geometrische Bedeutung der Richtungsableitung von Vektorfeldern

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MI Auf diesen Beitrag antworten »
geometrische Bedeutung der Richtungsableitung von Vektorfeldern
Hallo allerseits,

mein grundlegendes Problem ist die geometrische Bedeutung der Lie-Klammer von Vektorfeldern auf diff'baren Mannigfaltigkeiten. Das Problem lässt sich ja im Grunde zurückführen auf die Lie-Ableitung eines Vektorfeldes bzgl. eines anderen (definiert über die zugehörigen Flüsse), da die Konzepte übereinstimmen.
Okay, die Lie-Ableitung eines Flusses scheint nun im Wesentlichen die Richtungsableitung des Vektorfeldes bzgl. des anderen Vektorfeldes zu sein (zumindest im einfachen Fall des IR^n). Und das bringt mich an den Punkt, wo ich nicht weiterkomme: Was ist denn jetzt die Richtungsableitung eines Vektorfeldes geometrisch gesehen?

Nehmen wir ein Beispiel im IR^2 (also bleibe ich bei IR^2-Notation):
und . Jetzt berechne ich . Okay.
Und was sagt mir das jetzt? Wenn ich mir das Bild des Vektorfeldes V anschaue, dann habe ich also mit der Lie-Ableitung an jeder Stelle die Richtungsableitung bzgl. des konstanten Vektorfeldes U genommen, i.e. die Richtungsableitung bzgl. des Vektors in Richtung (1,1) gebildet. Aber irgendwie sehe ich nicht, wie ich das resultierende Vektorfeld geometrisch mit V verknüpfen kann, bzw. wo die "Richtungsableitung" ist.

Addendum: Natürlich kann ich sagen: Die Lieklammer sagt mir etwas aus, was passiert, wenn ich zwei Vektorfelder auf verschiedene Weise miteinander verkette - ist sie 0, dann "kommutieren" die Vektorfelder, was mir zwar tatsächlich ein bisschen Anschauung vermittelt, aber meine Frage nur bedingt beantwortet.

Gruß
MI
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Hi,

Die Lie-Klammer kann man folgendermassen schreiben:

Seien die Flüsse von . Dann gilt



(wobei evtl. [X,Y] durch [Y,X] zu ersetzen ist - es gibt hier unterschiedliche Konventionen)

D.h. die Lie-Klammer gibt dir ein Mass dafür, wieviel du vom Startpunkt p wegdriftest, wenn du rückwärts in Richtung des Flusses von Y gehst, dann entgegen der Richtung des Fluss von X und schliesslich entlang dem Fluss von Y, gefolgt vom Fluss von X.

Nämlich



Interessant ist hier, dass man sich nur quadratisch in Epsilon wegbewegt. Wenn man geeignete Vektorfelder definiert, kann man damit herleiten, wieso es schwer ist seitwärts einzuparkieren. ^^

Zu finden ist das z.B. im Skript von Prof. D. Salamon hier (Beispiel 1.38 auf Seite 33).

Added: Noch mehr Charakterisierungen für das Verschwinden von Lie-Klammern findest du in S. Lee "Introduction to Smooth Manifolds" (Proposition 18.5)

Eine etwas ernsthaftere Anwendung davon, dass die Lie-Klammer [X,Y] verschwindet gdw. für die Flüsse gilt



findet man im Beweis des Frobenius Theorems im Buch von Lee (soweit ich mich erinnere).

Gruss Wink
MI Auf diesen Beitrag antworten »

Danke für die Erklärung!

Ich habe heute auch noch mal gezeichnete Vektorfelder gesehen, das hat dann auch noch mal geholfen.

Gruß
MI
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