Jüngster Prof - Seite 2 |
| 18.10.2012, 18:34 | Che Netzer | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Zu dieser Diskussion mit Begabung, Fleiß etc.: Für mich zählt eher, was andere erreichen; nicht wie jung oder wie alt sie dabei sind oder wieviel Zeit sie investieren mussten. Wenn sie irgendwelche Leistungen unter schwierigen Bedingungen erbracht habe, ist das vielleicht ungewöhnlich, aber dass man das bewundern muss, bezweifle ich... Wenn jemand sehr viel Zeit und Fleiß für etwas aufbringt, kann man davor natürlich Respekt haben; aber hauptsächlich, wenn es auch etwas ergibt. Wenn manche Studenten semesterlang dieselben Module wiederholen und nie aufgeben, könnte man das respektieren, aber man sollte auch erkennen, wenn derjenige einfach nicht intelligent genug dazu oder nicht für den jeweiligen Studiengang geeignet ist. Dann würde ich es ihm viel höher ansehen, wenn er einsieht, dass er lieber etwas anderes versuchen sollte. |
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| 19.10.2012, 13:30 | Abakus | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Bzgl. der Talentfrage bin ich eher ein Anhänger der obigen 10.000 Stunden Theorie. Demnach könnte (fast) jeder sehr gut bis exzellent in einem Fach werden. http://en.wikipedia.org/wiki/10000_hours_rule Was jemand mit Talent machen sollte, ist dann die Frage. Ich denke so jemand sollte Unternehmer werden, ein Unternehmen gründen und etwas Großes daraus machen, und letztendlich etwas bewegen. Abakus
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| 19.10.2012, 13:37 | Che Netzer | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Diese "10.000 Stunden Übung" sehe ich nur als EINE mögliche Ursache von Talent. Und das mit den Unternehmen klingt mir viel zu wirtschaftlich
Was jemand mit Talent machen sollte, hängt vom Talent ab. Und was für ein Unternehmen sollte überhaupt ein guter Musiker oder Physiker gründen? |
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| 19.10.2012, 13:44 | Abakus | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ein Musik-Label/Musik-Studio-Firma für den Musiker; und für den Physiker eine, die seine Erfindungen verwertet/anwendet/verkauft. Wenn beide in einem Hinterzimmer/Labor verrotten, bringt das ja keinem was. Abakus
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| 19.10.2012, 13:48 | Che Netzer | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Könnten sie sich da nicht besser auf ihre Arbeit konzentrieren? Was sie dann produzieren, kann ja trotzdem noch irgendwie verbreitet werden. |
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| 19.10.2012, 13:55 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Mann, dieser Artikel ist wirklich Wasser auf meine Mühlen und drückt ziemlich genau aus, was ich oben schon habe versucht zu sage: Ein gerüttelt Maß an Talent braucht man schon, keine Frage ("Ex nihilo nihil!"), was aber dann die wirklichen Ausnahmekönner ausmacht, ist eine absolute Obsession, das völlige Aufgehen in einer Sache... Besonders beeindruckt war ich davon, dass auch die Beatles die 10000-Stundenregel in ihrer Hamburger Zeit erfüllt haben...Ich selbst kann auch nur immer wieder Euler zitieren, der noch in den letzten 12 Jahren seines Lebens, obwohl da schon beidseitig erblindet und beim Niederschreiben auf fremde Hilfe angewiesen, unermüdlich weiter mathematische Arbeiten produzierte (etwa die Hälfte seines Opus)... |
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| 02.11.2012, 17:47 | Sherlock Holmes | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Hallo, schaut euch mal diesen Jungen an Klick Na, was für Leute es doch gibt...
Gruß Sherlock |
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| 03.11.2012, 03:29 | Kasen75 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Vor allem können die 10.000 Stunden bei manchen Menschen so gut wie gar nichts bewirken. Um mal ein Zitat von Kurt Tucholsky zu bemühen (wir kennen es ja): "Erfahrung heißt gar nichts. Man kann eine Sache 35 Jahre falsch machen." Das gilt z.B. auch für Professoren, die zwar mit viel Fleiß (und auch ein bisschen Talent) den Titel erworben haben, aber dann in der Forschung nicht wirklich viel zustande kriegen. Grüße. |
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| 03.11.2012, 10:14 | Sherlock Holmes | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
http://www.welt.de/wissenschaft/article1...Mathegenie.html Das wird immmer verrückter... Da wird man richtig neidisch, dass man selbst nicht so rechnen kann.
