Holomorphie im Einheitskreis Staatsexamen 2003

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latingirl Auf diesen Beitrag antworten »
Holomorphie im Einheitskreis Staatsexamen 2003
Meine Frage:
Hallo!

Ich beschäftige mich gerade mit der Staatsexamens-Aufgabe 2003 Frühjahr Thema 3 Aufgabe 1. Sie wurde auf unserem Uni-Übungsblatt leicht umformuliert, so dass Folgendes zu beweisen ist:
Es sei f eine in D (Einheitskrei) holomorphe Funktion mit f(0)=0. Zeige:
a) Durch g(z) = sum(n=1bis?)(f(z^n)) wird eine in D holomorphe Funktion g definiert.
b) Ist f holomorph auf einer offenen Umgebung U von D-(abgeschl. Einheitskreis) und konvergiert die Reihe in a) für alle z aus D-, so ist f=0.

[attach]22497[/attach]

*** Habe deinen Anhang entfernt und die Aufgabenstellung aus dem Staatsexamen eingefügt. - gonnabphd ***

Meine Ideen:
Also zu a) habe ich f als Potenzreihe mit Konvergenzradius 1 dargestellt f(z)=sum(k=0bis?)(akz^k) und mir mal die Funktion g genauer angeschaut:
g(z)=sum(k=0bis?)(akz^k)+sum(k=0bis?)akz^2k+usw.
Wenn ich die Koeffizienten der Potenzreihe von g mit bk bezeichne, kann ich dann mit Hilfe der Voraussetzung, dass f Konv.radius 1 besitzt, auf limk->verwirrt bk/bk+1)=1 schließen? Man kann ja feststellen, dass die Koeffiz. bk die Summe über diejenigen aj sind für alle Teiler j von k (a0=0 nach Voraussetzung und auch b0=0, da auch g(0)=0).
zu b) Hier habe ich gedacht es geht über das Maximumprinzip oder so ähnlich, aber ich komme nicht wirklich weiter...

SOS, bitte helft mir! Wäre schön, wenn's 2011 noch klappt ;-)
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Hi und Willkommen im Forum,

Ich würde dich als erstes gerne darauf hinweisen, dass es hier die Möglichkeit gibt, Formeln mit darzustellen (sonst ist das leider nur schwer lesbar).

Um rauszufinden, wie das funktioniert, hilft dir dieser Thread sowie der Formeleditor. smile

Das Anhängen der Aufgabe scheint übrigens auch nicht so wirklich funktioniert zu haben.

Nun zur eigentlichen Aufgabe: Einfach die Reihenentwicklung einzusetzen ist wahrscheinlich keine so gute Idee. Du könntest allerdings dein f in der Form



mit holomorph schreiben (wieso?). Zeige damit, dass die Reihe



auf allen Kreisscheiben mit gleichmässig konvergiert (benutze dabei, dass h auf jeder solchen Kreisscheibe - für fixes r - beschränkt ist). Schliesse daraus Aufgabenteil a).

Mit einer ähnlichen Idee lässt sich b) zeigen.
Falls du noch mehr Hilfe brauchst, kannst du ja fragen.

Gruss Wink
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Hallo nochmal!

Leider liegt mein LATEX-Einführungskurs schon lange zurück! Wie geb ich z.B. eine Summe ein?

Ich muss doch zum Nachweis der gl.m. Konvergenz die Partialsummen sum(n=1 bis t)(z^nh(z^n)) betrachten und dann lim t->unendlich. h(z^n) ist ja beschränkt aber wie gehts dann weiter?

Und wieder freue ich mich über eine Antwort, bin echt noch "etwas" überfordert mit Funktionentheorie...

lg latingirl
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

... und meinst du "kompakt konvergent", d.h. gleichmäßig konvergent auf den abgeschlossenen (!!!) Kreisscheiben Dr.
Es gilt ja, dass der Grenzwert von kompakt konvergenten Reihen über holomorphe Funktionen wieder holomorph ist.

erst mal konzentriere ich mich auf die a), für b) brauch ich noch Bedenkzeit ;-)
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Leider liegt mein LATEX-Einführungskurs schon lange zurück! Wie geb ich z.B. eine Summe ein?


Wenn du dir die oben erwähnten Links anschauen würdest...

Zitat:
Ich muss doch zum Nachweis der gl.m. Konvergenz die Partialsummen sum(n=1 bis t)(z^nh(z^n)) betrachten und dann lim t->unendlich. h(z^n) ist ja beschränkt aber wie gehts dann weiter?


Benutze den Weierstraßschen M-Test. (Die geometrische Reihe ist dir schon bekannt, oder?)

