »

was verdienen so professoren in etwa?
Mystic Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Pablo
was verdienen so professoren in etwa?

Google ist dein Freund...

Edit: Die Besoldungsordnung C (s.o.) wurde alllerdings vor ein paar Jahren durch Besoldungsordnung W abgelöst...
Reksilat Auf diesen Beitrag antworten »

Eine Juniorprofessur ist aber auch keine richtige Professur auf Lebenszeit, sondern man hat im Anschluss an die Promotion so um die sechs Jahre Zeit, seine Habil auf die Beine zu stellen, sollte das dann aber auch fertig gemacht haben, da es sonst im Lebenslauf doof wirken kann. In den seltensten Fällen winkt an der Uni danach eine freigewordene Stelle, die man dann theoretisch besetzen könnte. Eine Garantie hat man sowieso nicht.
Es ist also eher eine Post-Doc-Stelle mit mehr Verantwortung, mehr Mitteln, mehr Freiheiten und viel mehr Pflichten in der akademischen Organisation und der Lehre, wobei letzteres je nach Juniorprofessur auch ziemlich unterschiedlich ausfallen kann. Natürlich bringt es auch einiges an Ansehen und ist ein guter Schritt auf dem Weg zur vollen Professur, aber "geschafft" hat man es damit trotzdem noch nicht.

@Pablo: gidf Augenzwinkern

Gruß,
Reksilat.
Pablo Auf diesen Beitrag antworten »

annehmbar
chrizke Auf diesen Beitrag antworten »

Sind die Werte in den Besoldungstabellen Brutto oder Netto? Bei Beamten bin ich mir da nämlich nicht ganz sicher, irgendwas besonderes war da...


Zu den angegebenen Werten der Gehaltsstufen kommen noch Zuschläge in beliebiger Höhe. Die bekommt man zB wenn man von einer anderen Uni einen Ruf erhält und die bisherige Uni deinen Wechsel durch höhere Zuschläge verhindern will.
Sycorax Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Reksilat
Es ist also eher eine Post-Doc-Stelle mit mehr Verantwortung, mehr Mitteln, mehr Freiheiten und viel mehr Pflichten in der akademischen Organisation und der Lehre, wobei letzteres je nach Juniorprofessur auch ziemlich unterschiedlich ausfallen kann. Natürlich bringt es auch einiges an Ansehen und ist ein guter Schritt auf dem Weg zur vollen Professur, aber "geschafft" hat man es damit trotzdem noch nicht.

@Pablo: gidf Augenzwinkern

Gruß,
Reksilat.


So einfach ist es aber auch nicht. Im Moment hab ich nen Jun.Prof., der quasi Lehrstuhlinhaber ist, weil der Lehrstuhl jetzt schon seit 2 Jahren nicht mehr besetzt ist. Ich denke damit hat der gennannte Jun.Prof auch alle rechte und Pflichten des Lehrstuhlinhabers.
Reksilat Auf diesen Beitrag antworten »

Rein rechtlich steht ein Juniorprof ja etwa auf dem Level eines ordentlichen Professors, aber es ist eben doch nur eine Stelle auf Zeit und meist ohne tenure track, also ohne konkrete Aussicht auf eine Festanstellung.
Natürlich kann hier keiner in wenigen Zeilen alle Facetten der Juniorprofessur ausleuchten, dazu sind die Stellen auch viel zu unterschiedlich ausgelegt. Man kommt auf jeden Fall für eine befristete Zeit einem Professor schon ziemlich nahe, was Freiheit in Forschung und Lehre angeht, aber es ist eben weiterhin nur eine befristete Stelle, die zur Weiterqualifikation gedacht ist. Das wird auch bei Deinem
Juniorprof so sein.

Ist eben eine Interpretationssache, ob man eher die Gemeinsamkeiten oder die Unterschiede in Richtung Professur bzw. Post-Doc herausheben möchte.

Gruß,
Reksilat.
Roman Oira-Oira Auf diesen Beitrag antworten »

Zusatz: Nach der Habilitation hat man zunächst einmal das Recht den Titel(?)
Privatdozent zu tragen. Der Privatdozent (=absolvierte Habilitation) ist die Voraussetzung für die Lehrbefugnis an einer Universität. Die Einstellung ist allerdings noch nicht mit einer Verbeamtung verbunden.

Der Ruf an eine Universität als Professor ist dann der nächste Schritt.
Mystic Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Roman Oira-Oira
Der Ruf an eine Universität als Professor ist dann der nächste Schritt.

Ja, ein durchaus nichttrivialer Schritt... Oder frei nach Neil Armstrong: Es ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein Riesenschritt für diesen Menschen... Augenzwinkern
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