Körper mit 8 Elementen

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Malcang Auf diesen Beitrag antworten »
Körper mit 8 Elementen
Hallo zusammen!

Ich habe hier gerade diese Aufgabe vor mir:
[attach]58186[/attach]

Leider bin ich gar nicht gut in Algebra unglücklich
Zu a) Ich weiß, dass keine Nullstellen in hat. Demnach kann ich auch keinen Linearfaktor abspalten.
Außerdem gibt es vom Grad nur die Polynome . Durch Polynomdivision finde ich heraus, dass keines dieser Polynome ein Teiler von ist. Demnach gibt es kein Polynom mit Grad(G), welches Teiler von ist. Daher ist ein Körper.

Genügt das so?

Ich tue mir sehr schwer, die Elemente dieses Körpers zu bestimmen. Wie muss ich da vorgehen?
IfindU Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Es kann ja nur in drei Linearfaktoren zerfallen, oder einen Linearfaktor mit einem quadratischen. Wenn es einen quadratischen Teiler gäbe, gäbe es einen linearen und damit eine Nullstelle. D.h. mit Ausschließen der Nullstelle, weißt du dass es keine Faktorisierung gibt.

Ein paar Elemente hast du schon genannt. Die anderen sind und damit hast du deine 8.
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

Für die Rechnungen in b) und c) musst du nur berücksichtigen, damit ergibt sich alles wie von selbst. Noch einfacher kann Algebra nicht sein.
Malcang Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Danke ihr beiden, das ist schonmal sehr hilfreich.

Zitat:
Original von IfindU

Ein paar Elemente hast du schon genannt. Die anderen sind und damit hast du deine 8.


Das sind dann einfach nur "alle" Polynome mit Graden 1 oder 2?
IfindU Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Jap. Alle von Grad 3 und höher sind äquivalent zu einem der "niedrigen" Polynome.
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Zitat:
Original von Malcang
Das sind dann einfach nur "alle" Polynome mit Graden 1 oder 2?


Genauer: Die Restklassen aller Polynome vom Grad 0, 1 oder 2. Setzt man dann wieder , dann sind es alle Polynome vom Grad <3 in . Wenn man es nicht so genau nimmt, schreibt man dann auch wieder statt .
 
 
Malcang Auf diesen Beitrag antworten »

Dad ist ja toll, ich danke euch für die schnelle Hilfe smile
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

Wenn du die Aufgaben b) und c) genau betrachtest, erkennst du schon unsere Lösungen. Bei b) identifiziert man die Polynome höchstens vom Grad 2 mit den Koeffiziententripeln . Bei c) ist das g aus der Aufgabe genau mein . Das ist doch richtig nett von dem Aufgabensteller, dass er so viele kaum versteckte Lösungshinweise gibt.
Malcang Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Zitat:
Original von IfindU
Jap. Alle von Grad 3 und höher sind äquivalent zu einem der "niedrigen" Polynome.


Ist das im Allgemeinen der Fall, oder ist das hier ein Spezialfall?
IfindU Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Ist der allgemeine Fall. In sind die Äquivalenzklassen genau die Polynome mit (im Sinne davon dass jede Äquivalenzklasse genau ein solches Polynom besitzt).
URL Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Dieses eine Polynom , das IfindU genannt hat, ist übrigens einer der möglichen Reste, die bei Polynomdivision durch mit Rest auftreten können.
In deinem Beispiel hat den Grad drei, die möglichen Reste haben also höchstens Grad zwei. Ein Polynom vom Grad zwei kann man mit drei Koeffizienten beschreiben, dein Körper hat zwei Elemente, macht Elemente.
Hat dein (irreduzibles) Polynom den Grad 5, bekommst du analog einen Körper mit Elementen.

Diese Konstruktion finde ich immer wieder erbaulich smile
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »
RE: Körper mit 8 Elementen
Zitat:
Original von Malcang
Ist das im Allgemeinen der Fall, oder ist das hier ein Spezialfall?


Ist ein Körper und irreduzibel vom Grad , o.B.d.A. normiert, also , dann ist eine Körpererweiterung vom Grad über , also ein Körper, der als K-Vektorraum die Dimension hat.
Wegen ist , also , also .
Das heißt, dass das Nullelement von ist, und dass alle Potenzen Polynome in vom Grad kleiner als sind.
Ist ein endlicher Körper mit Elementen, dann ist ein endlicher Körper mit Elementen. Die Elemente von sind immer genau die Restklassen der Polynome vom Grad kleiner als .
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

(Ein wenig) off-topic

@Elvis

Findest du es nicht schrecklich, dass praktische Anwendung erfährt z.B. bei der Fehlerkorrektur quasi aller optischen Laufwerke (zumindest bei CD/DVD/Bluray ist es mir bekannt), darüber hinaus auch bei DVB, Mobilfunk und und und ... (siehe Reed-Solomon-Code). Big Laugh
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

Ich erfreue mich an der sinnfreien (!) Raumfahrt der Menschheit und kenne fehlertolerante Nachrichten-Codes des Gemini- und Voyager(?)-Programms. Zu solchen Zwecken gestatte ich ausnahmsweise die Anwendung algebraischer Teile der Mathematik. Augenzwinkern
Malcang Auf diesen Beitrag antworten »

Zitat:
Original von Elvis
Für die Rechnungen in b) und c) musst du nur berücksichtigen


Ich sehe gerade nicht woher das kommt, Elvis. Wen ich für doch 1 einsetze, kommen doch verschiedene Werte raus verwirrt

Edit: Oh, ich betrachte das doch modulo Es ist und damit identifiziere ich als . Und das ist wegen das selbe wie und und

Richtig so?
HAL 9000 Auf diesen Beitrag antworten »

Ja, auf Umwegen kommt man auch zum Ziel. Etwas direkter: Aus folgt durch Umformung und in ist das gleichbedeutend mit .
Elvis Auf diesen Beitrag antworten »

Noch direkter: Wegen 1=-1 in ist a=-a in .
Achtung: Den Körper darf man nicht mit dem Ring verwechseln, dort ist .

Außerdem habe ich ausführlich diskutiert, welche Elemente der Körper hat. Die Variable ist kein Element dieses Körpers, sondern die Restklasse ist ein Element. Um das deutlich zu machen schreibt man z.B. .
Wenn man für etwas "einsetzt", dann bewegt man sich nicht im Polynomring und nicht im Restklassenkörper , sondern man fasst Polynome als Polynomfunktionen auf. Das ist etwas ganz anderes, so etwas macht man in der Schule aber nicht in der Algebra.

Das Polynom ist ein Polynom in einer Unbestimmten mit Koeffizienten 1,0,1,1 aus einem Ring. Die Polynomfunktion ist eine reelle Funktion in einer Variablen mit Koeffizienten 1,0,1,1. Zwei völlig verschiedene Objekte, die nur eine ähnliche Form und deswegen historisch bedingt denselben Namen Polynom haben. Damit man sich das besser merken kann schreibt man Unbestimmte groß und Variable klein.
Malcang Auf diesen Beitrag antworten »

Hallo ihr zwei,

vielen Dank für die hilfreichen Einwände! smile
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