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| 03.11.2012, 10:27 | Gast11022013 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Wenn ich auf etwas nicht neidisch bin, dann auf Menschen, die unglaubliche Dinge im Kopf berechnen können. Das ist doch irgendwie überflüssig, finde ich. Es hat auch nicht so viel mit Mathematik zu tun, finde ich. Ein Mathegenie ist für mich jedenfalls keiner, der gut oder sehr gut oder übermenschlich gut rechnen kann, sondern eher solche Leute wie Gauß oder was es noch für große Mathematiker gab und gibt. Von daher finde ich den Titel des Artikels etwas unpassend. "Rechengenie" wäre vielleicht passender. |
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| 03.11.2012, 10:30 | Iorek | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Aha? Dann zitiere ich mal:
Ich würde für ein bischen Kopfrechentricks nicht meine gesamten sozialen Kompetenzen aufgeben wollen, zumal das auch nicht wirklich was mit Mathematik zu tun hat (wobei das von den meisten Medien ja immer damit identifiziert wird - er kann die 23 Wurzel aus 124901237969213132706 im Kopf ziehen, das muss ein Mathegenie sein). |
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| 03.11.2012, 10:34 | Gast11022013 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ja, woher kommt das eigentlich, dass man RECHNEN mit MATHEMATIK verwechselt? Ich habe da schon oft drüber nachgedacht und bin immer nur zu dem Ergebnis gekommen, dass das mit der Schule zusammenhängen muss. Ein Professor aus dem zweiten Semester hat das mal sehr passend ausgedrückt, wie ich finde: "Das, was man in der Schule macht, sollte man eigentlich "Rechnen" nennen. Früher hieß das ja auch mal so." |
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| 03.11.2012, 10:55 | Zellerli | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Kasen75:
Um diesen Satz, bzw. um einen Effizienz-Faktor würde ich die 10000-Stunden-Regel auch ergänzt haben wollen. Und eben darum, dass man eine Sache auch extrem richtig machen kann. Ob richtig oder falsch erkennt man sehr oft garnicht selber, sondern andere tun es. In vielen Feldern (egal ob Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft) hat man diesen Effizienz-Faktor nur bedingt in der Hand. |
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| 03.11.2012, 11:05 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ja, man denke nur an die berühmte Geschichte von Olver Sacks' Zwillingen beide mit einem IQ von 60 ausgestattet... Das wären ja dann wahre Mathematikgenies gewesen...
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| 03.11.2012, 11:25 | Monoid | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Hallo, Aber ist Don Zagier nicht schon früher Prof. geworden? |
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| 03.11.2012, 11:29 | Iorek | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Eine kleine Wikipediarecherche ergab, dass Don Zagier 1951 geboren und 1976 Professor geworden ist. |
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| 03.11.2012, 11:32 | Monoid | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Hier steht was anderes: www.mpg.de/1042708/w004_Kultur-Gesellschaft_090-096.pdf |
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| 03.11.2012, 11:41 | tmo | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ehm...Nein
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| 03.11.2012, 11:42 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Hm, kann es sein, dass du vielleicht Habilitation mit Antritt einer Professur verwechselst? Oder auf welche Stelle in dem zitierten Artikel beziehst du dich genau?
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| 03.11.2012, 11:51 | Monoid | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Dort steht weit am Anfang, ... und habilitierte sich mit 23 Jahren. |
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| 03.11.2012, 11:56 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Noch einmal:
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| 03.11.2012, 11:56 | tmo | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Auf den Unterschied zwischen Habilitation und Professur hat Mystic ja schon verwiesen. Völlig abgesehen davon steht auf Wikipedia nichts Widersprüchliches dazu. Weder zum Zeitpunkt der Habilitation noch zum Antritt der Professur. |
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| 03.11.2012, 12:20 | Iorek | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Abgesehen von einigen Ausnahmefällen in der Oberstufe könnte man dem kaum widersprechen. Die erste Frage meiner Nachhilfeschüler ist meistens "Wie rechne ich das jetzt aus?" bzw. "Was muss ich hier denn ausrechnen?", selten mal "Wie gehe ich da möglichst intelligent ran, was für Lösungsmöglichkeiten stehen mir zur Verfügung und wo will ich überhaupt hin?". Zusammenhänge (vor allem bei Textaufgaben mit Sachzusammenhang) werden oft nicht erkannt bzw. erst nachdem man darauf hinweist, an oberster Stelle steht das Ergebnis für den Aufgabenteil c) (häufig erlebt: Kurvendiskussion, gefragt ist nach den Hoch-/Tiefpunkten, also werden die ersten beiden Ableitungen gebildet. Dass man gerade bei Funktionen wie doch das in der Ableitungsfunktion ausklammern kann um sich einerseits die Nullstellenfrage zu erleichtern und andererseits die zweite Ableitung einfacher bestimmen kann...) |
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| 03.11.2012, 12:50 | Mystic | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Ja, Kurvendiskussion ist ein gutes Thema, bei dem nach meinen Erfahrungen auch viele Lehrer an unseren Schulen heillos überfordert sind... Man nehme z.B. nur die Funktion y=|x| auf dem Intervall [-1,1]... Würde man da so vorgehen, wie es in der Schule oft gemacht wird, nämlich die erste Ableitung nullsetzen, hätte die Funktion überhaupt keine Extrema... In Wahrheit hat sie aber sogar drei, zwei Maxima und ein Minimum...
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| 03.11.2012, 14:15 | Che Netzer | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Und hat natürlich auch kein Minimum, da die zweite Ableitung an der Stelle Null nicht positiv ist
Weiß jemand, wie es dazu kam, dass an Schulen aus "Rechnen" plötzlich "Mathematik" wurde? Ich würde Rückbenennung zu "Rechnen" auch begrüßen. Das entspricht nicht nur der Wahrheit, sondern zeigt den Schülern vielleicht auch, dass die eigentliche Mathematik nicht so langweilig sein muss, wie an der Schule. |
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| 03.11.2012, 14:24 | Airblader | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Das mag ich bezweifeln, da die sicherlich dennoch nicht unbedingt auf die Idee kommen, sich freiwillig mit Mathematik auseinanderzusetzen. Umbenennen des Faches mag der Wahrheit entsprechen, aber beliebter wird das Fach dadurch erstmal ja nicht und Rechnen ist letztendlich eben immer noch mit Mathematik verbunden. Mein Mathe-Lehrer sagte übrigens immer: "Mathematik fängt dort an, wo Rechnen aufhört!". Ich hatte das Glück, einen tollen Mathe-Lehrer zu haben (in der Oberstufe), der nicht nur wusste, was Mathematik wirklich ist, sondern es auch verstand, selbst das Rechnen irgendwie interessant zu machen. Gibt leider viel zu wenige solcher Lehrer. air |
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