Limits & Limits |
| 18.11.2025, 08:54 | Flynnsel | Auf diesen Beitrag antworten » |
| Limits & Limits ich wurde letztens gefragt: wenn es etwas nicht-unendliches gibt, bspw. Energie und Zeit und Erde und diese Sache auch nur die geringste Reibung also eine Einschränkung für andere Sachen bedeuten könnte, somit gibt es also nichts unendliches, solange es auch nur eine endliche Sache gibt. Ist das wirklich logisch und kennt jemand eine philosophische Entsprechung vielleicht wer etwas vergleichbares geschrieben hatte
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| 18.11.2025, 09:02 | adiutor62 | Auf diesen Beitrag antworten » |
| RE: Limits & Limits Ist das Argument logisch? Die Aussage lautet sinngemäß: „Wenn es etwas Endliches gibt, und dieses eine Einschränkung verursacht, dann kann nichts Unendliches existieren.“ Das ist nicht zwingend logisch richtig. Endliche und unendliche Dinge können gleichzeitig existieren. Beispiele: Mathematische Unendlichkeit existiert, obwohl es endliche Zahlen gibt. Der Raum könnte unendlich sein, obwohl die Energie im beobachtbaren Universum endlich ist. Ein endlicher Ort (ein Raum, ein Planet) kann in einem unendlichen Universum liegen. Die Existenz eines Endlichen beweist also nicht, dass etwas Unendliches ausgeschlossen ist. Warum wirkt das Argument trotzdem intuitiv? Weil es auf der Vorstellung basiert, dass ein endliches Ding „Grenzen setzt“ und dadurch alles begrenzt. Das setzt aber voraus, dass das Endliche und das Unendliche in derselben Dimension existieren. Das ist oft nicht der Fall. Endliche Energie schließt unendliche Zeit nicht aus. Endliche Materie schließt unendlichen Raum nicht aus. Philosophische Entsprechungen Es gibt mehrere Denker, die ähnliche Themen behandelt haben: Aristoteles Er unterscheidet zwischen „potentiell unendlich“ (immer weiter fortsetzbar) und „aktual unendlich“ (als Ganzes unendlich). Er lehnt das aktual Unendliche in der physischen Welt ab. Das ähnelt dem Argument, ist aber philosophisch differenzierter. Kant – Antinomien der reinen Vernunft Kant zeigt, dass man widerspruchsfrei argumentieren kann, dass die Welt einen Anfang hat oder keinen Anfang hat. Endlich und unendlich schließen sich dabei nicht automatisch aus. Spinoza Für Spinoza ist das Endliche eine Erscheinungsform einer unendlichen Substanz. Das Unendliche umfasst also das Endliche, ohne selbst begrenzt zu werden. Moderne Mathematik/Physik In der Mathematik ist ganz klar: Endliche Dinge existieren innerhalb von unendlichen Strukturen. Das gesamte existierende Endliche widerspricht dem Unendlichen nicht. Warum ist das ursprüngliche Argument fehlerhaft? Es verwechselt: „Etwas ist endlich“ mit „Alles ist endlich“ und: „Etwas setzt eine Grenze“ mit „Nichts kann grenzenlos sein“. Das ist ein logischer Fehler (Kompositionsfehlschluss). Fazit Das Argument ist nicht logisch zwingend. Endliches und Unendliches können gleichzeitig existieren. Philosophisch am ehesten ähnlich ist Aristoteles (Ablehnung des aktual Unendlichen), aber selbst dort wird das Argument differenzierter behandelt. |
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