Toleranz |
| 08.08.2011, 19:03 | Martin_1202 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
| Toleranz Hallo, ich hätte nie gedacht, daß ich Statistik nochmal im reellen Leben brauche, aber siehe da: Wer kann mir bei folgendem Problem weiterhelfen: Bei der monatlichen Inventur unserer Bauhof-Tankstelle erhalten wir jeden Monat zwischen 1 und 5% des "Umsatzes" als "Meßdifferenz" ausgewiesen, allerdings immer zu unseren Ungunsten, es fehlt eine nicht unerhebliche Menge. Unsere "Spezialisten" reden sich mit der Aussage: 2% wären normal" heraus. wir verkaufen übrigens nichts extern, somit unterliegen wir auch keine Eichpflicht (Nicht in EU). Soweit ich mich aber an meine letzten Statistik-Vorlesungen erinnere, ist bei einer generellen Toleranz im Bereich von -1 - -5% nicht mehr von Toelranz zwischen +/-2% auszugehen, da ja die Abweichung nach oben fehlt. Wie kann ich anhand einer Meßreihe von 24 Werten nachweisen, daß wir hier entweder ein Kalibrierungs- oder Diebstahlproblem haben und die Toleranzausrede nicht mehr zieht? Danke im vorraus Martin Meine Ideen: Komme ich mit der Berechnung des Konfidenzintervalls hier weiter? |
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| 08.08.2011, 19:18 | Zellerli | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
Ich durchblicke das noch nicht so ganz. Ihr kriegt Lohn abgezogen, weil man unterstellt, dass ihr mehr als angezeigt getankt habt, wegen eines Messfehlers. Du willst nachweisen, dass soviel abzogen wird, dass entweder jemand geklaut haben muss oder der Fehler deutlich höher ist? Du willst nun 24 mal Tanken und den "echten" herausgeholten Wert mit dem angezeigten vergleichen (somit den relativen Messfehler ermitteln). Das ist jetzt nicht so mathematisch, aber du wirst ja dann sehr genau messen müssen. Mathematisch wirst du eine Normalverteilung zu Grunde legen mit einer Standardabweichung, die dem maximalen noch akzeptablen Fehler (also der Toleranz) entspricht. Dann musst du schauen wie wahrscheinlich mit dieser Normalverteilung die von dir erhaltenen 24 Messwerte sind. |
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| 08.08.2011, 21:00 | Math1986 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
| RE: Toleranz Hat zwar nichts mit Mathe zu tun, aber du brauchst wohl eher einen Anwalt, ich bezweifele dass diese Praxis rechtskräftig ist. |
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| 09.08.2011, 08:15 | Martin_1202 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
uiuiui, ich glaube, ich habe mich nicht ausreichend erklärt ;-) - Keinem wird hier irgendwas vom Gehalt abgezogen, es geht um interne Prozeßoptimierungen (ich wollte dieses Wort schon seit Ewigkeiten benutzen) Am Ende jeden Monats (u.a.) wird eine physikalische Messung der Lagerbestände durchgeführt, dabei wird auch die Differenz zwischen rechnerischem Soll und tatsächlichen Ist ausgewiesen. Für die letzten 24 Monate liegen mir diese Werte vor. Die ABweichungen bewegen sich zwischen besagten -1 - -5% des Umsatzes (im Monat fließen hier bis zu 10Mio Liter durch), sind also durchaus nennenswert. Wie kann ich mit Hilfe der Statistik nachweisen, daß hier nicht mehr von einer Toleranz von +/-2% die Rede sein kann? Gruß und danke Martin |
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| 09.08.2011, 09:22 | Healther | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
Mit nachweisen ist es in der Statistik erstmal schlecht. Wir berechnen hier immerhin nur Wahrscheinlichkeiten von "zufälligen" (naja zumindest relativ) Ereignissen. Aber wenn eure Abweichung +/-2% betragen soll, in der Praxis aber -1 bis -5 % rauskommt, dann kann man doch durchaus zu dem Schluss kommen, das 3% irgendwo fehlen. Allerdings: Wenn eure "Spezialisten" nicht einsehen, dass und , dann würde ich mir nicht zu große Hoffnung machen, dass sie sich mit einer genaueren Rechnung überzeugen ließen. bei +/- 2% darf generell kein wert außerhalb von [-2;2] auftreten |
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| 09.08.2011, 09:27 | Steffen Bühler | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
Also um Geld. Du hast die Nutzungsbedingungen aber schon gelesen? "Eine gewerbliche Nutzung bedarf immer einer vorherigen Abstimmung und schriftlichen Genehmigung der click for knowledge GmbH." Ich bin kein Jurist und wir helfen hier alle gerne, aber Du wirst einsehen, daß ein richtiger Beitrag dem Arbeitgeber eventuell einen geldwerten Vorteil bringt, den er versteuern müsste. Umgekehrt kann ein falscher Beitrag den Arbeitgeber auf die Idee bringen, diesen vor Gericht als Beweismittel zu nutzen, der dann von der Gegenseite zerpflückt wird. In beiden Fällen hat der Betreiber dieser Seiten eventuell ein Problem. All dies müßte geklärt werden, bevor's hier weitergeht. Viele Grüße Steffen |
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| 09.08.2011, 10:03 | Martin_1202 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
wow, das ist aber um viele Ecken gedacht... egal, ich formuliere die Frage anders: Ich stehe vor folgender Aufgabe: Der Hersteller einer Erdbeerjoghurtsorte gibt die Toleranz der Befüllung der Joghurtbecher mit +/-2% an. Bei einer Stichprobenentnahme des Verbraucherschutzes von i=24 wurde eine Fehlmenge von durchschnittlich 1.9% festgestellt, wobei keiner der Werte über der Soll-Menge lag. Welche Toleranz wird mittels dieser Stichproben nachgewiesen? Hier ist -2.5% doch nicht die richtige Antwort? |
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| 09.08.2011, 13:42 | Zellerli | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
Wir können und sollten schon die Tankstelle nehmen. Bei dem Passus der gewerblichen Nutzung geht es um nicht als solche deklarierte Anfragen, vor allem wenn damit die Arbeit einem anderen aufgebürdet werden soll. Hier gibt es Hilfe zur Selbsthilfe, was bedeutet, dass du die Arbeit machen wirst
Jetzt bleibt noch die eine Rückfrage: Bedeutet 2% Toleranz, dass möglichst nie ein Wert stärker abweichen darf, oder ist es ein Maß für die mittlere Abweichung (den Fehler)? |
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| 09.08.2011, 13:57 | Steffen Bühler | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
Anmerkung dazu: wie ich's kenne, entspricht eine angegebene Toleranz typischerweise drei Standardabweichungen. Kann natürlich im Liefervertrag anders festgelegt sein. Viele Grüße Steffen |
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| 09.08.2011, 14:20 | Zellerli | Auf diesen Beitrag antworten » | ||
Ja, richtig und der Fehler entsprich einer SD. Das ist eben eine wichtige Frage für eine eventuelle Berechnung (wenn es 3SD sind, kann man sich die Berechnung leicht sparen, wenn es so viele Werte eindeutig drüber gibt). |
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