Diskussion bzgl. Aussagenlogik

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Mole23 Auf diesen Beitrag antworten »
Diskussion bzgl. Aussagenlogik
Hallo zusammen,

ich hätte eine, wie ich finde, diskussionswürdige Aufgabe/Aussage bzw. Frage: In einer Vorlesung sprach heute ein Professor bei dem Thema Aussagenlogik als Beispiel für einen rhetorischen Satz, der keine Aussage ist bzw. sein soll, ausgerechnet folgenden vor:

"Morgen wird es regnen."

Als Definition für eine Aussage galt in diesem Fall die typische Regel, dass der Wahrheitswert bestimmbar sein muss.

Soweit, so gut. Bei rhetorischen Sätzen wie: "Bunte Farben sind schön." ist der Wahrheitswert ja eindeutig nicht bestimmbar.

Bei dem rhetorischen Satz: "Morgen wird es regnen." sieht das für mich allerdings ganz anders aus:

Was den Ort des fallenden Regens angeht, ist der Satz nicht ganz eindeutig. Entweder ist das gesamte Universum oder ein bestimmter Punkt unseres Universums gemeint. Das ist nicht genau definiert. Für meinen Beweis ist dieses allerdings unerheblich:

Der Wahrheitswert der Aussage, ist in Bezug auf eine themporäre Konstante sehr wohl beweisbar. Nämlich exakt in dem Moment, wo die themporäre Konstante gegen Null läuft, was in diesem Fall "morgen" um ca. 23.59.59 Uhr wäre. An diesem Zeitpunkt bzw. um 0.00 Uhr des nächsten Tages steht der Wahrheitswert der Aussage fest.

Es ist ja auch möglich ein Programm zu schreiben, das genau diese Aussage semantisch überprüft. Und auch wenn der Satz lauten würde: "In einer mio. Jahren regnet es.", gibt es einen exakten Zeitpunkt, an dem der Wahrheitswert eindeutig fest steht. Nämlich in einer mio. Jahren.

Nach der Definition, dass ein rhetorischer Satz eine Aussage ist, wenn von diesem der Wahrheitswert bestimmt werden kann, ist also der rhetorische Satz "Morgen wird es regnen." eine Aussage, denn der Wahrheitswert lässt sich nach Ablauf der themporären Konstante "morgen" (also bis 0.00 Uhr des nächsten Tages) eindeutig bestimmen.

Wo ist mein Denkfehler? In keinem Mathebuch finde ich Hinweise, dass der Wahrheitswert schon in dem Moment fest stehen muss, an dem dem der rhetorische Satz ausgesprochen wurde.

Ich freue mich schon auf eure Einwände und Anmerkungen. Evtl. kann mich ja doch einer vom Gegenteil überzeugen.

Beste Grüße, Ole!
galoisseinbruder Auf diesen Beitrag antworten »

Ich stimme Deiner Sichtweise und Argumentation (mit Bauchgrimmen) zu.
Wikipedia (Bsp. ) tut´s auch;
Und Wikipedia hat ja immer recht.
Darf man fragen was das für ´ne Vorlesung war?
Mole23 Auf diesen Beitrag antworten »

Hi, gerne, also das Thema der Vorlesung hieß "Grundlagen der Aussagenlogik" und ist Teil der Mathematikvorlesungen des ersten Semesters eines Studienganges für angewandte Informatik. Ich hatte an der Vorlesung bereits letztes Jahr bei einem anderen Prof. teilgenommen, deswegen war ich etwas verwundert...

Beste Grüße und danke für die Antwort!
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