Finanzmathe |
| 27.10.2024, 23:18 | leoclid | Auf diesen Beitrag antworten » |
| Finanzmathe ich habe im letzten Sommersemester an meiner Uni eine Vorlesung zu Finanzmathematik gehört. Inhalte waren: Binomialmodell, Black Scholes Modell, stochastische Analysis, Ito-Kalkulus, Faire Preise, etc.. Es war nicht so schwer wie sonstige Vorlesungen, aber ein bisschen musste man schon arbeiten. Jetzt lese ich in diversen Foren, dass nicht nur in VWL und Finance, sondern auch in BWL Studiengängen das sowieso Standard ist. Also nicht nur die fertige Formel für den fairen Preis einer Put Option unter Black-Scholes, sondern auch die ganzen Herleitungen etc. und ein Verständnsi für stochastische Analysis.... Jetzt lese ich aber immer, dass für viele Stellen im Risikomanamgnet und Quant-Stellen (okay, davon gibt es in GER nicht so viele) doch nur Mathematiker oder Physiker gesucht werden? Woran liegt es dann? Daran, dass man Mathematikern und Physikern zutraut, neue Modelle zu entwickeln und VWLern oder BWLern nicht? Eigentlich müssten doch letztere im Vorteil sein, weil sie viel mehr Domänenwissen mit sich bringen.... Wenn Aufgaben zum Lösen einer stochastischen DLG auch im VWL Studium drankommen, wenn die Herleitung von Black Scholes auch jeder macht, der nach seinem Dualen Studium noch einen Finance Master macht, wozu dann Mathe studieren, wenn man in dem Bereich arbeiten will? Klar, geht das ganze noch über Grundvorlesungen noch raus? Aber kann das ein guter BWLer oder VWLer nicht auch? Mathematiker spielen sich (ich bin selbst einer) immer so auf, aber so toll sind sie dann auch nicht |
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| 28.10.2024, 07:19 | SDeer | Auf diesen Beitrag antworten » |
| RE: Wozu Mathe im Bereich Finanzmathe (reicht nicht VWL oder BWL) Hallo meiner Erfahrung nach (und ich lasse mich gerne umstimmen) wird zwar die Herleitung besprochen, der Fokus liegt aber auf dem Ergebnis und der Anwendung. Als anderes Beispiel: Im Biologiestudium in der Biostatistik werden Hypothesentests komplett hergeleitet. Keiner der mir bekannten Absolventen hat dies jedoch verstanden, am Ende wurden sowohl in den Übungen als auch Klausuren nur Anwendung der Tests behandelt. Hier wurde immer nur nach Schema F vorgegangen, ohne den Hintergrund zu verstehen. Meiner Erfahrung nach ist es aber genau das tiefe Verständnis der Mathematiker, welches diese auszeichnet. Nur mit dem Hintergrundwissen kann ich Formeln richtig anwenden, interpretieren und im Zweifel an meine Bedürfnisse anpassen und Fehlanwendungen aufdecken. Die Welt ist nicht schwarz oder weiß, dies ist jedoch meine Erfahrung aus Kollegen, Mitarbeitern und Vorstellungsgesprächen in der Versicherungsbranche. |
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| 28.10.2024, 09:09 | Elvis | Auf diesen Beitrag antworten » |
MathematikerInnen spielen sich nicht auf, das haben sie nicht nötig. MathematikerInnen wissen und können mehr als alle anderen. Was sie nicht können, lernen sie schneller als alle anderen. Außerdem können sie zu jeder Frage eine Antwort herleiten und zu jedem wissenschaftlichen Fachgebiet etwas nützliches beitragen. Auch zu Pseudowissenschaften wie Ökonomie können sie etwas sagen, aber damit werfen sie nur Perlen vor die Säue.
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| 28.10.2024, 10:01 | adiutor62 | Auf diesen Beitrag antworten » |
Die BWL will Mathe nur zur Gewinnmaxierung vernutzen und jammert dann, wenn es daneben geht, weil sie nicht akzeptieren will, das KEIN MENSCH die Zukunft zu 100% vorhersagen kann. Die ceteris-paribus- Annahme u.a. sind Gedankenspiele, die mit der Realität wenig bis nichts zu haben Zu Black-Scholes https://www.wissen.de/bildwb/nobelpreist...-vor-der-pleite Man sollte Mathe zur Rettung der Welt einsetzen und nicht zu ihrer Zerstörung. Finanzspekulationen können fatale Folgen haben für völlig Unschuldige, wenn man z.B. Währungen kaputtmacht. Es giilt: Gier frisst Hirn! |
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| 28.10.2024, 10:44 | SDeer | Auf diesen Beitrag antworten » |
Um ein Beispiel aus meinem Berufsalltag zu wählen: BWLer und VWLer sind sogar mit Excel zum Großteil überfordert, einfachste Macros sind das Höchste der Gefühle. Das Augenmerk liegt rein auf der Umsetzung einfacher Fragestellungen. Für Mathematiker ist die Umsetzung (Excel, Python, R, Prophet, SAS oder was auch immer) nur Hilfsmittel, ein erheblicher Teil der Arbeit ist die Diskussion der Methoden, Annahmen, Ergebnisse usw. |
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