Satz von Stokes : Unklare Schreibweise

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michaaa Auf diesen Beitrag antworten »
Satz von Stokes : Unklare Schreibweise
Guten Tag,

ich hätte mal wieder eine Frage :

Ich soll mit Hilfe von Stokes ein Integral berechnen :



Die Kurve ist ein Dreieck mit den Punkten A(0,0) , B(1,0) und C(1,1)

Ich hätte gedacht man kann das dxdy aus der Klammer rausziehen,
sodass dann da steht :



Demzufolge müsste man die Terme jeweils ableiten und könnte dann
das Integral lösen : X -> 0 bis 1 und Y -> 0 bis X



Ist das richtig oder bin ich auf dem Holzweg ?

MfG
Michael
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Das mit dem "Rausziehen" von ist sehr phantasievoll, entspricht aber nicht dem Kalkül, ob du den Stokesschen Satz nun im Rahmen von Differentialformen oder klassischer Vektoranalysis kennengelernt hast. Halte dich an die Konzepte deiner Vorlesung. Bei richtiger Lösung kommt so etwas Ähnliches wie bei dir heraus. Allerdings ist da noch ein Vorzeichenfehler und ein Variablendreher drin.
michaaa Auf diesen Beitrag antworten »

Das (f(x)*dy - f(y)*dx) hatten wir in der Vorlesung nicht.
Da haben wir nur mit Vektoren gerechnet, deshalb ist diese Schreibweise
auch für mich unbekannt. Mir fehlt da der Zusammenhang.

Wo allerdings der Vorzeichenfehler und der Variablendreher sein sollen, weiß
ich leider nicht.
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »



ist eine sogenannte Differentialform. Vielleicht kennst du das in der Schreibweise eines formalen Skalarprodukts:

michaaa Auf diesen Beitrag antworten »

Ich habe nochmal bissel in unserer Formelsammlung geblättert und habe nen
neuen Ansatz, allerdings weiß ich auch nicht ob dieser richtig ist.

rot und

Nun brauche ich ja noch d und das ist ja im Kartesischen
Koordinatensystem :

d

einsetzen und gut :



wie siehts jetzt aus ?
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Wir sind hier im Zweidimensionalen. Da passen deine Formeln nicht.

sei das Dreieck und sein positiv orientierter Rand. Nach Stokes gilt dann:



In der Sprache der Vektoranalysis lautet, wenn und die Komponentenfunktionen von sind, die Formel so:



Jetzt rechne erst einmal den Integranden richtig aus. Und wenn du bei der Integration über zuerst über und dann über integrierst, dann ist



die richtige Variablenreihenfolge.
 
 
michaaa Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Leopold
...
In der Sprache der Vektoranalysis lautet, wenn und die Komponentenfunktionen von sind, die Formel so:


...


Dieser Zusammenhang entsteht durch rot und "weil dz=0 ist", werden die entsprechenden Komponenten "weggelassen" ?




so richtig ?

Da stellt sich mir aber die Frage warum wird d in diesem Fall nicht beachtet(oder doch?) ? Weil wir in diesem Fall nur 2 dimensional arbeiten ? In unseren sonstigen Beispielen haben wir immer in R³ gearbeitet, sodass wir dann noch d bestimmen mussten. Das verstehe ich noch nicht so ganz.
Ehos Auf diesen Beitrag antworten »

@Michaa
Ich zeige dir mal, wie man den bekannten Stokeschen Satz vom 3D-Raum auf den 2D-Raum spezialisiert. Im 3D-Raum lautet der Stokesche Satz bekanntlich

.

Dabei ist ein Vektorfeld, das auf der Fläche mit der Randkurve definiert ist. Liegt diese Fläche und damit die Randkurve innerhalb der 12-Fläche, gilt für die Randkurve . Da das Flächenelement laut Definition ein Vektor ist, der senkrecht auf der Fläche steht und dessen Betrag der Flächeninhalt dieses Elementes ist, lautet es in diesem Falle . Damit wird aus dem obigen Stokeschen Satz

.

Ausmultiplizieren beider Skalarprodukte ergibt den sog. "Stokeschen Satz in der Ebene" bzw. die "Formel von Green"



In deiner Aufgabe lautet das Vektorfeld , woraus folgt . Berechne damit der Einfachheit halber nicht das Kurvenintegral, sondern das Flächenintegral auf der rechten Seite, also

michaaa Auf diesen Beitrag antworten »



dies ist doch aber auch gleich dem :



Ob ich nun x von y abhängig mache oder andersrum ist egal oder ?

Hatte mich verrechnet ... 1/3 +1 ist natürlich 4/3 und nichts anderes.

Super. Danke für die Hilfe smile
Ehos Auf diesen Beitrag antworten »

Ja, die Reihenfolge der Integration ist egal, wenn man die Grenzen so wählt wie du. Ich habe das Ergebnis aber nicht nachgerechnet.
michaaa Auf diesen Beitrag antworten »

Muss nochmal ne Frage stellen, wenn ich mir die nächste Aufgabe anschaue :



K: x= a cos³ t , y= a sin³ t ,

Wie fange ich bei dieser Aufgabe an ? Ich habe die gleiche Vorgehensweise
wie oben probiert (Formel von Green). Da kommt aber 0 raus, was ich
bezweifel. Hat jemand eine Idee ?
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von michaaa
Da kommt aber 0 raus, was ich bezweifel.


Die Zweifel ehren dich. Aber mit Green bekommt man tatsächlich 0 als Integranden. Wenn du schon von der Exaktheit von Differentialformen (oder der Konservativität von Vektorfeldern, wie es, glaube ich, bei den Physikern heißt) gehört hast, erstaunt das auch nicht. Denn es gibt eine Funktion mit



wobei mit und wieder die Komponenten der Differentialform, also die Koordinaten von gemeint sind. Du kannst ja einmal probieren, dieses zu bestimmen.
michaaa Auf diesen Beitrag antworten »

Mit Hilfe habe ich das F rausbekommen und wie gehe ich jetzt weiter vor ?
Vorallem was mache ich mit x(t) und y(t)?



Aber wenn ich x(t) für x einsetze und y(t) für y, muss doch eigentlich 0 rauskommen
oder ? Wegen den 0 bis 2 von den cos/sin t .. hätte ich jetzt
gedacht.
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Wenn wie hier eine solche Stammfunktion existiert, kann man einfach



rechnen. Bei einem Kreis sind aber Endpunkt und Anfangspunkt gleich, also ergibt sich . Für geschlossene Kurven ergibt sich in dieser Situation immer .
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