Poissongleichung auf dem Zylinder

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Bernhard1 Auf diesen Beitrag antworten »
Poissongleichung auf dem Zylinder
Ich bräuchte aktuell Hilfe bei der folgenden Übungsaufgabe:

Gesucht ist das Potential als Lösung der folgenden zweidimensionalen Poissongleichung:



Damit die Lösung eindeutig wird, sollen die folgenden Randbedingungen gelten:



und



Die Lösung soll zusätzlich spiegelsymmetrisch zur x- und y-Achse sein und ist für definiert. Für sollte die Lösung divergieren (?), damit der Laplace-Operator die Deltafunktion im Ursprung liefert.

Ein Separationsansatz mit Legendre-Polynomen hilft hier meiner Meinung nach nicht weiter, wegen des Pols im Ursprung.

Wäre dankbar für jede Idee dazu.
MfG

EDIT: Ich werde voraussichtlich mal eine Fourierzerlegung in x-Richtung ausprobieren.
Ehos Auf diesen Beitrag antworten »

Die Aufgabe entspricht folgendem Sachverhalt:

Gegeben ist ein unendlich großes Blech, wobei sich am Nullpunkt (x,y)=(0,0) eine punktförmige Wärmequelle befindet. Von dort breitet sich die Wärme über das Blech aus. An der Geraden x=L/2 befindet sich eine linienförmige Wärmebarriere, durch welche die Wärme nicht hindurchströmen kann. Praktisch könnte man diese Barriere durch Abschneiden des Bleches entlang der Geraden x=L/2 realisieren. Gesucht ist die stationäre Wärmeverteilung in der sog. Halbebene (also links von der Schnittkante x=L/2).

Bei derartigen Aufgaben verwendet man folgenden Trick (=Spiegelladungsmetode):

Um die Randbedingung an der Schnittkante x=L/2 zu befriedigen, betrachtet man das gesamte Blech, welches die xy-Ebene vollständig ausfüllt. Rechts der Geraden x=L/2 denkt man sich eine zweite punktförmige Wärmequelle am Ort (x,y)=(L,0), welche folglich bezüglich der Geraden x=L/2 spiegelsymmetrisch zur ersten Wärmequelle (x,y)=(0,0) liegt. Durch diese symmetrische Anordnung beider Wärmequellen links und rechts der Geraden x=L/2 hat man automatisch erreicht, dass keine Wärme mehr durch diese Gerade x=L/2 strömt. Damit ist also die Randbedingung an der Schnittkante wie von selbst erfüllt! Anschaulich ist klar, dass die Wärmeverteilung aufgrund der symmetrischen Anordnung der 2 Wärmequellen symmetrisch zur x- und y-Achse sein muss. Zu lösen ist also folgende Aufgabe (ohne Randbedingungen)



Für die Lösung dieser Aufgabe informiere dich unter

http://www.asc.tuwien.ac.at/~juengel/scripts/PDE.pdf, Seite 33,
Kapitel: "Die Greensche Funktion für die Halbebene"

Dort wird die Spiegelladungsmethode nochmals erläutert.
Bernhard1 Auf diesen Beitrag antworten »

Danke Ehos!

Ich konnte die Lösung nachvollziehen. Manchmal kommt man einfach mit der Notation oder dem Stil eines Lehrbuches nicht zurecht und da sind dann Alternativen wirklich hilfreich Freude .
MfG
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