Zitat:
gleichmäßig konvergent auf den abgeschlossenen (!!!) Kreisscheiben


Ob abgeschlossene Kreisscheiben oder offene, lokal gleichmässig muss es nur sein.

Zitat:
Es gilt ja, dass der Grenzwert von kompakt konvergenten Reihen über holomorphe Funktionen wieder holomorph ist.


Das ist genau die Idee.
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Guten Morgen und merci beaucoup! Habe gestern wohl vor lauter Rätselraten über die Aufgabe deine Threads zu LaTex übersehen, sorry...
Werde mal das Majorantenkriterium probieren, geo. Reihe ist bekannt...
lg
 
 
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Ok, Majorantenkriterium funktioniert... Danke für den Tipp!
Die Behauptung folgt dann doch, da lokal gleichmäßige Konvergenz die kompakte Konvergenz impliziert, oder? Wenn ja, dann ist mir ein kleines Lichtlien aufgegangen Freude

und es gilt doch: wenn f(z) holomorph, dann auch holomorph, oder???

So dann zur b): die Reihe ist ja hier konvergent auf dem abgeschl. Einheitskreis (Kompaktum). Ist eigtl. jeder abgeschlossene Kreis in C ein konvexes Gebiet?
Wie hilft mir die Idee aus a) hier?
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Die Behauptung folgt dann doch, da lokal gleichmäßige Konvergenz die kompakte Konvergenz impliziert, oder? Wenn ja, dann ist mir ein kleines Lichtlien aufgegangen Freude


Mais bien sûr! smile


Zitat:
und es gilt doch: wenn f(z) holomorph, dann auch holomorph, oder???


Jep.


Zitat:
Ist eigtl. jeder abgeschlossene Kreis in C ein konvexes Gebiet?


Konvex, ja. Gebiet nein, da nicht offen.


Zitat:
Wie hilft mir die Idee aus a) hier?


Hatte ursprünglich an die Divergenz der geometrischen Reihe gedacht, doch eigentlich hilft das nicht unbedingt weiter. Allerdings könntest du ja mal die Punkte auf betrachten? Was macht denn die Reihe dort? smile
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Die Antwort kam ja wieder richtig fix, vielen Dank dafür!

Also g() = \sum\limits_{n=1}^\infty f(1)

Da f(1) von n unabh. ist, muss f(1)=0 gelten, sonst divergiert ja die Summe.

Hilft nun Folgendes weiter?:
Da f holomorph in Umgebung von abgeschl. Einh.kreis, wird wg. der Gebietstreue ein Gebiet um 0, welches 1 enthält, auf ein Gebiet um f(0)=0 abgebildet.
--> Anwendung von Max.prinzip auf den abgeschl. Einheitskreis??? f(1)=f(0)=0


Und noch eine ganz andere Frage:
f_n(z) = z^(n-1) konvergiert ja im Einheitskreis punktweise gegen 0, aber es gilt ja, dass (1-\frac{1}{n-1})^{n-1} für n-->unendlich gegen 1/e konvergiert. 1/e ist jedoch nicht 0... Das versteh ich nicht, für mich passen die beiden Aussagen nicht zusammen. Wo liegt mein Denkfehler?

Mahlzeit!
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Nochmals dasselbe nur mit LATEX richtig angewendet:

Die Antwort kam ja wieder richtig fix, vielen Dank dafür!

Also g() =

Da f(1) von n unabh. ist, muss f(1)=0 gelten, sonst divergiert ja die Summe.

Hilft nun Folgendes weiter?:
Da f holomorph in Umgebung von abgeschl. Einh.kreis, wird wg. der Gebietstreue ein Gebiet um 0, welches 1 enthält, auf ein Gebiet um f(0)=0 abgebildet.
--> Anwendung von Max.prinzip auf den abgeschl. Einheitskreis??? f(1)=f(0)=0


Und noch eine ganz andere Frage:
f_n(z) = z^(n-1) konvergiert ja im Einheitskreis punktweise gegen 0, aber es gilt ja, dass für n-->unendlich gegen 1/e konvergiert. 1/e ist jedoch nicht 0... Das versteh ich nicht, für mich passen die beiden Aussagen nicht zusammen. Wo liegt mein Denkfehler?

