Zufallsvariable auf Messraum?

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MasterWizz Auf diesen Beitrag antworten »
Zufallsvariable auf Messraum?
Hi Leute Wink

Ein Kommilitone und ich sind uns uneinig, ob es sich mit der Ergebnismenge und der zugehörigen -Algebra
bei der Abbildung um eine Zufallsvariable auf dem Messraum handelt, oder nicht.

Soweit ich weiß, ist -messbar ist, falls . Mein Kommilitone behauptet jetzt, dass es sich bei nicht um eine Zufallsvariable des Messraums handelt, weil zB .

Allerdings ist mein Argument, dass die Antwort abhängig ist von der Wahl der -Algebra . Denn für handelt es sich ja bei per Definition um eine messbare Abbildung, weil und .

Könnt ihr uns weiter helfen?
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Der Begriff "Messbarkeit" erfordert Sigma-Algebren zugeordnet sowohl der Definitions- als auch der Wertemenge.

Bei einer reellen Zufallsgröße ist die Zielalgebra per definitionem die Borel-Sigmaalgebra der reellen Zahlen. Insofern hat dein Kommilitone Recht, denn liegt in dieser Sigma-Algebra.
MasterWizz Auf diesen Beitrag antworten »

Hallo HAL, danke für deine Antwort smile

Ich verstehe dein Argument, wenn für reelle Zufallsvariablen gelten muss, dass und es sich deshalb im Beispiel oben bei nicht um eine Zufallsvariable auf dem Messraum handeln kann, denn für .

Nur erkenne ich leider noch nicht, warum auch die allgemeine Definition das aussagt. Denn dort wird die Messbarkeit mit den Mengen und deren Urbildern erklärt. Darum würde ich gern wissen:

(1) Wo kommt bei Definition reeller Zufallsvariablen die -Algebra vor?

(2) Warum widerspricht mein Beispiel der allgemeinen Definition?
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von MasterWizz
(1) Wo kommt bei Definition reeller Zufallsvariablen die -Algebra vor?

Steht doch z.B. im verlinkten Beitrag da:

"Bei reellen Zufallsvariablen ist der Bildraum die Menge der reellen Zahlen versehen mit der borelschen -Algebra."

ist übrigens nur eine andere Schreibweise für . Und die Mengen über alle betrachtet bilden ein Erzeugendensystem der Borel-Sigmaalgebra der reellen Zahlen.

Zitat:
Original von MasterWizz
(2) Warum widerspricht mein Beispiel der allgemeinen Definition?

Es widerspricht nicht der allgemeinen Definition der Messbarkeit, wohl aber eben jener Festlegung der Ziel-Sigmaalgebra, wenn man einfach von einer "reellen Zufallsgröße" spricht.


Nochmal in aller Kürze:

Man nennt eine Funktion nicht einfach "Zufallsgröße", wenn man nur irgendeine Ziel-Sigmaalgebra findet, bzgl. der Messbarkeit herrscht - sondern es muss schon die Borelsche Sigmaalgebra sein!!! Dauert ganz schön lange, bis das bei dir angekommt.

Das mit dem "irgendein" wäre ja auch irgendwie komplett gaga: Denn bzgl. der primitiven Sigmaalebra ist jede Funktion messbar, und damit wäre das keine nennenswerte Bedingung mehr. unglücklich
MasterWizz Auf diesen Beitrag antworten »

Tut mir Leid, ich bin manchmal nicht der schnellste beim Verstehen. Aber ich gebe mir Mühe deinen Erklärungen zu folgen.

Also im Fall von reellen Zufallsvariablen ist die -Algebra des Zielraums per Definition die borellsche -Algebra. Das ist eine Festlegung, die irgendwie aus der allgemeinen Definition folgt, richtig? Das heißt es gibt hier gar keine andere Möglichkeit, als dass die Potenzmenge von ist.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

In dem Fall sagt man wohl besser, dass es eine -messbare Abbildung ist statt einfach nur "Zufallsgröße".


Der Grund, dass man Borel-Messbarkeit fordert liegt ja darin, weil man Integrale wie den Erwartungswert berechnen will, und da gibt es ohne diese Messbarkeit Probleme:

Wie berechnest du z.B. im obigen Fall , wenn nur und damit gegeben ist?

Normalerweise würde man noch Information benötigen und kann dann berechnen, aber das geht hier ja nicht.
 
 
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