Interpretation Logarithmus

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LogaRhythmus Auf diesen Beitrag antworten »
Interpretation Logarithmus
Meine Frage:
Hallo zusammen,

ich hatte in einer Schularbeit ein Problem mit der Ableitung von ln(3x - 4)^2. Ich habe es als (ln(3x - 4))^2 interpretiert und entsprechend mit der Kettenregel abgeleitet. Meine Lehrerin meinte aber, dass die richtige Interpretation ln((3x - 4)^2) sei, also 2 ln |3x - 4|.

Meine Frage: Gibt es eine eindeutige Regel, wie ln(x)^2 standardmäßig interpretiert wird? Sollte man das immer als ln(x^2) verstehen, oder wäre meine Interpretation auch vertretbar?

Danke für eure Antworten! 128522

Meine Ideen:
Wie bereits oben genannt!
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

Kein Mensch kommt auf die Idee, als zu interpretieren. Ich hätte es genauso gemacht wie du, und meines Erachtens haben Funktionen immer höhere Priorität als Rechenoperationen einschließlich Potenzen.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Deswegen plädiere ich dafür, bei Funktionsoperatoren das Argument grundsätzlich in Klammern zu setzen:

Wenn man nämlich als Kurzschreibweise von zulässt, geht der Ärger nämlich los - warum dann nicht für den Term einsetzen? So ist anscheinend der Gedankengang der Lehrerin.
IfindU Auf diesen Beitrag antworten »

vs. .

Man muss gucken wie weit die Potenz vom Argument entfernt ist. Das erste ist , das zweite . Ähnlich mit vs .

Etwas ernsthafter, gibt es keine echte Konvention welche ich hierzu kenne. Jeder schreibt wie er/sie es mag und "aus dem Kontext ist doch klar was ich meinte" gewinnt aktuell leider.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von IfindU
vs. .

Man muss gucken wie weit die Potenz vom Argument entfernt ist. Das erste ist , das zweite .

Ja, bei der Interpretation einer Formel erst das Maßband anlegen zu müssen, wäre bestimmt eine glänzende Idee. Big Laugh
adiutor62 Auf diesen Beitrag antworten »

Die Schreibweise habe ich noch nie gesehen, was aber nichts heißen soll.
Ich kenne nur für .
 
 
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von adiutor62
Die Schreibweise habe ich noch nie gesehen

Genau das ist der Punkt: Es sollte auch für Terme, die man selbst so nie verwenden würde, eine eindeutige Festlegung geben.

Gemäß meiner Forderung oben ("Funktionsargument grundsätzlich in Klammern") bestehen da keine Unklarheiten: Da ist gleichbedeutend mit . Allerdings ist eine Schreibweise wie dann illegal, womit sich einige sicher auch wieder nicht anfreunden können.
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

kann man interpretieren als oder als . Auch das ist seit Jahrhunderten eine Baustelle, auf der jeder macht, was er will. Wenn die Mathematikerinnen nicht so faul wären, würden sie ein paar mehr Klammern schreiben.
@LogaRhythmus
Bestelle deiner Lehrerin einen schönen Gruß von mir und sage ihr, dass sie zukünftig Klammern benutzen soll, damit klar ist, was sie will, oder alle zulässigen Interpretationen anerkennen muss. (Du darfst ihr gerne diese Diskussion zeigen, dann kann sie ihren Unmut bei uns loswerden anstatt bei dir.)
Luftikus Auf diesen Beitrag antworten »

Wenn man es genau nimmt, dann ist die "Klammer" hier ein Teil der Funktionsdefinitionssymbolik:

f(.)

f(.)^2 macht da nur als (f(.))^2 Sinn. Denn f(.)(.) ist hier nicht definiert..
adiutor62 Auf diesen Beitrag antworten »

sin2(x) kann man interpretieren als (sin(x))^2 oder als sin(sin(x))
Warum das letzte? Logik? verwirrt
Steffen Bühler Auf diesen Beitrag antworten »

Siehe hier.
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

Für eine Funktion auf einer Menge und eine natürliche Zahl definiert man die -fache Komposition von rekursiv durch , also .
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von adiutor62
sin2(x) kann man interpretieren als (sin(x))^2 oder als sin(sin(x))
Warum das letzte? Logik? verwirrt


Ich halte diese Auffassung von Elvis auch für abwegig. Sicher schreibt man gelegentlich für die -fache Verkettung , aber das doch nur in speziellen Kontexten und unter ausdrücklicher Erläuterung dieser Schreibweise. In der klassischen Analysis ist im Sinne der von der reellen Multiplikation induzierten Multiplikation von Funktionen, und sonst nichts.

Was die ursprüngliche Anfrage angeht, würde ich der Interpretation der Lehrerin zuneigen, und zwar zu 51,7182818 Prozent. Wie HAL bereits erläutert hat, bedeutet (worin durch substituiert wird). Gerade deshalb schreibt man ja auch für . Und warum ist das so? Weiß ich auch nicht. Es ist halt so. Denn irgendwo hat auch Elvis recht, daß Funktionsbezeichner stärker binden als Rechenoperatoren. Hier aber nun mal nicht. Das Ganze ist letztlich ein Kuddelmuddel von Traditionen und stillschweigenden Vereinbarungen. Das kann aber ein Schüler nicht wissen. Und vielleicht hat die Lehrerin auch noch nie darüber nachgedacht. In dieser Situation wird ihr wohl nichts anderes übrig bleiben, als die alternative Deutung des Schülers anzuerkennen. Und für den Unterricht wäre es eine günstige Gelegenheit, dies einmal zu thematisieren und über die Rangfolge von Operatoren zu sprechen.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Leopold
Wie HAL bereits erläutert hat, bedeutet

So habe ich das nicht gesagt, sondern dass manche vielleicht meinen, dass es das bedeutet. Ich selbst lehne diese Notation ohne Klammern ab, aus Gründen die in diesem Thread ja inzwischen allzu deutlich geworden sind.
Finn_ Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von HAL 9000
Deswegen plädiere ich dafür, bei Funktionsoperatoren das Argument grundsätzlich in Klammern zu setzen: [...].

Unter strenger Einhaltung dieser Regelung wäre statt zu notieren. Demnach bestehen anscheinend Abstufungen von grundsätzlich.
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Der Syntaxpapst muss es gleich wieder übertreiben. smile

Außerdem: Wer sagt dir, dass ich die äußeren Klammern bei Tupeln als zwingend empfinde? Vielleicht sehe ich dort so wie bei Python: Kann, aber nicht muss. Big Laugh
Leopold Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Finn_
Zitat:
Original von HAL 9000
Deswegen plädiere ich dafür, bei Funktionsoperatoren das Argument grundsätzlich in Klammern zu setzen: [...].

Unter strenger Einhaltung dieser Regelung wäre statt zu notieren. Demnach bestehen anscheinend Abstufungen von grundsätzlich.



Die Lösung ist doch bereits angedacht:

Zitat:
Original von HAL 9000
Zitat:
Original von IfindU
vs. .

Man muss gucken wie weit die Potenz vom Argument entfernt ist. Das erste ist , das zweite .

Ja, bei der Interpretation einer Formel erst das Maßband anlegen zu müssen, wäre bestimmt eine glänzende Idee. Big Laugh


Die Lösung:

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