Spielwert Glücksspiel auf dem Umfang eines Quadrats |
| 21.05.2024, 22:30 | Dopap | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
| Spielwert Glücksspiel auf dem Umfang eines Quadrats In einem Spielcasino ist eine mit 40 LEDs gleichabständig bestückte Leuchtkette auf dem Rand eines Quadrats angeordnet. Nach Start rasen 2 Leuchtpunkte gegenläufig und unabhängig auf dem Rand herum und kommen beide gleichverteilt zur Ruhe. Wenn dann der Punkteabstand kleiner oder gleich dem einer Quadratseite mit Länge a ist, gibt es bei 20$ Einsatz 30$ retour. [attach]57771[/attach] Frage: Hat der Spieler wie "üblich" einen Nachteil und wenn ja dann exakt welchen? Eine exakte Lösung ist mir nicht zugänglich und eine Simulation ohne Symmetrien ist auf dem TR viel zu langsam um Klarheit bezüglich des Erwartungswertes/Spielwertes zu liefern. : Idee: mathematisches Modell von 2 stetigen, unabhängigen Gleichverteilungen ansetzen, um zunächst mal einen Orientierungswert zu erhalten. Der Unterschied zwischen und entfällt dabei zum Glück. 3 disjunkte und auch eingezeichnete Fälle sind mMn von Interesse:
Somit insgesamt : da dieselbe Kreisrelation für Punktabstände von oder auch Einheitsquadrat-Rand ist. (Fall c.) Ein relativ guter Wert für ein Casino. Der reale Betrieb mit endlicher "Punktmenge" = 40 müsste noch untersucht werden, aber je weniger Leuchtpunkte desto positiver wirken sich die Ereignisse mit = für den Spieler aus. Ab welcher Anzahl an Punkten der Spielwert evtl. positiv werden würde müsste noch untersucht werden. Das reale Spiel mit einer reinen Beziehung wird hingegen offensichtlich mit Abnahme der Leuchtpunkte ungünstiger. |
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| 24.05.2024, 12:12 | Dopap | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
ich habe meinen TR einen halben Tag mit der Simulation vom diskreten Spiel mit 40 LED und der Relation gequält : bei Runden. STDABW von ergo: Deutlich signifikant besser als im stetigen Fall, aber nicht signifikant größer Null. |
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| 25.05.2024, 13:28 | Huggy | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Die Wahrscheinlichkeit g(A) für eine Auszahlung lässt sich in dem diskreten Fall mit 40 Positionen einfach auszählen. Die Position der ersten LED lässt sich durch Drehen und Spiegeln auf eine Hälfte einer Seite bringen. Nummeriert man die Positionen von der Ecke bis zu der Mitte der Seite mit 1 bis 6, so treten die Postionien 1 und 6 mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/10 auf, die Positionen 2 bis 5 mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/5. Die Abbildung zeigt die Positionen der zweiten LED für eine Auszahlung: [attach]57785[/attach] Es gibt sich Das ergibt den Erwartungwert für die Nettoauszahlung Das stimmt nicht mit deiner Simulation überein. 10^6 Simulationen von mir (ohne Drehungen und Spiegelungen) passen dagegen zu der Abzählungsrechnung. |
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| 27.05.2024, 03:01 | Dopap | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
mmh.. Du hast 0.025 als Spielwert berechnet und ich hab' 0.043 simuliert, aber mit einer Standardabweichung von 0.048 Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch.
---------------------------------------------- das g(A) war bei mir im stetigen Falle also etwas schlechter als das bei 40 LED, was gut zusammenpasst. Apropos: schöne Bilder! |
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| 27.05.2024, 07:17 | HAL 9000 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Bei Lampen wird der Spielwert für negativ, also nur einen Tick mehr als bei deinem Vorschlag.
Allgemein ist die Siegwahrscheinlichkeit da und der zugehörige Spielwert ist ja . Für anstelle von als Gewinnkriterium haben wir nur , sofern ich mich nicht verrechnet habe.
