Periodische Funktion "gleichrichten"

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moclus Auf diesen Beitrag antworten »
Periodische Funktion "gleichrichten"
Ich hab ein Problem mit Funktionen dieser Art:



Es handelt sich um eine Mischspannung: Gleich- und Wechselspannung. Ich möchte nun den Gleichrichtwert bilden, also:



Damit das Integral mir nicht nur die 100 liefert, nehm ich den Betrag aus allen Integranden. Doch auch die liefern mir in diesem Fall 0 wenn ich das Integral bilde ... ich hab einen heftigen Denkfehler verwirrt

Wenn ich T/4 nehme als obere Grenze, brauch ich den Betrag nicht mehr. Das versteh ich, weil die Funktion dann erstmal nur 90° zurücklegt. Aber wenn ich die gesamte Periode nehme und den Betrag, dann "klapp" ich doch die gesamte Schwingung hoch, sodass da nicht 0 rauskommen dürfte.

Wo liegt mein Fehler?
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von moclus
ich hab einen heftigen Denkfehler verwirrt

In Anbetracht der von dir nicht angeführten konkreten Rechnung, aber aus Erfahrung ähnlicher Fälle hier im Board vermute ich mal folgendes:

Aus Stammfunktion hast du auf forsch auf geschlossen?

Falls dem so ist: Großer Fehler, das stimmt überhaupt nicht. unglücklich

Du musst das Integrationsgebiet in passende Intervalle zerlegen und dort dann jeweils den Betrag "sauber" auflösen.
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

Oh ...
verdammt. Ja, das hab ich getan unglücklich

Wäre das für solch eine Funktion nicht sehr aufwendig? verwirrt Also das mit den passenden Intervallen ..
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Na zunächst mal kannst du ja substituieren, dann folgt sowie



Das ist jetzt also "frei" von , und du kannst den Integranden (zunächst ohne Betrag) ja mal plotten und schauen, wo dessen Nullstellen sind, vielleicht bestimmst du sie ja auch exakt.
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

Darauf wäre ich nicht gekommen... verwirrt

Ein anderer Ansatz wäre ja, dem Integral eine bestimmte Periode zu verpassen. Kann ich denn jede beliebige Periode auswählen? Die periodische Gestalt einer Funktion wird ja erst ersichtlich, wenn sie die Ruhelage durchläuft oder?
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von moclus
Darauf wäre ich nicht gekommen...

Worauf? Bisher ist ja fast nix passiert, die Substitution habe ich nur gemacht, damit das ganze mathematisch einfacher behandelbar ist und der Einfluss von eliminiert ist.
 
 
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

Genau den Schritt meinte ich. An Nullstellen hätte ich erst gar nicht gedacht. Mir wird jetzt auch bewusst, dass ich niemals ein Integral so behandelt habe.

Nun, bevor ich deinen Schritt weiterverfolge, hab ich eine Frage zu der Periode.
Kann ich jede beliebige Periode bis T einsetzen um den Integranden ohne Betrag zu berechnen? Also T / 2 T / 4 ...
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Wo willst du was einsetzen? Ich verstehe diese Frage nicht. unglücklich
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

Ich rechne mal ganz kurz und melde mich gleich nochmal smile
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

So .. ich hab mir mal ein wenig Zeit genommen. Also:

Ich nehme oben mal nur ein Term raus. Nehmen wir an ich will nun diesen Term:



gleichrichten.

wobei:

ist.

Nun das Integral:


entspricht in diesem Fall auch:



Nun substituier ich die Grenzen mit und setze für T ein:


Dann sieht der Ausdruck wie folgt aus:



Ich hab die Viertelperiode genommen die 90° entspricht. So meinte ich das vorhin smile .

Erstmal: Ist das alles richtig?

Dann hab ich noch eine andere Frage, kann ich mit oder beliebigen Werten das gleiche machen? Ich bekomme dann immer was falsches raus.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Ich kann das nur so deuten, dass du dich am Beispiel dieser einfachen Kosinusfunktion an das Problem herantasten willst? verwirrt

Egal, ich plotte mal den eigentlichen Integranden (ohne Betrag) von oben, d.h. :



Wenn du die unter der Zeitachse liegenden Anteile im Integralwert "hochklappen" willst, benötigst du zwingend die Nullstellen dieser Funktion. Und die sind hier tatsächlich analytisch etwas schwierig zu ermitteln, aber es ist machbar.
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

Mh okay ... dann werd ich mich mal da ransetzen. Aber könnte ich denn nicht die gesamte Funktion auch so behandeln wie oben meine Beispielrechnung? verwirrt
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Ich denke mal, ich beende das hier - offensichtlich glaubst du fest daran, einen Dünnbrettbohrerweg gehen zu können, obwohl ich das mehrfach verneint habe. Und da ich deinen Glauben daran offenbar nicht erschüttern kann, muss das wohl ein anderer versuchen.
moclus Auf diesen Beitrag antworten »

Gut, ich mache mich mal dann an die Aufgabe, wie du es wolltest.

Nur die Nullstellen im Bereich von sind relevant oder?
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Ja, nur die sind relevant. Aber man kann es noch weiter einschränken:

Sei nun mit der zu berechnende Wert. Aufgrund der Symmetrie ist nun einfach , siehe Skizze oben:

Wir erkennen drei reelle Nullstellen von im Intervall , und dem Verlauf von nach ist dabei

a) für sowie , und

b) für sowie

woraus sich dann, den Vorzeichenwechseln folgend ergibt

,

mit einer passenden Stammfunktion von , wie etwa . Der Zusammenhang von Integralwert und Nullstellen sollte damit dann klar sein, oder?

-------------------------------------------------------------------------------------------

Nun zur Bestimmung dieser drei Nullstellen , um in (1) auch wirklich "rechnen" zu können. Die Nullstellengleichung durch 100 geteilt ergibt zunächst

.

Gemäß Additionstheoremen gilt nun



es folgt für (2) damit dann . Mit Substitution (wir sehen gleich, warum) wird daraus die kubische Gleichung . Die Lösung kann man erraten, nach Polynomdivision ergibt sich

.

An der Stelle stoppe ich mal - klar, wie es weitergeht?
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