Mahlzeit!
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Also g() =


Weiterer Tipp zum LaTeX hier im Board: Du kannst gleich die ganze Gleichung in einem "LaTeX-Stück" einfügen. z.B.

code:
1:
[latex] g \left( e^{\frac{2\pi i}{k}} \right) =  \sum\limits_{n=1}^\infty f \left( e^{\frac{2\pi i n}{k}} \right)[/latex]


ergibt



Also allgemein einfach

code:
1:
[latex] <Deine gesamte Gleichung oder Formel> [/latex]


eingeben, dann passt das wunderbar! smile

Dein Fehler: Das n, welches du links in g(z) einsetzt ist, kann nicht der Index sein, worüber du auf der rechten Seite summierst! geschockt

Du siehst allerdings richtig, dass z.B. für aus der Konvergenz der Reihe folgen muss, dass .

Zeige, dass auch für alle k gelten muss. Beachte weiterhin, dass sich diese Menge bei 1 häuft: .

Folgere daraus b). smile

Zum Thema : Du kannst nicht irgendwie zuerst das n aussen nach undenlich gehen lassen und dann innen... Die Folge in den Klammern konvergiert gegen 1; während das "hoch n" die Folge gegen 0 zu drücken versucht, flieht der Teil innen Richtung 1. Das Ergebnis dieses Kräftemessens ist, dass die beiden Teile sich teilweise aufheben und gegen 1/e konvergieren. Steht also nicht im Widerspruch dazu, dass jede für
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Okidoki, also dann geht's weiter mit den Überlegungen:
Kann ich dann für k=2 folgern, dass auch f(-1)=0, da ja schon f(1)=0 aus k=1 folgt?
Zeige ich deine Behauptung über vollständige Induktion (für alle k)?

Sollte ich das gezeigt habe, dann bleibt ja immer noch die Behauptung f=0:
Hierzu brauche ich wahrscheinlich die Voraussetzung, dass f auf offener Umgebung (Gebiet!) des abgeschl. Einheitskreises holomorph ist. Dann könnte ich ja, da ich dann gezeigt habe, dass f für alle 0 ist, und sich diese Punkte ja in 1 häufen, nach dem Identit.prinzip folgern, dass f=0.

Bzgl. der Induktion tüftel ich noch weiter bzw. vielleicht seh ich noch eine andere Beweismöglichkeit...

Ganz vielen Dank schon jetzt für deine hilfreichen Antworten!
Natürlich können gerne auch andere hier posten Wink
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Ich hab nochmals darüber gegrübelt:
Mittlerweile glaube ich, dass Induktion iwie zu "schwierig"/umständlich hier wäre...
Man potenziert ja innerhalb der Funktion f Konstanten mit n. Kann man dann schon auf f(...)=0 schließen, und somit g(...)=0?
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Ich denke, du solltest nochmal ein bisschen die Analysisunterlagen studieren (damit meine ich Konvergenz von Reihen, glm. Konvergenz von solchen Teilern). Die Dinge sollte man schon möglichst verinnerlichen (macht alles leichter). Aber nun ja, hier ein letzter Tipp zu dieser Aufgabe:

Tipp: Eine notwendige Bedingung für die Konvergenz einer Reihe ist
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Ich sag nur soviel: Manchmal sind man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Trotzdem Danke für deine Geduld!
Gruß
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

Also: muss gegen Null konvergieren für n gegen unendlich.
Da wir ja schon wissen, dass sein muss und dies ja in der Folge für alle n der Fall ist, die ein Vielfaches von k sind, müssen auch die restlichen Folgeglieder 0 sein, damit die Folge konvergieren kann.

...
latingirl Auf diesen Beitrag antworten »

... und so schließe ich:

Zitat:
Original von latingirl

Sollte ich das gezeigt habe, dann bleibt ja immer noch die Behauptung f=0:
Hierzu brauche ich wahrscheinlich die Voraussetzung, dass f auf offener Umgebung (Gebiet!) des abgeschl. Einheitskreises holomorph ist. Dann könnte ich ja, da ich dann gezeigt habe, dass f für alle 0 ist, und sich diese Punkte ja in 1 häufen, nach dem Identit.prinzip folgern, dass f=0.



Anmerkung: Ich finde ein Gebiet in der offenen Umgebung, so dass...

Ich hoffe sehr, dass das jetzt so stimmt. Ein kleiner Lichtblick zu Neujahrsanfang wäre schön smile
gonnabphd Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Da wir ja schon wissen, dass sein muss und dies ja in der Folge für alle n der Fall ist, die ein Vielfaches von k sind, müssen auch die restlichen Folgeglieder 0 sein, damit die Folge konvergieren kann.


Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du hier das richtige meinst. Das Entscheidende ist:

ist periodisch in n mit Periode k. Das heisst, falls wäre für ein n, so müsste auch



gelten. Was nicht geht, wenn die Reihe konvergieren soll. Der Rest ist richtig.
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