Im Grenzwert sind aber beide gleich, genauer gesagt , dem von Dopap oben schon genannten Wert.
Damit deutest du an, dass monoton fallend ist. Stimmt generell leider nicht: Beide Folgen und sind nicht monoton: So hat man und damit negativen Spielwert auch schon für - bei rettet man sich aber wegen Pythagoras nochmal kurz über die Gewinnlinie.
Richtig ist, dass "im Groben" die Tendenz bei fallend und bei wachsend ist, aber immer mal wieder mit Ausreißern - die Diskretisierung mit den Gaußklammern hinterlässt da ihre Spuren.
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| 28.05.2024, 06:35 | Dopap | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
super exakt und mit mehr Antworten als formulierten Fragen!Jetzt treibt mich noch eine weitere, dazu sehr eng verwandte Frage um. |
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| 31.05.2024, 04:43 | Dopap | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Was ist der exakte mittlere Abstand der 2 Punkte im stetigen Fall? Lösungen zum vollen Quadrat oder Kreis gibt es zuhauf z.B. beim Quadrat: gibt es mehr oder weniger komplizierte Wege zur Lösung, mal mit Tangens Secans und/oder Polarkoordinaten. Oben fand ich bisher lediglich den Wert der Verteilungsfunktion an der Stelle . Wenig hilfreich. mMn ist die Dichtefunktion und dann zusätzlich noch notwendig, was aber wahrscheinlich zuviel des Guten ist, um lediglich den Mittelwert zu bestimmen. Ansatz: = die mit 25% 50% und 25% gewichtete Summe der mittleren Distanzen der oben genannten Fälle a.) , b.) und c.) (Dreiecksverteilung)
Bem: bei 3 Ziffern numerisch mit dem TR und 3 kein Problem. ( 0.735 ) Zu den beiden anderen Integralen fällt mir und dem CAS des TR leider Nichts ein. |
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| 31.05.2024, 06:54 | HAL 9000 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Na das Integral für diesen mittleren Abstand aufzustellen ist ja so schwer nicht: Auswertung ist mir jetzt zu mühselig, kannst ja mal ein CAS damit füttern.
EDIT: Ah Ok, hast du unten ja auch gemacht, war nur etwas verzettelt aufgeschrieben. Hmm, manchmal kann eben auch das CAS nichts machen. Es gibt übrigens weitere Threads hier im Board - vor deiner Zeit - die sich mit solchen Fragen betreffend Abstände von zufällig verteilten Punkten auf irgendwelchen geometrischen Mengen (Kreis, Quadrat - in deinem Fall ja nur Quadratumfang) befassen. |
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| 31.05.2024, 11:42 | Huggy | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Nicht immer, aber hier doch. Z. B. Mathematica liefert klaglos: |
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| 31.05.2024, 12:38 | HAL 9000 | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Gut! Das erste sollte Dopap auch selbst hinkriegen (EDIT: ...hat er ja auch).
Als nächstes dann die Varianz , was mit dem einfacher berechenbaren keine Hürde sein sollte. |
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| 31.05.2024, 17:39 | Leopold | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
Man kann das Integral auch ohne Mathematica berechnen. Ich habe es für mich als kleine Übung einmal durchgeführt. In der -Ebene wird über das Einheitsintervall integriert. Der Integrand ist gegenüber einer Vertauschung von und invariant, so daß es genügt, über das untere halbe Einheitsquadrat bis zur Diagonalen von bis zu integrieren und den Wert zu verdoppeln: Im inneren Integral führt man die Substitution durch, fungiert als Parameter, so daß gilt. Man transformiert formal: und berechnet das Integral Und damit kann man die Integralberechnung oben zu Ende führen: |
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| 01.06.2024, 07:22 | Dopap | Auf diesen Beitrag antworten » | ||||
kleine(!) Übung ist mir ein wenig zu viel der Bescheidenheit.
Bleibt mir nur noch ein Dankeschön an Alle zu richten |
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super exakt und mit mehr Antworten als formulierten Fragen!