Wieso ist jede holomorphe Abbildung winkelerhaltend?

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12345678 Auf diesen Beitrag antworten »
Wieso ist jede holomorphe Abbildung winkelerhaltend?
Meine Frage:
Ich habe mittlerweile recht häufig gehört, dass jede holomorphe Abbildung winkelerhaltend ist.
Mir ist allerdings nicht klar, wieso das so ist.

Meine Ideen:
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Seien zwei über parametrisierte differenzierbare Kurven mit gemeinsamem Anfangspunkt . Der Winkel zwischen den Kurven wird durch die Tangentialvektoren bestimmt:



Das Skalarprodukt im Zähler ist durch definiert und entspricht dem Standardskalarprodukt des , wenn man und kanonisch identifiziert. Einfach nachrechnen. Man muß voraussetzen, damit man von einem Winkel sprechen kann.

Jetzt nimm eine in holomorphe Funktion mit und berechne den entsprechenden Ausdruck für die Bildkurven und . Beachte die Kettenregel. Nach etwas Rechnung sollte dasselbe herauskommen. Es läuft auf das Kürzen von hinaus.
12345678 Auf diesen Beitrag antworten »

danke!
also beim Skalarprodukt bin ich mir etwas unsicher:
.
Aber müsste es nicht heißen , bzw. wieso?

Andererseits ist:
Und da find ich den Vorzeichenfehler nicht.

Jetzt zum Winkel:

.

Und jetzt würd ich gern kürzen, aber mir fehlt ein Betrag von
im Zähler, weil eine komplexe Zahl quadriert ist ja nicht das gleiche wie ihr Betrag quadriert im Allgemeinen, oder? Oder macht's einfach keinen Unterschied hier, weil dafür, dass eine Abbildung winkelerhaltend ist, egal ist, ob der Winkel positiv oder negativ ist? Weil arccos drauf angewendet würde ja einfach den negativen Winkel dann liefern.

Und hat das auch einen intuitiven Grund, wieso holomorphe Funktionen winkelerhaltend sind?
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Einmal hast du statt geschrieben. Und dann sind ja komplexe Zahlen. Wo bleibt in deiner Rechnung das ?

Mit kanonisch und folgt:



Dann beachte, daß du beim Skalarprodukt eine komplexe Zahl nicht wie eine rein reelle behandeln darfst. Vielmehr gilt, wenn sind:

12345678 Auf diesen Beitrag antworten »

ja stimmt, das muss w heißen.
ah, ok!


das heißt, wegen

erhalte ich in der letzten Gleichheit die gewünschten Betragsstriche, und somit erhalte ich ?

Da war mein Fehler glaube ich, dass ich dachte, dass Skalarprodukte bilinear sind, dabei ist dieses Skalarprodukut ja nur sesquilinear im Komplexen.
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Du mußt als zweidimensionalen -Vektorraum auffassen. Das hier definierte Skalarprodukt ist das gewöhnliche Skalarprodukt des , nur komplex geschrieben. Es handelt sich also nicht um eine positiv definite hermitesche Sesquilinearform.
 
 
12345678 Auf diesen Beitrag antworten »

ok, danke!
das heißt so als Beispiel ist dann
, denn

und
Also das beweist natürlich nichts, und du hast den allgemeinen Fall ja unten schon beschrieben.
Aber hab ich das richtig verstanden, dass du das vom rechnen her so meinst?
Und bilinear ist das ja jetzt auch nicht mehr, oder doch? Ich glaub da hängts bei mir noch ein wenig, weil wenn's bilinear wäre, dürfte ich dann nicht nach Definition von Bilinearität in dem Beispiel die beiden i rausziehen (ohne Betrag)?
Che Netzer Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von 12345678
Und hat das auch einen intuitiven Grund, wieso holomorphe Funktionen winkelerhaltend sind?

Naja, eher nicht.
Wenn aber eine Kurve in gegeben ist, so ist
.
Und beschreibt die Streckung um und Rotation um . Da dies unabhängig von geschieht, sind holomorphe Funktionen mit nichtverschwindender Ableitung winkelerhaltend.
Das war auch schon der Beweis.

Die Anschauung wäre also folgende:
Dadurch, dass die Ableitung überhaupt existiert, streckt und rotiert eine holomorphe Funktion die Tangenten zweier Kurven gleichermaßen, was deren Schnittwinkel nicht ändert.
12345678 Auf diesen Beitrag antworten »

Ok, versteh ich das richtig:

Der Winkel zwischen zwei Kurven in einem Schnittpunkt hängt lediglich von der Ableitung der beiden Kurven in diesem Punkt ab.

Wenn ich nun eine Kurve habe, dann ist für Schnitte mit anderen Kurven im Punkt
lediglich relevant und entsprechend für die andere Kurve.
Nun ist aber
Somit wird die Ableitung in nur gestreckt oder gedreht, da eine komplexe Zahl ist (unabhängig von ) aber genauso eben die Ableitung von der anderen Kurve, somit ändert sich der Winkel zwischen den beiden Kurven auch im Bild nicht, denn es ist , für eine andere Kurve , sonst wäre es kein Schnittpunkt.
Che Netzer Auf diesen Beitrag antworten »

Ja, das hört sich gut an.
Nur das hätte ein sein sollen.
12345678 Auf diesen Beitrag antworten »

danke!
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